Wattenscheid: Debakel in Wattenscheid: Alemannia verspielt gewaltig Kredit

Wattenscheid : Debakel in Wattenscheid: Alemannia verspielt gewaltig Kredit

Nach dem Spiel wurde es hitzig, Alemannias Spieler bekamen eine unmissverständliche Rückmeldung ihrer Fans. Die Mannschaft schafft es gerade, den monatelang erspielten Kredit innerhalb weniger Wochen gründlich zu verspielen. 0:3 unterlag die Mannschaft bei Wattenscheid 09.

Was als Wiedergutmachung geplant war, endete in einem Desaster. In Gegensatz zu einigen Fans wählte Fuat Kilic moderate Töne in seiner Analyse. Der Trainer ist in einer komplizierten Lage. Natürlich registriert auch er, dass nicht mehr alle Spieler bei der Sache sind. Aber Kilic muss den Laden zusammenhalten, weil noch der Saisonhöhepunkt ansteht. „Ich werde Entscheidungen treffen müssen, auf wen ich mich noch verlassen kann, wer noch an die Grenzen für diesen Verein gehen will", sagt der 44-Jährige vor dem Pokalfinale.

Dieser merkwürdige Auftritt hatte ihn durchaus nachdenklich gemacht. Kilic und die 2527 Zuschauer (1000 Freikarten) sah 45 Minuten gepflegte Langeweile, der erste Durchgang war etwa so ereignisreich wie die Parkplatzsuche am Aachener Klinikum. Beide Mannschaften ließen wenig zu, Wattenscheids Manuel Glowacz zirkelte einen Freistoß am Gästetor vorbei (34.), auf Aachens Habenseite stand nur ein unplatzierter Kopfball von Joy-Slayd Mickels (36.).

Nichts deutete auf einen Treffer hin, die Blaskapelle vor der Tribüne spulte unbeeindruckt ihr Repertoire ab, die Mannschaften auf dem Rasen spulten eher lethargisch ihr Programm ab. Bis es Julian Engelmann reichte. Der Schiedsrichter pfiff einen absurden Elfmeter nach einer Begegnung von Nico Buckmaier und Nils Winter. „Wenn das ein Foulspiel war, höre ich auf Fußball zu spielen", war Aachens Kapitän konsterniert. Glowacz nahm das Geschenk dankbar an und verwandelte zum 1:0 (53.).

Das hätte ein Signal zur Gegenwehr sein muss, stattdessen nahmen die Aachener fast teilnahmslos den Rückstand entgegen. „Ein paar Spieler reißen sich den Arsch auf, die anderen schaukeln sich die Eier", wurde Tobias Mohr deutlich nach Spielende. „Ich verstehe nicht, was hier abgeht." Da stand keine Mannschaft mehr mit einer gemeinsamen Idee auf dem Spielfeld.

Diese letzte halbe Stunde beim finalen Auswärtsspiel stimmte nachdenklich.. Nicht nur Abwehrchef Peter Hackenberg vermisste auch nur das „Aufbäumen". Die Abstände zwischen den Reihen wurden größer, regelmäßig tauchten die Hausherren in Überzahl in der gegnerischen Hälfte auf. Aachens Ausgleich lag nur bei einem Schuss von Mergim Fejzullahu in der Luft, der Torjäger scheiterte am Gästekeeper (78.).

Aachens Bester stand im Tor und erlebte eine undankbare Premiere. Akif Sahin pflückte regelmäßig Flanken herunter, bewahrte sein Team mit guten Paraden vor einem Rückstand. „Ich wollte der Mannschaft so gut es ging helfen", fasste er die Partie zusammen. Am Ende war auch er machtlos. Joseph Boyamba (84.) und Serdar Bingöl (90.) stellten unbehelligt den Endstand her.

Das 0:3 war noch nicht die letzte schlechte Nachricht an diesem trostlosen Nachmittag. Mergim Fejzullahu sah - ebenso wie Tobias Mohr - seine fünfte Gelbe Karte, weil er den Abstand bei einem Freistoß in der 87. Minute nicht einhielt...

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nächste bittere Niederlage: Alemannia kassiert in Wattenscheid drei Tore