Premiere und Abschied: Eine besondere Situation, nicht nur für Leon Tigges

Premiere und Abschied : Eine besondere Situation, nicht nur für Leon Tigges

Alemannia Aachens Keeper Leon Tigges feiert am Samstag im letzten Heimspiel gegen Bonn seine Ligapremiere – und wird verabschiedet.

Es liegt in der Natur der Sache, dass das letzte Heimspiel einer Saison ein besonderes ist. Häufig kommt auch ein bisschen Wehmut auf, wenn verdiente Spieler verabschiedet werden. Am Tivoli wird das vor der Regionalliga-Partie gegen den Bonner SC am Samstag (14 Uhr) nicht anders sein; für drei Akteure endet das Kapitel Alemannia Aachen am Saison­ende, zumindest vorerst.

Die Stimmung im Stadion wird aber sicherlich noch ein bisschen spezieller sein, der 11. Mai ist nämlich ein besonderes Datum für den Verein. Vor 20 Jahren ist Werner Fuchs gestorben, und der Aufstiegstrainer ist im kollektiven Gedächtnis vieler Fans immer noch präsent. „Zu Ehren von Werner Fuchs wollen wir ein gutes Spiel abliefern“, sagt sein Nachfolger Fuat Kilic, der einst von dessen Bruder Fritz zum 1. FC Kaiserslautern gelotst wurde, als Co-Trainer von Milan Sasic.

Alemannias heutiger Chefcoach wird vor dem letzten Heimspiel noch einmal den Keeper wechseln. Im Tor wird Leon Tigges stehen, es ist die erste Ligapartie für den 20-Jährigen in dieser Saison; bislang stehen erst 17 Minuten im Pokal in seinem Arbeitszeugnis. Der Wechsel zwischen den Pfosten ist keine Reaktion auf das wilde 3:4 gegen Borussia Mönchengladbach II am vergangenen Wochenende. „Für Leon ist das ein Belohnungsspiel“, sagt Kilic.

Und zugleich ist es ein Abschiedsgeschenk: Neben Mahmut Temür und  Alan Stulin wird auch der junge Schlussmann heute verabschiedet. „In meinem Alter ist es wichtig, Spielpraxis zu sammeln“, sagt Tigges. „Training kann keinen Wettkampf ersetzen.“

Der Maschinenbaustudent hat viel erlebt in seiner Aachener Zeit, aber nicht viel gespielt. Das soll sich in Zukunft wieder ändern. „Ich habe täglich auf hohem Niveau trainiert und nehme viele positive Dinge mit“, sagt der Torhüter. Aber auch ein paar negative Erinnerungen: Vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres gegen die Kölner U21 war Tigges auf dem Sprung in die Start­elf, in den letzten Trainingseinheiten vor dem Stapellauf 2019 hinterließ der junge Keeper aber einen unsicheren Eindruck – und musste sich erneut mit einem Bankplatz begnügen. „Es war keine einfache Zeit“, räumt Tigges ein. „Ich habe aber nicht aufgesteckt und habe mich im Training voll reingehängt.“

Das bestätigt sein Trainer. „Leon ist ein junger, ambitionierter Torwart, der sich nie etwas hat zuschulden kommen lassen“, betont Kilic. „Ich kann ihm aber in der kommenden Saison nicht garantieren, dass er mehr Spielzeit erhält.“ Deshalb wird die Zusammenarbeit im Sommer enden. In der kommenden Woche dürfte auch eine Entscheidung fallen, ob Manuel Glowacz und Florian Rüter eine Zukunft am Tivoli haben. Letzterer ist wieder beschwerdefrei, der Knöchel des Angreifers hält der Belastung im Training stand. Und so könnte die Leidenszeit des Stürmers heute endgültig enden, Rüter steht kurz davor, sich einen Kaderplatz zu sichern.

Temür fällt verletzt aus

Sein Mannschaftskollege Mahmut Temür (Schlag auf den Fuß im Training) wird dagegen ebenso ausfallen wie Marcel Kaiser und Kai Bösing. Auch Robin Garnier (5. Gelbe Karte) wird das besondere Spiel nur als interessierter Zuschauer verfolgen.

„Ich erwarte einen sehr motivierten Gegner“, sagt Kilic mit Blick auf die Tabelle: Die Bonner liegen nur einen Punkt vor den Abstiegsrängen. Zuletzt hat die Intensität gegen die Kellerkinder nicht gestimmt, das soll sich gegen den Sport-Club nicht wiederholen. „Wir müssen die Spannung vor dem Pokalfinale hochhalten“, gibt Alemannias Trainer als Marschroute aus.

Auch der Kaderplaner war in dieser Woche nicht untätig und hat einen Trainingsgast genau unter die Lupe genommen: Cagatay Kader. Der Stürmer war in der Jugend für Bayer Leverkusen, FC Schalke 04, Rot-Weiss Essen und den VfL Bochum unterwegs. Ob der 22-Jährige unter Vertrag genommen wird, soll sich zeitnah entscheiden.

Mögliche Aufstellung: Tigges – Fiedler, Heinze, Hackenberg, Müller – Pütz – Glowacz, Idrizi, Batarilo, Boesen – Imbongo

Schiedsrichter: Tim Pelzer (Kempen)

Bilanz: 23 Spiele/13 Siege/5 Remis/5 Niederlagen/46:29 Tore

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