Alemannia: Die Mannschaft trifft besonders häufig aus der Ferne

Alemannia Aachen : Die Mannschaft entdeckt Fernschüsse als neues Stilmittel

Garnier erwartet eine "fiese Truppe"

Drei der vier letzten Spiele hat die Alemannia gewonnen. Das hängt sehr mit einem „neuen“ Stilmittel zusammen: Das Team ist gerade sehr erfolgreich mit Fernschüssen. Das soll sich am Sonntag auch beim Bonner SC nicht ändern.

Als Alemannia das letzte Mal den Sportpark Nord in Bonn verließ, war die Stimmung durchaus prächtig. Im Bus wurde gesungen, das Bier kreiste - und vorne stand der Pokal, den das Team an diesem schönen Samstag im Mai mit nach Aachen nehmen durfte. Am Sonntag reist das Team wieder in den Sportpark, auf der Tagesordnung steht nun ein Ligaspiel beim Bonner SC.

Bier auf der Rückfahrt wird es nicht geben, aber gerne würde Trainer Fuat Kilic wieder eine fröhliche Gesellschaft im Bus hinter sich erleben. Der positive Trend der letzten Wochen soll verstärkt werden. In der offiziellen Sprachregelung orientiert sich das Team zwar weiterhin von Spiel zu Spiel. „Wir fokussieren uns nur auf uns.“

Kilic: "Dürfen nicht in Schönheit sterben"

Aber wahrscheinlich hat Alemannia durchaus wohlwollend registriert, dass Konkurrenten wie der SV Rödinghausen oder RW Essen in dieser Phase nicht unbezwingbar sind. „Diese Liga ist brutal, und es wird bis zum Ende ganz eng bleiben“, prognostiziert Kilic jedenfalls.

Seine Mannschaft hat drei der letzten vier Spiele gewonnen. Das liegt vor allem an einer unerwarteten Entwicklung. Alemannia ist der König der Fernschüsse in der Liga. Im Strafraum klemmt es weiterhin, aber aus der Ferne treffen Boesen, Bösing, Batarilo, Garnier, Rakk und Schmitt auf einmal. Dessen Treffer vom Wochenende gegen den SV Lippstadt steht auch zur Auswahl in der Sportschau, wenn das „Tor des Monats“ gesucht wird.

Eine Erklärung für die Treffer-„Inflation“ außerhalb des Strafraums, hat auch Kilic nicht. Fernschüsse standen nie auf einer roten Liste. „Die Sicherheit wird größer, wenn sich die Erfolgserlebnisse einstellen“, sagt Robin Garnier, der ein gutes Beispiel für das „neue“ Stilmittel ist. Im Strafraum traf er zuletzt gegen Lippstadt häufig falsche Entscheidungen, weil er immer noch Mitspielern einen Treffer servieren wollte. Dann aber fackelte er nicht lange, als ihm der Ball 17 Meter vor dem Tor vor die Füße rollte...

Die Mannschaft verlässt Aachen bereits am Samstag in Richtung Sportschule Hennef. Für den Mieter Alemannia ist aktuell kein Platz am Tivoli, der DFB hat sich aufgrund des Frauen-Länderspiels ziemlich breit gemacht. Selbst Kilic wurde am Freitag von Sicherheitskräften eher unfreundlich vertrieben, als er auf dem Stadionumgang Interviews geben wollte. Die Kosten für die Übernachtung in der Sportschule übernimmt jedenfalls die Stadion-Gesellschaft.

Der Trainer hat allenfalls einen Grund, seine Formation zu ändern. Florian Rüter zwicken die Adduktoren, am Freitag kehrte er ins Training - ebenso wie der kniegeplagte Peter Hackenberg - zurück. Fällt der Rechtsaußen aus, dürfen Kai Bösing oder Manuel Glowacz auf eine Beförderung in die Startformation hoffen. Kilic wird vor dem Anpfiff noch einmal an das Pokalfinale in Bonn erinnern. „Auf dem kleinen Platz haben wir uns immer wohlgefühlt“, sagt auch Robin Garnier. Die Mannschaft will nicht nur aus der Ferne, sondern auch in der Ferne erfolgreich sein. Der Pokal bekommt dann am Montag noch einmal eine Bedeutung, wenn die erste Runde (19./20. Oktober) ausgelost wird.

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