Flutlichtspiel in Verl: Kai Bösing will dabei helfen, den Trend umzukehren

Flutlichtspiel in Verl : Kai Bösing will dabei helfen, den Trend umzukehren

Der wiedergenesene Spielmacher von Alemannia Aachen kehrt aller Voraussicht nach am Freitagabend im Spiel beim Aufstiegsaspiranten SC Verl in die Startelf zurück.

Und Bösing dürfte zeitnah einen neuen Mitspieler erhalten: Testspieler Jonathan Benteke steht kurz vor der Unterschrift am Tivoli.

Eine Mentalitätsdebatte ist am Tivoli nach der jüngsten Ergebniskrise jedenfalls nicht ausgebrochen. „Mats Hummels hat es gut auf den Punkt gebracht: Mentalität ist der große Bruder vom Stellungsfehler“, zitiert Kai Bösing den wortgewandten BVB-Verteidiger, der die Debatte in die Kategorie „Scheindiskussion“ einordnet.

Die Situation bei Fußball-Regionalligist Alemannia Aachen ist ohnehin nicht vergleichbar mit der Dortmunder Ausgangslage, aber auch Bösing weiß, dass die Niederlagen in Bonn (0:2) und gegen Schalke II (0:1) nicht förderlich fürs Betriebsklima waren. Und die Aufgaben werden in den kommenden Tagen nicht leichter: Am Freitag (19 Uhr) sind die Aachener zu Gast bei Aufstiegsaspirant SC Verl, am Mittwoch geht die Reise zu Borussia Dortmund II.

Kilic vor Verl: "Wir sind nicht der Favorit"

Alemannias Mannschaftsbus nimmt die rund 240 Kilometer lange Strecke Richtung Ostwestfalen bereits am Donnerstagabend unter die Räder. Bösing erhielt natürlich einen Sitzplatz, Kilic hatte dem hoch veranlagten Mittelfeldspieler bereits im Vorfeld das Mandat für die Startelf erteilt. Und der 25-Jährige, der seine Verletzungssorgen endlich los ist und zuletzt als Kurzarbeiter im Einsatz war, freut sich auf seine Rückkehr in die Anfangsformation. „Es war schwer, geduldig zu bleiben“, räumt Bösing ein. „Wir haben in den vergangenen Monaten einige Highlightspiele bestritten, in denen ich gerne gespielt hätte.“

Dazu kam es nicht, da der Pechvogel der Vorsaison auch in die laufende Spielzeit mit einer Verletzung startete: Am vorgeschädigten linken Knie zog sich der Lehramtsstudent in der Vorbereitung einen Teilabriss des Innenbandes zu. „Jetzt bin ich aber wieder bei 100 Prozent und habe vollstes Vertrauen in mein Knie“, sagt der Spielmacher, der in dieser Saison mit der prestigeträchtigen Nummer 10 aufläuft.

Bösing will dabei helfen, den Trend der vergangenen beiden Wochen erneut umzukehren: „Aus den vier Spielen zuvor haben wir nicht umsonst zehn Punkte geholt.“ In Verl erwartet die Aachener allerdings ein Team, „das einen sehr guten Lauf hat“, wie Kilic beobachtet hat. Neun der letzten zehn Partien haben die Ostwestfalen gewonnen, „mit dem ehemaligen Zweitliga-Profi Zlatko Janjic, Aygün Yildirim und Jan Schöppner haben sie drei sehr torgefährliche Spieler in ihren Reihen“. 23 der insgesamt 35 Verler Treffer hat das Trio bislang erzielt.

Die Analyse ergab aber auch, dass „die Spielweise uns Räume bietet, die wir nutzen wollen“, sagt Kilic, der den 3:2-Erfolg über Primus Rödinghausen im „goldenen September“ als Mutmacher sieht. „Meine Mannschaft hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie in der Lage ist, gegen solche Mannschaften zu bestehen.“ Sollte auch das zweite Spitzenteam geschlagen werden, würden die Aachener Rödinghausen indirekt Schützenhilfe geben – bei einem Punktgewinn übernehmen die Verler Platz eins.

Neben dem vom Training freigestellten Manuel Glowacz haben auch Kapitän Peter Hackenberg (Oberschenkelprobleme) und Florian Rüter (grippaler Infekt) die Reise nach Ostwestfalen nicht angetreten. Sollte Rüter wieder fit sein, könnte der Flügelspieler demnächst einen neuen Sturmpartner erhalten: Nach Informationen unserer Zeitung steht eine Einigung mit Jonathan Benteke kurz bevor. Das Casting des belgischen Angreifers verlief erfolgreich.

Mögliche Aufstellung: Cymer - Fiedler, Heinze, Wallenborn - Garnier, Pütz, Bösing, Müller, Schmitt - Batarilo, Boesen

Schiedsrichter: Florian Exner (Bielefeld)

Bilanz: 22 Spiele/9 Siege/7 Unentschieden/6 Niederlagen/ 34:31 Tore

Internet: Liveticker unter az-web.de/ an-online.de

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