Kommentar zum Pokalsieg: Ein Erfolg, der Rückenwind gibt

Kommentar zum Pokalsieg : Ein Erfolg, der Rückenwind gibt

Das Trostpflaster für sportlich enttäuschende Zeiten ist etwa 70 Zentimeter hoch und besteht aus einem eher blechernen Material. Einen Sturz vor dem Anpfiff hat der FVM-Pokal jedenfalls gut überstanden, später stand er wieder strahlend am Spielfeldrand. Insofern passt der Pokal gut zu Alemannia Aachen, denn mit Stürzen kennt sich der Verein aus.

Wichtig bleibt es, nicht liegenzubleiben. Diese Mentalität hat das Team eindrucksvoll belegt.

Es feierte einen sehr verdienten Erfolg, der die überfällige Belohnung für karge Jahre war, als die Schlagzeilen regelmäßig vom nächsten Rückschlag kündeten. Der Pokalerfolg kühlt ein bisschen die Wunden. Der Pokal ist der Nebenwettbewerb, das Kerngeschäft ist die Liga. Es wird Zeit, den Aufstieg energisch anzugehen. Diese Mannschaft bleibt weitgehend zusammen. Aber es droht der Verlust der beiden besten Torschützen Stipe Batarilo und Dimitry Imbongo, und fraglich ist auch das Ja-Wort des hoch veranlagten Blendi Idrizi.

Für höchste Ambitionen in der Regionalliga reicht dieser Kader sicher noch nicht. Das Team hat in der Liga Platz 6 belegt; 18 Punkte Rückstand auf den Meister sind durchaus happig. Die Leistungslücke muss nun in den nächsten Wochen geschlossen oder zumindest reduziert werden. Das Pokalgeld hilft dabei, es wird aber nicht ausreichen.

Der Erfolg gibt Rückenwind, vielleicht interessieren sich auch wieder ein paar Sponsoren mehr für den Klub, der jahrelang am Boden lag und nicht liegenblieb.

Welche Begeisterung dieser Verein an guten Tagen immer noch auslösen kann, war gerade in Bonn zu besichtigen, als etwa 5000 Fans die Mannschaft begleiteten. Die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten ist immer noch da.

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