Düsseldorf: Alemannia: Fejzullahu-Festspiele beim 3:0 in Düsseldorf

Düsseldorf: Alemannia: Fejzullahu-Festspiele beim 3:0 in Düsseldorf

Das Wesentliche des Spiels ging glatt wie eine Examensprüfung, deren Aufgaben vorher bekannt waren. Alemannia siegte souverän 3:0 bei Fortuna Düsseldorf. Das Ergebnis spiegelte nicht einmal annähernd die Kräfteverhältnisse an diesem Tag wider. „Wir sollten demütig bleiben“, trat Fuat Kilic dennoch hochzufrieden die Heimfahrt an, obwohl sich das Torverhältnis noch hätte bequem weiter auspolstern lassen.

Für die Gastgeber war es das erste Heimspiel nach drei Wochen Winterpause, der Auftakt wäre fast optimal verlaufen. Moritz Montag kam unbedrängt nach dem ersten Eckball zum Kopfball, Mark Depta zeigte früh einen seiner vorzüglichen Reflexe. Gespielt waren da sieben Minuten — und es war schon Fortunas letzte Gelegenheit für lange Zeit. Peter Hackenberg hätte sich wiederum nach Aachens erster Ecke nach Jahren noch einmal in Alemannias Torschützenliste eintragen können.

Im Fünfmeterraum rettete Torwart Max Schijns per Fußabwehr (11.). Schon früh hatten die Zuschauer im Paul-Janes-Stadion beobachtet, wer als „Spieler des Tages“ in Frage kam. Mergim Fejzullahu schüttelte seine Verfolger so beiläufig ab, wie man Staub von der Schulter wischt. Zu bremsen war er an diesem Frühlingstag allenfalls mit rustikalen Mitteln. Fejzullahu war auf die ungewohnte linke Seite gewechselt, um immer wieder nach innen zu ziehen.

Nach 15 Minuten wieselte der Stürmer 60 Meter über den Platz, um zu Manuel Konate-Lueken durchzustecken. Freistehend vergab er die De-Luxe-Chance gegen Fortunas Torwart. Konate-Lueken stand erstmals in der Startformation, Trainer Fuat Kilic hatte auf den überschaubaren Vortrag bei RW Oberhausen mit vier Änderungen reagiert. „Er hat sich einfach aufgedrängt“, sagt Kilic über den Angreifer, der im Winter vor einem Wechsel stand.

Die Fejzullahu-Festspiele gingen weiter. Der abenteuerlustige Angreifer mit Düsseldorfer Vergangenheit zog wieder mal los, Doppelpass mit Joy-Slayd Mickels, und aus spitzem Winkel schob er ein zum überfälligen 0:1 (22.). Es war noch nicht sein letztes Wort, ein paar Sekunden später traf er nach dem nächsten Solo nur die Handschuhe des strapazierten Keepers. Kurz vor seinem Halbzeitpfiff registrierte Philip Holzenkämpfer einen Schlag von Anderson Lucoqui ins Gesicht von Joy-Slayd Mickels. Der Schiedsrichter pfiff die Aktion im Strafraum auch ab — aber nur, damit Aachens Stürmer behandelt werden konnte.

Die Verhältnisse waren dann doch schnell ohne Hilfe des Spielleiters geklärt. Nils Winter dribbelte sich in die gefährliche Zone durch, seine Vorlage knallte Fejzullahu noch an die Latte, den Abpraller verwandelte Mickels durchaus artistisch zum 0:2 (48.) . „Ich musste liefern, und ich habe geliefert“, war der Mittelstürmer durchaus zufrieden an diesem Tag.

Damit war schon die Gegenwehr erloschen. Fejzullahu kam noch einmal am Elfmeterpunkt zum Abschluss, Kapitän Jannik Schneider verhinderte resolut dessen elften Saisontreffer. Es war die letzte Aktion des Albaners, der mit muskulären Problemen aufgeben musste, eine Untersuchung ist für den Wochenanfang geplant.

Rote Karte gegen Düsseldorf

Es blieb auch ohne ihn einseitig, Aachens Abwehr ließ nur noch ein paar harmlose Fernschüsse zu. Vorne köpfte der aufmerksame Alexander Heinze Aachens nach einem Eckball zum 3:0 ein (85.). In den letzten Minuten vergaben die Gäste noch Chancen im Minutentakt. Leroy Kwadwo kratzte einen Mickels-Ball von der Torlinie (90.). Fortuna beendete das Spiel in Unterzahl, Kianz Froese ließ sich noch gegen Mickels zu einer Tätlichkeit hinreißen, was sein Trainer Taskin Askoy „als einfach dämlich“ einstufte. „Das tut fast mehr weh als die Niederlage gegen heute deutlich bessere Aachener.“

Die „deutlich besseren Aachener“ stehen wieder auf Tabellenplatz 3. Die Ambition für die nächsten Wochen? „Wir wollen Spaß haben und die Mannschaften in der Spitzengruppe unter Stress setzen“, sagt Fuat Kilic. Der Rest ergibt sich im besten Fall von allein.

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