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FVM-Pokalfinale 2021: Alemannias viertes Endspiel in Folge

FVM-Pokalfinale 2021 : Alemannias viertes Endspiel in Folge

Ein Sieg für Alemannia Aachen ist nicht unmöglich

Es wirkt fast so, als hätte Alemannia Aachen ein Abo auf das Finale um den FVM-Pokal abgeschlossen: Nach 2018, 2019 und 2020 treten die Schwarz-Gelben am Samstag zum vierten Mal in Folge im Endspiel an. Ein Rückblick auf die vergangenen Spiele und eine Vorschau aufs Finale 2021.

Nach 2018, 2019 und 2020 hat es Alemannia Aachen 2021 zum vierten Mal in Folge ins Endspiel um den FVM-Pokal geschafft. Am kommenden Samstag treffen die Schwarz-Gelben im Sportpark Nord in Bonn auf den Drittligisten Viktoria Köln. Damit kommt es zu einer Neuauflage der Finalpaarung aus dem Jahr 2018. Damals behielten die Kölner mit 2:0 nach Verlängerung die Oberhand.

Ein Jahr später aber belohnten sich die Kaiserstädter für ihre Arbeit. Gegen den damaligen Drittligisten Fortuna Köln siegte die Mannschaft vom Tivoli mit 3:1, sicherte sich die FVM-Trophäe und zog in den DFB-Pokal ein. In der ersten Runde empfingen die Aachener damals Bayer Leverkusen auf dem ausverkauften Tivoli.

Als Titelverteidiger schaffte es die Alemannia auch 2020 wieder ins Finale. Doch statt eines erneuten Triumphes musste man sich dem klassentieferen 1. FC Düren 0:1 geschlagen geben. Das hatten sich alle rund um den Tivoli anders vorgestellt.

In diesem Jahr steht das vierte Endspiel in Folge an. Vorab blicken wir auf die vorangegangenen drei Finalspiele zurück und wagen einen Ausblick auf die anstehende Partie.

FVM-Pokalfinale 2018: Alemannia Aachen – Viktoria Köln 0:2 nach Verlängerung

Ein Sieg wird umso schöner, wenn man vorher feststellen musste, wie sich die Niederlage anfühlt. Und eine ganz bittere Niederlage erfuhr die Alemannia im FVM-Pokalfinale 2018 gegen Viktoria Köln, eben jenen Finalgegner, der auch 2021 zu bespielen sein wird.

Im Endspiel 2018 trafen beide Teams als Ligakonkurrenten aufeinander. Viktoria Köln hatte den ersten Platz, der die Relegation zum Aufstieg in die 3. Liga bedeutete, knapp um vier Punkte verpasst und reise als Vizemeister der Regionalliga West in Bonn an. Die Aachener beendeten die Spielzeit auf dem sechsten Platz – mit fast 20 Punkten Rückstand auf die Kölner.

Doch so deutlich der Abstand in der Tabelle war, so eng ging auf dem Rasen im Finale zu. Nach umkämpften 90 Minuten zeigte die Anzeigetafel ein 0:0 an. Es ging in die Verlängerung. Die Aachener unter Trainer Fuat Kilic gaben alles. Allein das Tor wollte nicht fallen. Die Kölner hingegen zeigten in der Verlängerung, wie abgezockt sie waren: Sven Kreyer brachte sein Team in der 109. Minute in Führung. Kurz darauf sah Aachens Joy-Slayd Mickels die Rote Karte, Mike Wunderlich erzielte in der Nachspielzeit der Verlängerung das 2:0

Pokalfinale: Alemannia verliert nach großem Kampf

Die Aachener reisten enttäuscht zurück an den Tivoli. Dort leckten sie ihre Wunden, um im kommenden Jahr erneut im FVM-Pokal anzugreifen. Und wie!

FVM-Pokalfinale 2019: Alemannia Aachen – Fortuna Köln 3:1

Als Fuat Kilic im Januar 2016 seinen Dienst bei der Alemannia antrat, hatte sich die Mannschaft kurz zuvor mit seinem Vorgänger Christian Benbennek überworfen, Spieler wurden suspendiert und mussten den Klub verlassen, Sportdirektor Alexander Klitzpera war angezählt und nicht sonderlich beliebt bei den Fans, es waren wieder einmal Chaostage am Tivoli.

Doch Kilic moderierte die Streitigkeiten weg, übernahm zusätzlich zum Amt des Trainers noch die Aufgaben des Sportdirektors und brachte Ruhe an die Krefelder Straße. In der Regionalliga West setzte sich die Alemannia in den kommenden Spielzeiten im oberen Drittel fest, der ganz große Angriff auf die Tabellenspitze blieb – auch aufgrund der überschaubaren finanziellen Situation – aus.

Doch im FVM-Pokal zeigte die Alemannia, wozu der Klub und die ganze Stadt in der Lage sein kann. In der Spielzeit 2018/2019 zog man mit Siegen über Union Rösrath (7:0), den SV Schlebusch (3:1), Borussia Freialdenhoven (3:1) und den 1. FC Düren (2:0) ins Finale ein.

