Aachen: Ist die Alemannia nicht konkurrenzfähig?

Aachen : Ist die Alemannia nicht konkurrenzfähig?

Bevor Alemannia Aachen dann am Montagabend um 20.15 Uhr gegen Wattenscheid 09 das erste Heimspiel der Saison in der Fußball-Regionalliga austrägt, wird der Trainer durchaus grundsätzlicher. „Wir müssen“, sagt Fuat Kilic und betont das mehrfach, „wir müssen uns in dem folgenden Jahr in allen Bereichen weiter entwickeln“, sagt der 45-Jährige.

So jedenfalls, das schwingt im Kleingedruckten mit, geht es nicht weiter. Ein Tageshotel kann sich der Klub auch bei mehrstündigen Anreisen nicht leisten. Und bei der laufenden Stürmersuche verstärkt sich im Gespräch mit Beratern der Eindruck: „Wir liegen mit unseren finanziellen Möglichkeiten weit weg, sind nicht konkurrenzfähig.“

Das ist eine gute Überleitung zum Premierengegner Wattenscheid 09. Der ehemalige Bundesligist hat erneut den Klassenerhalt als Saisonziel aufgeschrieben. Der Etat für die Erste Mannschaft wurde leicht auf knapp 600.000 Euro erhöht. Vielleicht ändern sich aber die Ziele in der Lohrheide zeitnah sehr deutlich.

Vor ein paar Wochen hat die Firma Haalo Technology angekündigt, dass sie gerne beim Traditionsklub einsteigen würde. Das Hamburger Start-Up-Unternehmen würde dafür die dicken Spendierhosen anziehen. Die Firma würde eine Sperrminorität von 25,1 Prozent einer neu zu gründenden Fußball GmbH übernehmen.

Fünf Millionen Euro würden in den kommenden drei Jahren fließen. Noch ist das aber nur Absichtserklärung, was die Aufbruchsstimmung dämpft. Denn das Unternehmen, das sich mit Sporttechnologie beschäftigt, will über Crowdfunding kurzfristig weiter wachsen. Schon im nächsten Jahr könnte das Unternehmen im besten Fall bei Wattenscheid einsteigen.

Erklärtes Ziel des Investors für die ersten drei Jahre: zwei Aufstiege. Und zudem: Wattenscheid 09 soll der digitalisierteste Klub Europas werden, so sagen es die Firmenbosse. Soweit die Vision aus dem Ruhrgebiet. Solche Initiativen wünscht sich denn Fuat Kilic auch für seinen Klub. „Wir müssen in alle Richtungen denken“, sagt Kilic. Selbst der Umzug in ein kostengünstigeres, kleineres Stadion wäre eine Überlegung wert, wenn man nicht von der Stelle komme, findet er.

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