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Aachen: Frontzeck: „Team brennt auf das Spiel”

Aachen : Frontzeck: „Team brennt auf das Spiel”

Mitte der Woche meldete sich ein gewisser Thomas M. bei Alemannia. Jener Anrufer gab sich als Lottogewinner aus, der soeben bei einem Wettbüro in London seinen Jackpot von 85.000 Euro auf einen Aachener Heimsieg gesetzt hatte. Er erwarte nun die Gegenleistung deutete er unmissverständlich an...

Es ist nicht überprüfbar, ob es Thomas M. wirklich gibt. Aber sicher ist die Hoffnung, die nach der jämmerlichen Darbietung in Frankfurt fast gestorben war, in dieser Woche aufgeblasen worden wie ein bunter Luftballon. Findet am Samstag doch nicht das letzte Bundesliga-Spiel nach 36 Jahren am Tivoli statt?

Vollmundige Versprechungen gibt Trainer Michael Frontzeck auch diesmal nicht ab. Nur soviel: „Wir werden als kompakte Einheit auftreten und alles geben.” Auch für den 43-Jährigen sind es Endspiel-Tage, bei einer Niederlage wird er wohl den Tivoli nicht mehr als Aachen-Trainer erleben.

Entgegen den Gepflogenheiten übernachtet sein Team diesmal im Hotel, wird gemeinsam zu Abend essen, gemeinsam Pläne schmieden, gemeinsam am Morgen spazierengehen. Gemeinsam.

Die Amateure Mario Mutsch und Abdul Özgen gehören ebenso zu der dezimierten Gruppe wie die ewigen Patienten Emu Krontiris und Szilard Nemeth. Alles ist ausgerichtet auf diese nervenaufreibende Partie, von der abhängt, ob die Gastgeber diese schöne Bundesliga sofort wieder verlassen müssen.

Vor ein paar Jahren schaffte der damalige Kurz-Präsident Theo Lieven noch flott einen zusätzlichen finanziellen Anreiz vor einer entscheidenden Partie in Karlsruhe. Der ausgelegte Köder zeigte Wirkung, Aachen gewann das entscheidende Auswärtsspiel und schaffte den Klassenerhalt. Von solchem finanziellen Doping hält Frontzeck wenig.

Eigentlich gar nichts: „Ich habe noch keinen Spieler erlebt, der durch Geld zusätzlich motiviert ist. Diese Mannschaft ist motiviert, weil sie die Klasse halten will. Das ist der größte Anreiz für jeden Spieler.” Welcher Profi oder Trainer schreibt schon gerne „Absteiger” in seinen Lebenslauf?

Nun soll der VfL wie auch schon in der Hinrunde dafür herhalten, einen negativen Lauf zu beenden. Garantien für einen Heimsieg gibt es auch diesmal nicht, nur eine Ankündigung des Trainers: „Diese Mannschaft brennt auf das Spiel.”