Aachen: Alemannia will gegen Wattenscheid neue Euphorie entfachen

Aachen : Alemannia will gegen Wattenscheid neue Euphorie entfachen

Aus der Statistikabteilung kommt wenig Unterstützung vor dem Heimspiel am Montagabend (20.15 Uhr/Sport 1). Noch nie hat Fuat Kilic gegen Wattenscheid 09 gewonnen. Alemannia Aachens Gegnerbilanz war auch schon vor der Ankunft des Trainers nicht erquicklich. In den letzten drei Jahren verließ Wattenscheid 09 den Tivoli jeweils als Sieger.

Welche Rückschlüsse solche Ergebnisse für den anstehenden Vergleich am zweiten Spieltag der Fußball-Regionalliga zulassen? Vermutlich keine, denn jedes Jahr nimmt eine völlig umgekrempelte neue schwarz-gelbe Vereinsmannschaft den Wettkampf auf.

„Das lauteste Auswärtsspiel“

Das neue Team 2018/19 ist dann vor ein paar Tagen zum ersten Mal zu einem Pflichtspiel gefahren. Die Mannschaft hat zwar 1:2 verloren beim deutlichen Ligafavoriten Viktoria Köln, aber das Spiel hat ein paar schöne Erinnerungen geweckt an Zeiten, als Fans sehr zuverlässig ihre Spieler mit zusätzlicher Energie versorgten. „Das war das lauteste Auswärtsspiel, das ich mit Aachen erlebt habe“, strahlte Kilic nach dem Spiel. Später war nicht mehr zu klären, ob der Funke vom Spielfeld auf die Ränge oder doch umgekehrt übergesprungen war. Es war ein emotionaler erster Arbeitstag. Die vielen Neuzugänge erfuhren akustisch, „dass das ein sehr spezieller Verein ist“, fasste Kilic den Betriebsausflug zusammen.

Die Anhänger bekamen im Gegenzug einen ersten Eindruck, „was hier für Typen auf dem Platz stehen“, sagt Kapitän Peter Hackenberg. Das Team 2018/19 wirkt durchaus emotionaler als die Vorjahreskollektion. Spieler wie Marco Müller oder Marcel Kaiser waren mitreißend unterwegs in Köln, die Mannschaft konnte nach ängstlicher erster Halbzeit durchaus zulegen, von der Ersatzbank kamen nachhaltige Impulse. Klassensprecher Hackenberg lobt nicht nur die hohe Kollegialität im Kader. „Die persönliche Einstellung zum Sport und Beruf ist teilweise professioneller als zuletzt“, sagt der 28-Jährige. „Mit dieser Mannschaft können wir noch viel Spaß bekommen“, ist sein erster Eindruck.

Unsicherheit bei Glowacz

Am Montagabend steht dann das erste Livespiel der noch jungen Saison in der Regionalliga an. Etwa 6000 Zuschauer werden gegen Wattenscheid erwartet, das mit dem Ex-Aachener Emre Yesilova anreist. Kilic muss sicher auf Bastian Schmitt verzichten, der nach seinen Knieproblemen in dieser Woche ins Teamtraining zurückkehrt. Leicht gefährdet ist der Einsatz von Marco Müller, der in der vergangenen Woche wegen seiner Schmerzen an der Patellasehne nur dosiert arbeiten konnte.

Kilic überlegt noch, ob er wieder auf den Ex-Wattenscheider Manuel Glowacz setzen soll. In Köln wirkte der Zugang nach seinem Armbruch eher gehemmt. „Das war ein mentales Problem. Ich habe ihn mindestens eine Woche zu früh gebracht“, nimmt der Trainer die „Schuld“ auf sich. Mahmut Temür wurde ebenfalls ausgewechselt. Der spielstarke Mittelfeldmann ist noch nicht „bei 100 Prozent“, mit Extraschichten soll er fit gemacht werden. An Alternativen mangelt es nicht, sowohl Vincent Boesen als auch Blendi Idrizi überzeugten bei ihrem Kurz-Einstand.

Gegen Wattenscheid geht es für die Aachener nicht nur darum, die ersten Punkte zu bunkern. Die Emotion der Fans — das ist der Plan — soll die neu zusammengestellte Gruppe begleiten. „So ein Saisonstart bietet immer die Chance, neue Euphorie zu entfachen“, sagt Hackenberg.

Voraussichtliche Aufstellung: Jakusch - Heinze, Hackenberg, Fiedler - Garnier, Glowacz, Pütz, Müller, Stulin - Boesen, Kaiser

Schiedsrichter: Robin Delfs (Bottrop)

Bilanz: 52 Spiele/18 Siege/7 Remis/27 Niederlagen (72:92 Tore)

TV: 20.15 Uhr/Sport 1

Internet: Liveticker und Video (ab ca. 0 Uhr) hier auf unserer Webseite.

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