Wattenscheid: Alemannia siegt gegen Bochum: Ein Schritt zur Planungssicherheit

Wattenscheid : Alemannia siegt gegen Bochum: Ein Schritt zur Planungssicherheit

Am Abend nach dem Wahlmarathon betrieb der Verein wieder sein Kerngeschäft — und kam dem Ziel, frühzeitig für Planungssicherheit in der Regionalliga zu sorgen, einen großen Schritt näher.

„Wir haben den Abstand zu den Abstiegsplätzen nicht nur gewahrt, sondern ausgebaut“, strahlte der starke Marco Neppe nach Alemannia Aachens 1:0 im Wattenscheider Lohrheidestadion gegen die „Zweite“ des VfL Bochum. Die Mannschaft von Cheftrainer Peter Schubert verlängerte dabei ihre Auswärtsserie auf sechs Spiele ohne Niederlage; mit leeren Händen kam man zuletzt vor knapp fünf Monaten aus Düsseldorf zurück.

„Ich wusste“, sagte Schubert, „dass in der zweiten Halbzeit noch ein gehöriges Stück Arbeit auf uns zukommen würde.“ Bis zur Pause hatte Alemannia die Partie im Griff, „in der zweiten Halbzeit haben wir nur noch Löcher gestopft gegen einen Gegner, der ums Überleben kämpft“ (Neppe). Aber: „Es zeichnet uns aus, dass wir solche Spiele inzwischen über die Zeit bringen. Und darauf bin ich stolz.“

Dieser 14. März war ein besonderer Tag. Aimen Demai, der Anfang August 2012 in Saarbrücken seine letzte Halbzeit für Alemannia gespielt hatte, gehörte nach Knorpelschaden und Oberschenkelverletzung endlich wieder dem Kader an. Zu seinem Debüt im Aufgebot kam Cedric Wilmes als zweiter Torwart. Auf dem Feld stand die Elf, die auch beim 1:1 in Lotte begonnen hatte — mit dem entsperrten Neppe (für Niko Opper) und Rafael Garcia (für Marvin Ajani, der nicht mal zum Kader gehörte). Entledigt war Alemannia eines potenziellen Störenfrieds: Sven Kreyer, verantwortlich für die Hälfte (13) aller Tore der zweitschwächsten Offensive der Liga und Schütze des Siegtreffers in der Hinrunde, füllte Bochums Profikader in Aalen auf.

Alemannia ließ den „kleinen“ VfL zehn Minuten lang rumtoben, ohne dass ernsthafte Gefahr entstanden wäre. Dann warf vor allem Neppe immer wieder den Motor an, um das Spielgeschehen in die richtige Richtung zu verlagern. Der „Sechser“ leitete die erste Chance ein, Domagoj Duspara steckte durch zu Dennis Dowidat, dessen Flachschuss am Pfosten vorbeiging (13.). Fünf Minuten später versuchte es Neppe selbst aus der Distanz.

Aachen spielte die Partie sachlich und kontrolliert herunter und wartete auf seine Chance. Nach 31 Minuten war es so weit: Garcia hatte den Blick für Dowidat, der Linksaußen kam über rechts und düpierte VfL-Keeper Dornebusch mit einem Schuss durch die Beine — Saisontor Nummer fünf. Den Plan von Bochums Trainer Thomas Reis („Wir müssen Alemannia beschäftigen und dadurch zu Fehlern zwingen“) ließen die „Men in black“ (Aachen spielte ganz in Schwarz) nicht zur Entfaltung kommen.

Kaum noch Entlastung

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit ändern. Alemannia verspürte nun Druck, die Ballbesitzquote sank, in den Zweikämpfen dominierte der VfL. Doch außer ein paar Distanzschüssen brachte Bochum nichts zustande. Die Gäste sorgten nur selten noch für Entlastung, die wenigen Kontermöglichkeiten waren zum Scheitern verurteilt, weil das Personal nicht schnell und stark genug aufrückte.

Dowidat klagte über Leistenprobleme und ging vorsichtshalber raus, am Ende spielte Sascha Marquet in der Offensive den Alleinunterhalter. Peter Schubert verdichtete aus gegebenem Anlass das Mittelfeld durch die Einwechslungen von Opper und Florian Abel. „Die Jungs haben wieder alles gegeben“, der Coach wird es belohnen — mit zwei freien Tagen.

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