Wuppertal: Alemannia in Wuppertal: In Unterzahl einen Punkt gerettet

Wuppertal: Alemannia in Wuppertal: In Unterzahl einen Punkt gerettet

Als es zum letzten Mal im Stadion am Zoo um Punkte gegangen war zwischen dem Wuppertaler SV und Alemannia Aachen, da hieß der Trainer der Schwarz-Gelben Werner Fuchs; Mario Krohm und Thomas Lasser waren die Torschützen zum 2:1-Erfolg.

Man schrieb den 14. November 1998, und am Ende der Spielzeit sollte Alemannia endlich in die 2. Liga zurückkehren. Am Montagabend nun traf man sich in der Viertklassigkeit wieder, beide Teams mehr als ordentlich in die Saison gestartet, und beide Serien hielten: Mit dem 2:2 vor 6221 Zuschauern blieb der WSV auch im siebten Saisonspiel ungeschlagen, Alemannia in der vierten Auswärtspartie unbesiegt.

Es gehört zum legitimen Geschäft eines Fußballlehrers, auch mal eine Nebelkerze zu werfen. Fuat Kilic hatte im Vorfeld laut über die eine oder andere Neubesetzung nachgedacht — schließlich ließ Alemannias Chefcoach alles wie beim letzten Sieg. Doch so schnell wie sein Team gegen den Bonner SC in Führung gegangen war, so schnell lag es diesmal zurück. WSV-Kapitän Manno schlug einen Freistoß in den Strafraum, Hagemann wollte ablegen, wurde geblockt, aus dem Hinterhalt kam der Ex-Aachener Kai Schwertfeger an den Ball und sorgte für Alemannias ersten Auswärts-Gegentreffer in dieser Saison (7.)

Defensive in der Bredouille

Das warf Kilics Pläne einigermaßen über den Haufen. Seine Mannschaft hatte souverän begonnen, Ernst luchste Aydogmus den Ball ab, flankte, Göddes Kopfball wurde zur Ecke abgefälscht (3.). Nach der Führung entdeckte der Aufsteiger seine freche Seite, Grebe zog aus der Distanz ab und verfehlte das Ziel nur knapp. Die in den ersten sechs Spielen so stabile Defensive geriet ungewohnt oft in die Bredouille, Alemannia brauchte Zeit, um sich wieder zu sortieren und das Spiel dorthin zu verlagern, wo es hin sollte.

Beste Chance in der Folge: Dowidat zog aus 14 Metern ab, Gödde hielt den Fuß hin, Wuppertals Keeper Wickl parierte spektakulär (19.). Und fünf Minuten vor der Pause klärte Wuppertal eine Freistoß-Hereingabe von Dowidat zur Ecke. Längst war der Gegner wieder in die Position des Reagierenden gedrückt — die Gefahr eines Konters blieb indes latent.

Es war ein Risikospiel, auch um den Platz herum. In der Pause formierten sich Polizeikräfte, um Aachener davon abzuhalten, die Gegentribüne zu entern.

Fuat Kilic reagierte auf den Rückstand mit der Einwechslung von Mohr für den wirkungslosen Fejzullahu. Die erste Aktion hatten aber die Gastgeber, Hagemann vergab freistehend vor Nagel. Für (ungewünschte) Farbe auf Aachener Seite sorgten zunächst nur die, die sich als Anhänger ausgeben, mit dem Zünden von Bengalos. Und dann machte es auch Necirwan Khalil Mohammad bunt — der Alemanne, gerade erst verwarnt, sah Gelb-Rot (56.).

Unglaubliche Entschlossenheit

Die Partie wurde immer hitziger, Gödde reklamierte vergeblich einen Elfmeter für sich. In Unterzahl kam Alemannia zurück: Dennis Dowidat hielt aus 25 Metern drauf, der Ball schlug unhaltbar in den Giebel ein (60.). Ein Tor voller Kraft und Wille.

Die dezimierte Mannschaft wollte mehr, und sie holte sich mehr. Sie konterte, Rüter passte auf Kapitän Staffeldt, seine Hereingabe drückte der blankstehende Philipp Gödde zum 2:1 über die Linie (68.). Mit unglaublicher Entschlossenheit hatte Alemannia ein extrem schwieriges Spiel gedreht, und das Team arbeitete energisch daran, sich die Früchte nicht mehr nehmen zu lassen. Neun Minuten vor Schluss dann doch wieder Ernüchterung: Manno traf mit einem Freistoß zum Ausgleich. Es war der Schlusspunkt hinter einer Partie voller Emotionen.