Abend der schönen Tore: Alemannia lässt Aufsteiger Haltern keine Chance

Abend der schönen Tore : Alemannia lässt Aufsteiger Haltern keine Chance

Erster Saisonsieg für die Alemannia

Der erste Saisonsieg der Alemannia gegen den TuS Haltern fällt mit 3:0 noch zu niedrig aus. 6300 Zuschauer sehen eine einseitige Partie, in der die Alemannia von Anfang an den Ton angibt.

Ein paar Unterschiede zu Alemannias letztem Heimspiel ließen sich schon vor dem Anpfiff ausmachen. Etwa jeder fünfte der 30.000 Besucher beim Pokalspiel interessierte sich auch für den Ligaalltag. Ein anderer Unterschied war nicht so leicht für die 6300 Besucher zu erkennen. Gegen Leverkusen war der Untergrund lang und trocken, jetzt gegen TuS Haltern sollte ein kurzgemähter, feuchter Rasen der spielerisch talentierteren Mannschaft Vorteile verschaffen.

Ansonsten ging es dem Team natürlich darum, die Pokalleistung möglichst unterschiedsfrei auch gegen den TuS Haltern am See abzurufen. „Das ist uns eindrucksvoll gelungen“, zog Fuat Kilic den Hut vor seiner Mannschaft. Das 3:0 war jedenfalls geeignet, die eigenen Ambitionen zu unterstreichen, auch wenn der erste Saisonsieg um etwa drei, vier Tore zu niedrig ausfiel.

Kilic hatte seine Mannschaft nach dem Ausfall von Kapitän Peter Hackenberg (Knochenödem, Sportpause vorerst bis Sonntag) neu sortiert. Er wählte ohne ihn die offensivere 3-4-3-Variante.

Halterns Trainer Magnus Niemöller erwartete die Aachener nach dem mageren Punktestart „wütend und dominant“. Er wurde bestätigt. Alemannia ballerte wie die dicke Bertha drauflos. Nach 200 Sekunden konnten die Gäste auch an der Anzeigentafel ablesen, dass sich die Gastgeber einiges vorgenommen hatten.

So jubeln Sieger: Alemannias Stipe Batarilo fängt André Wallenborn nach dessen Treffen zum  2:0 gegen Haltern ein. . Foto: Wolfgang Birkenstock

Alemannias frühes 1:0 (4.) war ein Treffer zum Einrahmen. Matti Fiedler wechselte die Seite, David Bors und André Wallenborn spielten sich durch, dessen Rückpass zimmerte Florian Rüter vom Elfmeterpunkt aus hoch ins Netz.

Die Richtung war vorgegeben, Alemannia tat etwas für den Seelenhaushalt des Publikums. Die Mannschaft schnupperte sofort am 2:0. Nach 14 Minuten verhinderte Gästekeeper Tim Oberwahrenbrock gleich zwei Mal den nächsten Einschlag. Erst wehrte er bravourös einen Schuss aus sechs Metern von Bors ab, Sekunden später rettete er auch gegen Wallenborn.

Oberwahrenbrock war ein ziemlich starker Rückhalt für sein gestresstes Team. Als nächstes kratzte er einen Volleyschuss des unternehmungslustigen Florian Rüter noch um den Pfosten (23.). Aber manchmal profitierte er auch davon, dass Bors & Co im Strafraum eher überhastet agierten und damit schlechte Entscheidungen trafen. Stipe Batarilo zum Beispiel konnte unbedrängt einen Flankenball annehmen, um ihn dann Halterns Keeper in die Hände zu schieben (35.).

Dessen Mitspielern liefen ihren Gegenspielern hinterher wie staunende Grundschüler ihrer Lehrerin durch das Heimatmuseum. „Wir waren durchaus beeindruckt von der Atmosphäre“, räumte Halterns Trainer Niemöller später ein. Seine Amateure, die größtenteils bis zum Mittag noch gearbeitet hatten, unternahmen nur zwei erfolgversprechende Ausflüge.

Ein Heber von Nils Eisen ploppte ans Außennetz (8.), ein anderes Mal musste Kapitän Alexander Heinze den entflohenen Ex-Mitspieler Arda Nebi noch einfangen (17.). Aachen hatte die Sache im Griff, schon bis zum Wechsel wurden 9:1 Ecken und ähnliche viele Chancen notiert.

So blieb es unnnötig spannend, die Gäste schöpften neue Hoffnung. Stefan Oerterer bekam sogar eine gute Chance zum Ausgleich (55.).

Alemannia grübelte, aber die kurze Phase beendete André Wallenborn auf ausnehmend schöne Art. Vom Strafraumeck knallte er den Ball per Drop-Kick in den Winkel (61.). „Wir müssen an unserer Chancenauswertung zwar noch arbeiten“, urteilte der Torschütze nach dem Spiel. „Ansonsten haben wir heute die Zügel zu keinem Zeitpunkt schleifen lassen.“

Sein 2:0 schloss viele Räume auf, der eingewechselte Steven Rakk nutzte eine der vielen Möglichkeiten zum 3:0 (88.). Mit dem ungefährdeten Erfolg kletterte Alemannia rekordverdächtig von Rang 19 auf Platz 9.

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