Alemannia wechselt wieder den Torwart beim letzten Saisonspiel

Alemannia und die Torhüter : Das nächste Spiel, der nächste Torwartwechsel

Am Ende der Regionalliga-Saison 2018/19 wird Platz 6 stehen, daran wird auch Alemannias finales Saisonspiel am Samstag bei Borussia Dortmund II nichts mehr ändern. Diesen Rang belegte das Team auch im Vorjahr mit 53 Punkten, in diesem Jahr wären bei einem letzten Auswärtssieg beim Tabellennachbarn noch 52 Punkte möglich.

Wie im Vorjahr hängt die Bewertung der Saison noch vom allerletzten Spiel ab, das in einem anderen Wettbewerb ausgetragen wird. Das letzte Ligaspiel dient nach trostlosen Wochen zum Frustabbau, es soll aber auch dazu dienen, ein bisschen Selbstvertrauen zu tanken vor dem Finale gegen Fortuna Köln am nächsten Wochenende.

Für die Klubstatistiker geht am Samstag eine bemerkenswerte Spielzeit zu Ende. Wann gab es schon einmal mehr Torwartwechsel? Stand heute haben Niklas Jakusch (22 Ligaspiele/0 Pokalspiele), Daniel Zeaiter (11/4) und Leon Tigges (1/1) die Aufgaben halbwegs gerecht untereinander aufgeteilt.

Schon in der Vorsaison hatten sich Patrick Nettekoven und Mark Depta regelmäßig abgewechselt. Die hohe Fluktuation auf der Position jedenfalls war nicht geplant, als mit Jakusch, Zeaiter und Tigges drei neue Torhüter im Sommer am Tivoli begrüßt wurden. Eine eindeutige Nummer 1 hat sich auch dieser Saison nicht gefunden, sagt auch Trainer Fuat Kilic. Aus Sicht der Schlussleute waren es ungewöhnliche Monate.

Vor der Saison hatte Jakusch das „Kopf-an-Kopf“-Rennen (Kilic) für sich entschieden. Die ersten Monate verliefen planmäßig, ehe beim Torwart eine „Belastungsstörung“ diagnostiziert wurde. Daniel Zeaiter rückte auf, aber patzerfrei verliefen die Spiele nicht. Schon beim Rückrundenstart sollte die Nummer 3 seine Premiere feiern, aber Leon Tigges machte im Training dann einen so nervösen Eindruck, dass Kilic weiter auf Zeaiter setzte. Der nächste Torwartwechsel hatte medizinische Gründe: Zeaiter humpelte im Spiel gegen den Wuppertaler SV mit einem Faserriss vom Feld, der genesene Jakusch kehrte zurück und erlebte erfolgreiche Wochen.

Vor dem nächsten Pokalspiel entschied sich Kilic erneut zu einem Wechsel, auch mit ein paar guten Paraden von Zeaiter wurde das Finale erreicht.

Beim letzten Heimspiel bekam dann auch noch Tigges sein „Belohnungsspiel“, bevor der 20-Jährige nach einem Jahr den Tivoli wieder verlässt. Kilic will nun beim anstehenden Saisonkehraus in Dortmund seine Pokalformation schon einmal aufbieten, und im Tor wird stehen: Jakusch. Formkurve und auch Anforderungsprofil für das letzte Spiel würden für den 29-Jährigen sprechen, sagt Kilic. „Fortuna Köln verfügt über eine enorme körperliche Präsenz und Wucht im Strafraum.“ Und so ist die Nummer 1 aus dem ersten Saisonspiel auch die Nummer 1 im letzten Saisonspiel.

„Für uns Torhüter war es eine besondere, für mich war es natürlich eine schwierige Spielzeit“, sagt Jakusch. Der Leistungssportler kämpfte an mehreren Fronten, und ziemlich am Ende der Saison klingt es nach einem Punktsieg. „Mir geht es gut, nicht perfekt, aber ich bin auf einem sehr vernünftigen Weg“, sagt er. Zuletzt, so berichten es die Kollegen, habe er im Training „einfach überragend“ gehalten.

Die Torwartfrage für die nächste Spielzeit ist damit noch nicht beantwortet. Tigges ist schon verabschiedet. Der Vertrag von Jakusch läuft in ein paar Tagen aus, der von Zeaiter umfasst noch die nächste Saison. Mit beiden Schlussleuten sind noch „Standortgespräche“ geplant, sagt Kilic.

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