Alemmannia Aachen: Das war die Karriere von Werner Fuchs

20. Todestag von „Mister Alemannia“ : Die Karriere von Werner Fuchs

Werner Fuchs und Alemannia Aachen sind untrennbar miteinander verbunden. Am Tivoli feierte der Trainer seine größten Erfolge, die Alemannia verdankte „ihrem“ Coach die Rückkehr in den Profi-Fußball. Bis heute ist „Mister Alemannia“ bei den Fans unvergessen – und wird es auf ewig sein. Zum 20. Todestag blicken wir zurück auf seine Karriere.

Werner Fuchs war mehr als nur ein Trainer in Aachen. In seinen beiden Amtszeiten am Tivoli prägte er den Verein wie kaum ein anderer Alemannia-Coach. Bis heute ist er bei den Fans unvergessen

Glanzlose Karriere als Mittelstürmer

Werner Fuchs wurde am 25. Oktober 1948 in Kaiserslautern geboren. In seiner Heimatstadt begann er auch seine Karriere als Fußballprofi. 1967 unterschrieb er einen Profivertrag beim 1. FC Kaiserslautern, bei den roten Teufeln kam er aber nur zu einem einzigen Bundesligaeinsatz. Es folgten Stationen beim SV Alsenborn, Hannover 96, Preußen Münster, Salmrohr, Hassia Bingen und dem FC St. Wendel.

Start einer großen Trainerkarriere in Aachen

Seine erfolgreichste Zeit im Fußballgeschäft sollte erst mit dem Job als Trainer kommen. Seine Karriere an der Seitenlinie startete Werner Fuchs bei dem Klub, der später zu „seinem“ Verein wurde: Im Juli 1984 trat er seine erste Amtszeit bei Alemannia Aachen an. Nach turbulenten Zeiten mit sieben Trainern in drei Jahren brachte Fuchs wieder etwas Ruhe in den Klub. Und gleich in seiner ersten Saison sorgte er mit seiner Mannschaft für Furore: Im November führte die Alemannia die Tabelle der 2. Bundesliga an und schaltete in der zweiten Runde des DFB-Pokals den Erstligisten VfL Bochum aus. Und wie! 3:0 fegte die Tivoli-Truppe den damaligen Siebtplatzierten der Bundesliga vom Platz.

Aufstieg in die Bundesliga mit Hertha BSC

Im Juni 1987 endete die erste Zusammenarbeit zwischen der Alemannia und Werner Fuchs. Über die Zwischenstation 1. FC Saarbrücken kam Fuchs im Oktober 1988 zu Hertha BSC. Die Berliner hatte er 1986 mit der Alemannia noch in die Amateur-Oberliga geschickt, mittlerweile spielten sie aber wieder zweitklassig. Zwei Jahre nach der Rückkehr in die 2. Bundesliga führte Fuchs die „Alte Dame“ zurück ins Oberhaus. Ausgerechnet auf dem Tivoli wurde der Aufstieg für Berlin Wirklichkeit.

„So einem müssen die Finger wegfaulen“

Im August 1996 kehrte Fuchs nach Stationen in Braunschweig, Oldenburg und Wuppertal zurück zur Alemannia, die mittlerweile erstmals in ihrer Vereinsgeschichte drittklassig spielte und nach mehrfach verpassten Aufstiegen im Mittelfeld der Regionalliga West/Südwest feststeckte. Der erfahrene Werner Fuchs erzeugte eine neue Aufbruchstimmung und die Rückkehr in den Profi-Fußball wurde angepeilt. Erste Ausrufezeichen wurden wieder einmal im DFB-Pokal gesetzt. In der Saison 1997/98 erreichten die Aachener das Achtelfinale. Im Spiel gegen Waldhof Mannheim sorgte ein zweiter Ball für ein Kuriosum im Deutschen Fußball: Nach der regulären Spielzeit stand es auf dem Tivoli zwischen der Alemannia und Waldhof Mannheim 1:1. In der Verlängerung gab es einen Elfmeter für die Alemannia, Mario Krohm verwandelte im Nachschuss. Doch der Treffer zählte nicht. Aus dem Mannheimer Block wurde ein zweiter Ball aufs Spielfeld geworfen. Am Ende schieden die Aachener im Elfmeterschießen aus. Da waren nicht nur die Spieler und Fans bedient, auch Werner Fuchs hatte kein Verständnis für die Unsportlichkeit des Ballwerfers. „So einem müssten die Finger wegfaulen“, lautete sein Fazit.

Letztes Spiel gegen Preußen Münster

Die Alemannia spielte 1998/1999 eine solide Saison mit Anschluss an die vorderen Plätze. Mit dem Auswärtsspiel in Siegen im März 1999, das die Alemannia dank eines Treffers von Frank Schmidt mit 1:0 gewann, startete die Mannschaft von Trainer Werner Fuchs eine Siegesserie. Die hielt auch am 7. Mai an. Das Heimspiel gegen Preußen Münster gewann die Alemannia mit 1:0. Mannschaft, Trainer und Fans feierten gemeinsam den fast schon sicheren Aufstieg. Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen konnte: Es sollte das letzte Spiel von Werner Fuchs sein.

Das entscheidende Spiel in Erkenschwick – ohne den Trainer

Fünf Tage vor dem wichtigen Ausswärtsspiel gegen Erkenschwick absolvierten Trainer und Mannschaft eine Laufeinheit. Plötzlich brach Werner Fuchs zusammen, er erlitt einen Herzinfarkt und starb mit gerade einmal 50 Jahren. Der Schock bei Mannschaft und Fans war groß, die Trauer überall greifbar. Werner Fuchs hinterließ seine Frau Monika und seinen Sohn Marco. Der damalige Alemannia-Präsident Wilfried Sawalies sagte tief betroffen, dass der Verein nicht nur einen großen Fachmann verloren habe, sondern einen Menschen, der für alle ein Freund gewesen sei. Nur wenige Tage später trat die Alemannia in Erkenschwick an, „weil der Trainer es so gewollt hätte.“ Die Alemannia gewann und machte den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt. Unvergessen bleibt das Tor von Stephan Lämmermann in der 58. Minute zum 2:0-Endstand und sein Lauf zur Werner-Fuchs-Fahne. Die Aachener kehrten zurück in den Profi-Fußball, Mister Alemannia konnte den großen Triumph aber nicht mehr miterleben. Im Stadion schallte es für ihn: „Werner Fuchs, du bist der beste Mann!“

Werner Fuchs – unvergessen

Am 11. Mai 2019 jährt sich der 20. Todestag von Werner Fuchs. Und die Fans der Schwarz-Gelben halten die Erinnerung an „ihren“ Trainer, an „Mister Alemannia“ hoch. Bei jedem Heimspiel hängt die Werner-Fuchs-Fahne, immer wieder gibt es Aktionen rund um den Tivoli, im Stadion oder bei Auswärtsfahrten, um den Mann, dem der Verein so viel zu verdanken hat, zu würdigen.

So zum Beispiel bei einem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli am 11. Mai 2008:

Oder bei einem Trauermarsch am 11. Mai 2013 im Vorfeld des Heimspiels gegen den VfB Stuttgart II:

Am 17. Mai 2014 gab es anlässlich des 15. Todestages eine große Choreo der Fans im Rahmen des Heimspiels gegen die SG Wattenscheid:

Diese wurde mit viel Mühe erstellt:

Werner Fuchs. Trainer. „Mister Alemannia“.

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