Wuppertal: Kein Sieger zwischen Aachen und Wuppertal

Wuppertal: Kein Sieger zwischen Aachen und Wuppertal

Als Schiedsrichter Florian Visse den Westschlager nach 94 umkämpften Minuten mit dem Schlusspfiff beendete und das torlose Remis beim Wuppertaler SV aktenkundig war, bildete sich eine kleine Schlange vor dem Strafraum von Niklas Jakusch. Die Spieler von Alemannia Aachen gratulierten ihrem Keeper, der mit mehreren starken Paraden den Punkt festgehalten hatte.

„Vom Feeling her habe ich heute mein bestes Spiel abgeliefert“, sagte der Gelobte. „Viel wichtiger war aber, dass wir keinen Gegentreffer zugelassen haben.“ Jakusch hatte im TV-Spiel das geschafft, was vielen Akteuren im Stadion am Zoo nicht gelungen war: sich in den Vordergrund zu spielen. Oder wie David Pütz, erfolgreicher Abräumer an diesem sonnigen Sonntagnachmittag, es formulierte: „Man hat das Gefühl: Immer wenn ein Live-Spiel ansteht, will keiner einen Fehler machen.“ Und so fiel auch Alexander Heinze die Bewertung der vorangegangenen Minuten in der Mixed Zone nicht allzu schwer: „Ein typisches 0:0-Spiel.“

Alemannias Cheftrainer Fuat Kilic hatte seine Startelf im Vergleich zum Heimspiel gegen Rödinghausen nur moderat verändert. Manuel Glowacz erhielt im Angriff den Vorzug gegenüber Mahmut Temür, Stipe Batarilo lief für Blendi Idrizi auf. Für eine größere Rotation hatte sich der neue WSV-Trainer Adrian Alipour entschieden, der vier neue Spieler im Vergleich zur Partie in der Vorwoche (1:2 bei Mönchengladbach II) brachte.

Dass das gegenseitige Abtasten die Anfangsphase bestimmte, war nach Lage der Dinge dann keine Überraschung. Die Aachener erwischten den besseren Start, es war aber der Unparteiische, der als erster Akteur im Mittelpunkt stand. Nach einem Zweikampf zwischen Tjorben Uphoff und Batarilo im Strafraum der Hausherren blieb Visses Pfeife stumm (5.).

Jakusch war nach neun Minuten zum ersten Mal gefordert, als Torjäger Christopher Kramer den Ball nach einem schnell ausgeführten Einwurf zu Daniel Grebe weiterleitete, der freistehend an Alemannias Schlussmann scheiterte.

Der Gegentreffer war zwar ausgeblieben, die Großchance hatte dennoch einen Bruch im Spiel der Gäste verursacht. Die Aachener reagierten nur noch, „wir haben keinen Zugriff mehr bekommen“, erkannte auch Kilic. Nach einem Schuss von Dennis Malura (17.) verhinderte Jakusch erneut den Einschlag mit einem starken Reflex.

Ecken wirkunslos

Fünf Eckbälle in vier Minuten dokumentierten die Überlegenheit des WSV, Ex-Alemanne Meik Kühnel fand aber keinen Abnehmer für seine Hereingaben. Die Entlastungsangriffe der Aachener wurden immer seltener, die Wuppertaler Dominanz drückte sich allerdings auch nicht mehr in Torgelegenheiten aus. Die Alemannen Kai Bösing (36.) und Manuel Glowacz (37.) versuchten es noch einmal aus der Distanz, eingreifen musste WSV-Keeper Sebastian Wickl aber nicht.

Nach dem Seitenwechsel mussten die Aachener noch einen Schockmoment verdauen, als Jonas Erwig-Drüppel den Ball zu Kramer durchsteckte. Der sonst so treffsichere WSV-Angreifer zeigte freistehend vor Jakusch aber Nerven und schoss den Ball am Tor der Gäste vorbei (50.).

Es sollte die letzte hochkarätige Möglichkeit für den Gastgeber in diesem Spiel bleiben, da die 4070 Zuschauer wieder eine agierende Alemannia sahen, die in der Schlussphase den „Lucky Punch“ verpasste. Der eingewechselte Mohamed Redjeb (89.) hätte sein Debüt mit einem Treffer krönen können, beim Kopfball des Aacheners erhielt aber auch Wickl eine von wenigen Gelegenheiten, sich auszuzeichnen.

„Man muss den Kampf in dieser Liga annehmen, und das haben wir heute getan. Deshalb nehmen wir auch einen Punkt verdient mit“, urteilte Jakusch. Auch Kilic war nach dem vierten Spiel in Folge ohne Niederlage nicht unzufrieden: „Es war ein hochintensives Spiel. Wir haben in der Halbzeit die richtigen Rückschlüsse gezogen. Letztlich können wir mit der Punkteteilung zufrieden sein.“

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