Aachen: Kandidatenkarussell läuft am Tivoli an

Aachen: Kandidatenkarussell läuft am Tivoli an

Auf Alemannias Wunschzettel steht wieder einmal ein neuer Trainer. Vor Heiligabend wird die Personalie sicher nicht geklärt sein. Manager Alexander Klitzpera strebt an, dass der Fußballlehrer am 4. Januar mit der Mannschaft die Arbeit aufnimmt. „Das wäre der Idealfall.“

Intern verabredet ist, dass der sportliche Leiter dem Aufsichtsrat mehrere Vorschläge unterbreitet. Die Fahndung läuft, die Dinge sind noch nicht konkret. „Es gibt ein paar spezielle Faktoren, die es zu berücksichtigen gibt“, sagt Klitzpera. „Es steht ein Neuanfang in der Winterpause an, hinter uns liegt eine turbulente Phase. Deswegen wäre sicher ein Trainer denkbar, der schon ein bisschen was erlebt hat.“ Das Profil ist weitgefasst.

Eine Liste möglicher Kandidaten muss in diesen Tagen abgearbeitet werden. Auf dem Zettel stehen nach Informationen dieser Zeitung auch Fußballlehrer mit feiner Aachener Vergangenheit. Sowohl Markus von Ahlen als auch Stefan Emmerling haben zudem erfolgreich in Nachwuchsleistungszentren gearbeitet.

Auf dem Markt ist seit geraumer Zeit auch Gerd Dais, der seine beste Zeit beim SV Sandhausen hatte. Der 52-Jährige war zuletzt bei den Stuttgarter Kickers tätig. Maik Walpurgis wurde vor zwei Jahren mit den Sportfreunden aus Lotte Meister, scheiterte nur knapp am Aufstieg in der Relegation gegen RB Leipzig. Der 42-Jährige wechselte dann mit etwas Getöse sofort zum VfL Osnabrück. Der temperamentvolle Fußballtrainer wurde im Sommer beim Drittligisten wieder freigestellt. Auch über ihn sagt Klitzpera nur pauschal: „Das ist ein sehr interessanter Kandidat.“

Vermutlich würde er das auch über Mike Büskens sagen. Aber der Ex-Profi, zu Zweitligazeiten schon einmal ein aussichtsreicher Kandidat am Tivoli, wird auch diesmal nicht nach Aachen kommen. Der Düsseldorfer bleibt lieber sportlicher Beirat bei Schalke 04. Keine Rolle beim aktuellen Casting spielt Peter Schubert. Schließlich habe der erfolgreiche Coach aus der letzten Saison die Angebote im Sommer ausgeschlagen, sagt Klitzpera.

Keine Hintertür

Egal, wer im neuen Jahr auf der Kommandobrücke steht: Die drei suspendierten Spieler Peter Hackenberg, Frederic Löhe und Bastian Müller sollen nicht mehr zurück an Bord genommen werden. „Der Verein hat sich für diesen Weg entschieden“, sagt Klitzpera. Selbst die Hintertür ist damit verschlossen. Müller will nach Informationen dieser Zeitung Anfang des Jahres bereits bei einem anderen Verein vorspielen. Unverständnis für die Klub-Entscheidung haben viele ehemalige Mitspieler wie Tim Jerat, Rafael oder auch Marcus Hoffmann geäußert.

Der Abwehrchef der letzten Saison schrieb bei Facebook: „Frederic Löhe und Peter Hackenberg widerfährt gerade eine riesige Ungerechtigkeit in einer Form, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Die Beiden stehen für Ehrlichkeit, Loyaliät, Einsatz, Fleiß und Ehrgeiz, wie ich es selten erlebt habe.“ Und Jerat ergänzt: „Diese Spieler in die Verantwortung zu nehmen und ihnen die Schuld anzulasten, ist ungerecht und reiner Aktionismus.“

Einen neuen Spieler, einen „Defensiv-Allrounder“ hat Klitzpera an der Angel. Der neue Trainer soll bei der Personalie seine Expertise dazugeben.

(pa)
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