Vor der Rekordkulisse von 6645 Fans (rund 5000 davon hielten es mit den Schwarz-Gelben) traf die Alemannia auf den bereits als Absteiger feststehenden Drittligisten Fortuna Köln. Und das Spiel hätte nicht schlechter für die Aachener starten können: Es waren noch keine fünf Minuten gespielt, da lag die Kilic-Truppe auch schon mit 0:1 hinten. Doch der Regionalligist ließ sich davon nicht entmutigen und erzielte noch vor dem Pausenpfiff durch Dimitry Imbongo den Ausgleich.

In der zweiten Halbzeit brachte Stipe Batarilo die Aachener in Führung, Manuel Glowacz machte mit dem 3:1 den Deckel drauf.

Umjubelter Pokalsieg für die Kilic-Elf

Aachen holte sich den Sieg im FVM-Pokal und freute sich auf die DFB-Pokalteilnahme.

Im „großen“ Pokal gastierte dann Bayer Leverkusen auf dem Tivoli. An diesem 10. August 2019 fühlte es sich in Aachen wieder nach Bundesliga an. Zehntausende Fans strömten zum Tivoli, Liveübertragung im Fernsehen, ein spannendes Spiel und die Alemannia vermittelte über weite Strecken das Gefühl, dass sie den haushohen Favoriten aus der Bundesliga und Champions League ärgern konnte. Beim zwischenzeitlichen 1:2 durch Stipe Batarilo war der Tivoli laut wie zuletzt wohl beim Rekordspiel gegen Rot-Weiss Essen (1:0). Am Ende jedoch siegte die Mannschaft um den Ex-Alemannen Kai Havertz mit 4:1.

Die Aachener Anhängerschaft aber war stolz auf ihr Team. Zu Recht an jenem Tag.

FVM-Pokalfinale 2020: 1. FC Düren – Alemannia Aachen 1:0

Wir schreiben den 22. August. Coronabedingt bildete das Finale des FVM-Pokals der Saison 2019/2020 den Auftakt der Saison 2020/2021. Und der hätte für die Alemannia nicht verheißungsvoller starten und frustrierender enden können.

Im Endspiel traf die Alemannia auf den 1. FC Düren, der erstmals in seiner kurzen Vereinshistorie im Finale stand. Der ambitionierte Mittelrheinligist wollte die große Bühne des Finaltags der Amateure nutzen, die Aachener ärgern und im besten Fall seine Chance nutzen und sich den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals sichern. Dort – das stand bereits im Vorfeld fest – wartete der große FC Bayern, der sich gerade erst zum Triple-Sieger gekürt hatte. Mehr Motivation braucht es im Normalfall nicht. Doch die Alemannia definiert „normal“ in der Regel immer zu ihren eigenen Bedingungen.

Nach dem Abgang von Rekordtrainer Fuat Kilic traten die Schwarz-Gelben unter der Leitung des neuen Übungsleiters Stefan Vollmerhausen im Sportpark Nord in Bonn an. Zuvor hatte er sein neues Team schon erfolgreich durch das Halbfinale gebracht (2:1-Erfolg beim FC Pesch). Viele rund um den Tivoli waren siegessicher, die Alemannia war Titelverteidiger, das klassenhöhere Team und damit der Favorit. Doch davon merkte man auf dem Platz nicht viel.

In einer chancenarmen und von Seiten der Alemannia spielschwachen Partie brachte Adis Omerbašić die Rurstädter bereits in der 19. Minuten in Führung. Und die Alemannia? Fand keine Antwort darauf. In diesem Finalspiel zeigte sich bereits, was sich in der anstehenden Spielzeit fortsetzen sollte: In der Defensive gab es immer wieder Unkonzentriertheiten und in der Offensive fehlte die Abschlussstärke.

Die einzige Großchance hatte Neuzugang Nils Blumberg, der erst wenige Stunden zuvor verpflichtet worden war. Kurz nach seiner Einwechslung hatte er den Ausgleich auf dem Fuß, doch Dürens Torwart Kevin Jackmuth hielt den Vorsprung für sein Team fest.

Und so blieb es beim 1:0 für den Mittelrheinligisten. Der Titelverteidiger war seinen Titel los, die Dürener freuten sich über den Pokal und das Spiel gegen die Bayern.

1. FC Düren besiegt Alemannia Aachen mit 1:0

In und um Aachen war die Enttäuschung hingegen entsprechend groß:

FVM-Pokalfinale 2021: Viktoria Köln – Alemannia Aachen

In diesem Jahr kommt es zur Neuauflage der Finalpaarung von 2018. Wieder müssen sich die Aachener mit der Kölner Viktoria messen. Dieses Mal reisen die Kölner allerdings nicht als knapp gescheiteter Aufsteiger nach Bonn, die Viktoria kommt als Drittligist in die ehemalige Bundeshauptstadt. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg aus der Regionalliga West holte der FC erneut 51 Punkte und beendete die Saison auf dem zwölften Platz – eine Platzierung mit der man als mittlerweile zweite Kraft im Kölner Fußball sicherlich leben kann.

