Aachen: Alemannia Aachens Trainer droht eine lange Sperre

Aachen: Alemannia Aachens Trainer droht eine lange Sperre

Am Sonntag hat Jonas Seeland dann einen Sonderbericht nach seinem Einsatz am Tivoli geschrieben. Der Schiedsrichter der Partie zwischen Alemannia Aachen und Wattenscheid 09 in der Fußball-Regionalliga erhebt nach Informationen unserer Zeitung darin schwere Vorwürfe gegen Aachens Trainer Fuat Kilic.

Der sei in der Schlussphase des Spiels völlig ausgerastet, nachdem sein Team einen Elfmeter nicht erhalten habe. Daraufhin habe Kilic den Schiedsrichterassistenten verbal heftig attackiert und ihn an der Schulter gepackt. Mehrere Aachener Betreuer hätten Kilic zurückgezogen. Der 44-Jährige habe sich wieder losgerissen, sei erneut in Richtung des Assistenten gelaufen, so dass dieser sogar Schläge befürchtete, steht im Bericht. Die Männer hätten sich Stirn an Stirn gegenübergestanden, Kilic habe den Kontrahenten in den Bauch gekniffen, ist dokumentiert. Später sei es zu weiteren Beleidigungen durch die Aachener gekommen, eine konkrete Zuordnung trifft der Spielleiter nicht.

In der Schiedsrichterkabine sei die Konfrontation weitergegangen, berichtet Seeland. Gerade als man den Raum von innen abschließen wollte, sei Kilic in den Raum gestürmt, so dass einer der Männer fast von der auffliegenden Türe getroffen wurde. Wieder gab es Tumulte, Alemannias Kapitän Nils Winter habe versucht, seinen Trainer aus der Kabine herauszuziehen. Erst als einer der Assistenten, Philipp Hüwe, sich als Polizist zu erkennen gab und mit einer Anzeige drohte, habe Kilic die Kabine verlassen.

Aachens Trainer droht vom Verband nun eine empfindliche Strafe, falls die Kammer dem Bericht folgen sollte. Bei einer Tätlichkeit, selbst in einem leichten Fall, droht eine achtwöchige Sperre. Bei gravierenden Verstößen droht sogar ein Berufsverbot zwischen sechs und 24 Monaten. Nach Spielende hatte Kilic sich über den zeitweise arroganten Umgang mit der Trainergilde mokiert: „Wir sind die ungeschützteste Berufsgruppe, die es gibt.“ Eine Nacht später hatte der 44-Jährige, der bislang nie auffällig geworden ist, eingeräumt: „Ich bin auch nur ein Mensch und habe überreagiert. Ich entschuldige mich für alles, was passiert ist.“

Kilic und auch Insolvenzverwalter Christoph Niering wollten sich am Dienstag mit Hinweis auf das schwebende Verfahren nicht äußern. Alemannia ist bereits vom Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert worden. Eher unwahrscheinlich ist, dass das Verfahren schriftlich beendet wird. Wahrscheinlicher ist eine zeitnahe Sitzung der Spruchkammer in Duisburg. Der Vorsitzende Hubert Jung aus Zülpich war am Dienstag nicht zu sprechen.