Aachen: Alemannia gegen Viktoria Köln: Die Netzschau

Aachen : Alemannia gegen Viktoria Köln: Die Netzschau

Am 16. Dezember 1900 gründeten 18 Schüler den „Fußballclub Alemannia“. 117 Jahre später sollte der Geburtstag im Regionalligaspiel gegen Viktoria Köln gefeiert werden. Zweimal musste das Spiel wetterbedingt abgesagt werden, sodass es erst im Mai 2018 stattfand. Aus Aachener Sicht hätte man es bei der Absage belassen sollen. Unsere Netzschau zum 0:4 der Schwarz-Gelben gegen den amtierenden Meister Regionalliga West.

Zum 117. Geburtstag hatte sich die Alemannia das Ziel 11.700 Zuschauer gesetzt. Für die Feier gab es Sonderpreise und vor allem Geschäftsführer Martin vom Hofe tat alles, um die Aachener zu einem Besuch auf dem Tivoli zu bewegen. Nach zwei wetterbedingten Absagen wurde ein dritter Anlauf zur Austragung der Partie auf den 2. Mai 2018 datiert. Aber wurde die Partie zuvor wirklich nur wegen des Wetters abgesagt? Alemannias Geschäftsführer erzählte in einem Video die wahre Geschichte hinter der Spielansetzung:

Und dann zeigte der Kalender endlich den 2. Mai. Die Geburtstagsparty konnte nachgeholt werden. Und für alle Schwarz-Gelben kam die beste Nachricht des Tages noch vor dem Anpfiff: Die schwarze Null steht, der Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering kündigte seinen Abschied an.

Gespielt wurde dann aber auch noch. Zumindest war das so geplant, für die Aachener kam es dann ganz anders. Die Viktoria hingegen sollte ihren Torrausch weiter ausleben können. Doch der Reihe nach. Alemannias Trainer Fuat Kilic bot im Spitzenspiel nominell seine stärkste Elf auf:

Auf den Rängen erwarteten 11.700 - 3.400 (=8.300) Zuschauer die Mannschaften und zum 117-jährigen Jubiläum der Kartoffelkäfer gab es auch noch eine Choreo im Stehplatzbereich. Für ein gutes Spiel war also alles angerichtet.

Und bis zur 7. Minute sah das Geschehen auf dem Rasen auch noch in Ordnung aus, dann allerdings schlug Viktorias Mike Wunderlich zu und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung.

Dabei blieb es allerdings nicht. Aachen kam einfach nicht ins Spiel, die Kölner hingegen erspielten sich Chance um Chance. Zum ersten Mal in der Saison waren die Hausherren hoffnungslos unterlegen, produzierten Fehler am laufenden Band und ein Angriffsspiel fand fast gar nicht statt. Zusammengefasst verlief die Partie aus schwarz-gelber Sicht so:

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Golley (21.) und zweimal Handle (37. und 41.) erhöhten noch vor dem Pausenpfiff auf 4:0 für die Viktoria. Das Halbzeitfazit fiel entsprechend ernüchternd aus:

Nach der Pause nahm die Alemannia gefühlt ein wenig mehr am Spiel teil, Chancen blieben allerdings Mangelware. Köln hingegen hätte das Ergebnis durchaus noch ein wenig in die Höhe schrauben können, tat es aber zum Glück für die Aachener nicht.

Die Fans auf den Rängen standen zu ihrem Team und honorierten die bisher gezeigten Leistungen in der Saison. Zudem wurde eins noch einmal ganz deutlich herausgestellt: „Aber eins, aber eins, das bleibt bestehen, Alemannia Aachen wird nicht untergehen. Niemals!“

Tore fielen in der zweiten Halbzeit nicht mehr, die VIktoria entführte mit ihrem 4:0-Sieg drei wichtige Punkte im Aufstiegskampf vom Tivoli und bleibt so am Spitzenreiter aus Uerdingen dran. Das Fazit der Gäste fiel entsprechend positiv aus:

Die Alemannia hingegen betrieb in diesem Spiel nicht unbedingt Werbung in eigener Sache. Und wenn die Partie auf ein Bild reduziert werden kann, dann lohnt sich ein Blick auf den Instagram-Post von "kaki_puh":

Es war aber der erste deutliche Ausrutscher nach unten in dieser Saison. Und an einem Tag, an dem es einfach nicht rund läuft und die Leistung nicht stimmt, ist Viktoria Köln sicher auch der falsche Gegner. Mit dem Abpfiff des Grusel-Kicks wussten die meisten Fans das Spiel aber richtig einzuordnen. Vor der Saison hätte sicher jeder in Aachen den vierten Platz zu diesem Zeitpunkt der Saison dankend angenommen und ein ganz großes Spiel steht ja auch noch aus: Am Pfingstmontag bestreiten die Schwarz-Gelben das FVM-Pokalfinale und spielen um den Einzug in den DFB-Pokal. Eventuell trifft die Kilic-Elf dann erneut auf Viktoria Köln.

Unter den 8.300 Zuschauern waren auch ein paar Erstbesucher. Trotz der dürftigen Leistung an diesem Tag konnte die Tivoli-Atmosphäre und das Band zwischen Fans und Mannschaft überzeugen und hat zumindest eine neue Anhängerin gefunden:

(bph)
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