Die Aachener hingegen spielten die schlechte Saison der Vereinsgeschichte. Mit noch einem Spiel ausstehend können die Schwarz-Gelben maximal noch auf 46 Punkte kommen, das wären drei weniger als 2013/2014 – bei vier mehr absolvierten Spielen. Gründe dafür gibt es viele: Wie alle anderen Vereine auch hatte die Alemannia mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen. Leere Stadien, häufige Spielausfälle und -verlegungen, wenig bis keine Trainingsroutine, unsichere Planungen. Darüber hinaus trat im Sommer mit Stefan Vollmerhausen ein neuer Trainer seinen Dienst an, der statt des FVM-Pokalsieges zu Saisonbeginn gleich den ersten Rückschlag mit der Niederlage gegen den 1. FC Düren kassierte. Zwar gab es zwischenzeitlich eine Serie von acht ungeschlagenen Spielen in Folge, doch zwischen Mannschaft und Trainer stimmte die Chemie nicht. Nach einem Aufstand einiger Spieler gegen den Coach folgten auf dem Rasen Pleiten, Pech und Pannen, die Konsequenz: Im Februar trennten sich die Wege von Vollmerhausen und der Alemannia wieder.

Seitdem steht das Interimstrainerduo Kristoffer Andersen und Dietmar Bozek in der Verantwortung, doch einen wirklichen Turnaround konnten die beiden nicht schaffen. In der Liga dümpelte die Alemannia weiter vor sich hin, 2021 wurde kein einziges Ligaheimspiel siegreich bestritten und wirklich aufgedrängt hatte sich aus dem Kader auch niemand beim kommenden Trainer Patrick Helmes, der seit der Bekanntgabe seiner Verpflichtung Mitte April regelmäßig die Partien seines neuen Klubs verfolgte.

Lediglich im FVM-Pokal lieferte die Mannschaft Ergebnisse. Coronbedingt startete der Wettbewerb erst spät in der Saison und auch nur in verkürzter Form – was der Alemannia sicherlich zugutekam. Im Viertelfinale mussten die Schwarz-Gelben beim Ligakonkurrenten Bergisch Gladbach ran. Hier zeigte das Team von der Krefelder Straße Moral und Willen.

Nach einem 0:1-Rückstand in der 71. Minute erzielte Marco Müller in allerletzter Sekunde den Ausgleich und brachte sein Team in die Verlängerung. Auch diese war aus Aachener Sicht nichts für schwache Nerven. Erst in der letzten Sekunde kurz vor dem Elfmeterschießen erlöste Oluwabori Falaye die schwarz-gelbe Anhängerschaft mit seinem Treffer zum 2:1.

In der Saison gab es für die Kaiserstädter nicht viel zu feiern, entsprechend groß war die Freude über den Einzug ins Halbfinale.

Dort kam es zum Aufeinandertreffen mit dem FC Wegberg-Beeck, der im Viertelfinale ein Freilos gezogen hatte. In diesem Spiel gab es den bislang einzigen Heimsieg 2021 auf dem Tivoli zu feiern. In einer umkämpften Partie schoss Mergim Fejzullahu mit seinem Treffer in der 16. Minute die Hausherren ins Finale.

Alemannia siegt gegen Wegberg-Beeck mit 1:0

Und alle, die es mit der Alemannia halten, drücken den Schwarz-Gelben natürlich die Daumen.

Der Weg der Viktoria ins Finale war noch ein Stückchen kürzer. Die Kölner zogen im Viertelfinale ein Freilos und mussten erst im Halbfinale ran. Dort gab es aber dann gleich das Derby im Südstadion gegen Fortuna Köln. Die Partie war erst nach 120 Minuten beendet, nach denen die Viktoria nach Treffern von Moritz Fritz und Maximilian Rossmann mit 2:1 die Oberhand behielt.

Die Ligazugehörigkeit und Saisonverläufe der beiden Finalteilnehmer sprechen nicht unbedingt für die Alemannia. Doch ein Blick auf die Finalspiele von 2019 und 2020 zeigt, dass die bislang letzten beiden Endspiele an das jeweils klassentiefere Team gingen. Einmal zur Freude und einmal zum Frust der Alemannia. Sollte auch zum dritten Mal in Folge der Underdog siegen, dürfte in diesem Jahr keiner mit schwarz-gelber Brille etwas dagegen haben.

Auch die Verteilung der Niederlagen und des Sieges sprechen für die Alemannia: 2018 gab es eine Niederlage, 2019 den Pokalerfolg, 2020 eine Niederlage, 2021 müsste dann doch wieder ein Pokalerfolg an der Reihe sein!?

Und im Zweifel gilt immer: Man muss die Chance nutzen, die man nicht hat!

Am Samstag ab 13 Uhr werden wir erfahren, ob die Alemannia die Saison 2020/2021 mit dem Gewinn des FVM-Pokals noch versöhnlich abschließen und sich selbst mit dem Einzug in den DFB-Pokal einen verheißungsvollen Start für die kommende Spielzeit schaffen kann oder ob die Spielzeit endet, wie sie begonnen hat: mit einer Niederlage im FVM-Pokalfinale.

Schafft die Alemannia den FVM-Pokalsieg 2021?

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