Doppelschicht für Alemannia: Erst Testspiel, dann Eröffnungsparty

Doppelschicht für Alemannia : Erst Testspiel, dann Eröffnungsparty

Für Alemannias Spieler steht am Wochenende eine willkommene Doppelschicht an, über die sich keiner beklagt. Am Samstag fordert das Team, das bislang in jedem Vorbereitungsspiel mindestens vier Tore erzielt hat, den Regionalligisten Mainz U 23 heraus.

Das Nachwuchsteam des Bundesligisten entging gerade nur knapp dem Abstieg aus der Regionalliga Südwest. Das Spiel wird um 16 Uhr im Stadion Sophienhöhe in Niederzier angepfiffen.

Einen Tag später verlassen die Spieler den vertrauten Arbeitsplatz in der Soers. Dort dominieren vorübergehend die Vierbeiner beim CHIO. Deswegen findet die offizielle Saisoneröffnung in diesem Jahr in der Aachener Innenstadt statt. Im Fanshop an der Kleinkölnstraße sind Spieler und Trainer am Sonntag zwischen 15 und 19 Uhr anzutreffen. Der Fankontakt ist sehr gewollt. Denn gerade hängen viele Dinge zusammen.

Wenn die Mannschaft eine gute Vorbereitung spielt, stärkt das die Nachfrage nach Dauerkarten. Bislang sind über 2800 Dauerkarten verkauft worden – mehr als am Ende der letzten Saison. Die Pokalsieger wollen den Rückenwind ein bisschen ausnutzen. Dazu gehört dann auch diese Partie in der ersten Pokalhauptrunde. Für das Spiel am 10. August gegen Bayer Leverkusen sind bislang etwa 12.000 Karten verkauft, obwohl der freie Verkauft nicht einmal begonnen hat.

Die Nachfrage erinnert an die guten alten Zeiten. In der internen Kalkulation geht der Klub konservativ von 21.500 Zuschauern aus. Geschäftsführer Martin vom Hofe hoffte direkt nach der Auslosung auf 25.000 Zuschauer. Und dann gibt es noch den Trainer Fuat Kilic, der davon träumt, einmal im Leben an einem ausverkauften Tivoli coachen zu dürfen.

Von dem Einnahmen dieses Spiels wiederum hängen die Möglichkeiten des Kaderplaners ab, seine Belegschaft noch etwas zu tunen. Kilic sucht noch den „Unterschiedsspieler“ fürs Mittelfeld. Der Spielermarkt für die unteren Ligen kommt gerade in Fahrt. Ein paar Profis der 3. Liga registrieren erstaunt, dass sie vorerst nicht zur Stammformation gehören, wenn die Saison am nächsten Wochenende angepfiffen wird. Der 46-Jährige hat es allerdings nicht sonderlich eilig. Das Transferfenster ist noch bis Anfang September geöffnet.

„Und wir haben gute Optionen im Kader, wir können so in die Saison gehen.“ Gegen Mainz II zum Beispiel soll Kai Bösing, Pechvogel der letzten Saison, wieder in der Zentrale die Angriffe sortieren. Die Mannschaft ist ohnehin schon eingespielt. „Wir sind dabei eine gute Balance zu finden“, sagt Kilic. In den letzten trainingsintensiven Wochen hat zuweilen die taktische Konzentration gefehlt. „Üblich in dieser Phase.“

Der Trainer muss am Samstag nur auf die angeschlagenen Can Özkan (Oberschenkelprobleme) und Vincent Boesen (Wadenprobleme) verzichtet. Erstmals wird dagegen der neue Torwart Nikolai Rehnen eingesetzt. Auch Gastspieler Niklas Valerius vom SV Eilendorf ist nach einer kleinen Entzündung im Fuß wieder am Start. Der 24-Jährige erlebt gerade die erste Vorbereitung unter Profibedingungen. „Der ist richtig rasiert“, grinst Kilic.

Er hat den Stürmer eingeladen, die gesamte Vorbereitung am Tivoli mitzumachen, um dann zu entscheiden, ob Valerius ein Vertragsangebot erhält. „Natürlich wäre es schön, wenn es ein Junge aus der Region schaffen würde, aber es muss auch die richtige Idee für seine Entwicklung sein.“ An diesem Wochenende wird Valerius erst einmal zur Doppelschicht antreten und vermutlich so viele Autogramme schreiben wie in seinem ganzen Leben zusammen noch nicht.