Alemannia Aachen verliert 2:1 gegen Bonner SC: Gedenken an Wener Fuchs

Choreo in Gedenken an Werner Fuchs : Alemannia verliert im letzten Heimspiel

Alemannia verliert letztes Heimspiel gegen Bonner SC

In den letzten Minuten vor dem Anpfiff wurde es emotional. Mit einer beeindruckenden Choreographie gedachten die Anhänger von Alemannia Aachen ihrem vor 20 Jahren verstorbenen Aufstiegstrainer Werner Fuchs.

Es hätte der gefühlsbetonte Höhepunkt des Tages sein sollen, aber als das letzte Heimspiel der Saison beendet war, kochten die Emotionen über.

Das lag auch ein bisschen am Ergebnis; die Aachener unterlagen dem Kellerkind Bonner SC nach einer über weite Strecke enttäuschenden Vorstellung mit 1:2. Viel mehr hatte es aber damit zu tun, dass es nach dem Schlusspfiff zu einer Rudelbildung kam. Vorausgegangen war ein Wortgefecht zwischen Dimitry Imbongo und Bonns Adis Omerbasic, das wenig konstruktive Gespräch sorgte für eine ausgewachsene Nachspielzeit. Auch die Trainer waren involviert in die Rangelei, und sie führte zu dem Ergebnis, dass Fuat Kilic am Ende des Arbeitstages allein auf dem Podium des Presseraumes Platz nahm.

„Es ist sehr schade, dass nach dem Spiel so etwas passiert“, sagte Alemannias sichtlich enttäuschter Coach. „Da sind Sachen vorgefallen, zu denen ich mich nicht äußern werde, die sind nicht in Ordnung gewesen. Wenn man gewinnt, sollte man das auch mit Anstand machen.“ Die sportliche Betrachtung viel ebenfalls wenig erfreulich aus. „Wir haben nicht das investiert, was der Gegner geleistet hat. Er war griffiger, er war giftiger, er war bissiger und williger. Wir hatten zu viele Spieler auf dem Platz, bei denen ein paar Prozent gefehlt haben.“

Verabschiedung von Tigges, Stulin und Temür

Alan Stulin und Mahmut Temür hatten das Feld vor dem Anpfiff betreten. Das Duo wurde zusammen mit Leon Tigges, der kurz darauf zu seinem ersten Ligaeinsatz für die Alemannia kam, offiziell verabschiedet. Für den jungen Keeper war es ein undankbares Spiel, bereits nach zwölf Minuten musste er das erste Mal hinter sich greifen: Bonns Suheyel Najar war zum Freistoß angetreten, sein Schuss aus 18 Metern wurde von Matti Fiedler unglücklich abgefälscht, „und ich mache den Schritt in die falsche Richtung“. Und so konnte Tigges den Einschlag nicht verhindern. Die Führung war nicht unverdient, die abstiegsbedrohten Gäste waren als Punktsieger aus der Anfangsphase hervorgegangen.

Mit hohem Pressing und viel Willen hatten sie sich Vorteile erarbeitet, großzügig unterstützt von den Aachenern, die den Bonnern viele Freiräume gewährten. Nach einem Konter zog Bernard Mwarome von der Strafraumgrenze ab, Tigges verhinderte den zweiten Gegentreffer (16.). Bei den Hausherren gab ausgerechnet ein Defensivspieler das erste, ernstzunehmende offensive Lebenszeichen ab: Fiedler bekam aber nicht genug Druck hinter den Ball, SC-Keeper Alexander Monath packte sicher zu.

Erst gegen Mitte der ersten Halbzeit bekamen die Aachener etwas mehr Zugriff. Und nach einem Ecken-Viererpack fiel der nächste glückliche Treffer: Nach einer Ecke von Manuel Glowacz kam der Ball über Umwege zu Imbongo, der aus der Drehung das 1:1 markierte (28.). Der Ausgleich war nach Lage der Dinge eher schmeichelhaft für die Gastgeber, für das Aachener Spiel war er aber durchaus förderlich.

Da der sonst so stabile Defensivverbund aber weiter löchrig blieb, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Zuerst schoss Dennis Brock aus 18 Metern knapp am Alemannia-Tor vorbei (33.), auf der Gegenseite scheiterte Stipe Batarilo nach guter Vorarbeit von Blendi Idrizi und Vincent Boesen an Monath (40.).

Zu viel Raum für die Gegner

In der Pause gab es warme Worte vom Trainer, Kilic wies seine Schützlinge auf die zu großen Abstände in der Defensive hin. Der Hinweis sorgte nicht für eine Besserung, die Bonner kamen auch weiterhin zu Abschlüssen. Und das im Drei-Minuten-Takt: Omerbasic wurde nach einem Konter nur Begleitschutz gegeben, sein Versuch landete am Außennetz (52.). Beim nächsten Mal hielt Tigges seine Mannschaft nach einem Schuss von Mwarome im Spiel (55.), dann verzog Torschütze Najar knapp (58.).

Die Offensivbemühungen der Aachener waren dagegen nicht zwingend genug. Immer wieder segelte eine Flanke gefährlich durch den Bonner Strafraum, Monath musste aber nie ernsthaft eingreifen. Dass ein Großteil der 4700 Zuschauer dann doch noch einmal applaudierte, lag an einer Einwechslung. Die Leidenszeit von Florian Rüter endete offiziell um 15.25 Uhr, der wiedergenesene Angreifer kam in den letzten 20 Minuten für Manuel Glowacz zum Einsatz.

Der Jubel aus dem Gästeblock fiel deutlich lauter aus, als Vojno Jesic den Zirkel rausholte und den Ball in den linken Winkel des Aachener Tores beförderte – 1:2 (71.). „Wir lassen den Gegner einfach durch die Mitte dribbeln und dann packt er einen Sonntagsschuss aus“, urteilt Kilic. „Es ist einfach bitter, dass wir es zuletzt nicht geschafft haben, gegen die Teams, die unten drin stehen, zu punkten.“

Schwung aus Gladbach-Spiel verpufft

Dazu kam es auch an diesem Samstag nicht mehr, da die Aachener zwar vor den Bonner Sechzehner kamen, aber nur noch selten hinein. „Wir wollten den Schwung aus dem Gladbach-Spiel mitnehmen. Das ist uns nicht gelungen“, bilanzierte auch Peter Hackenberg gefrustet. Der unrühmliche Höhepunkt des finalen Heimauftritts ereignete sich dann erst nach dem Schlusspfiff. Konsequenzen müssen beide Westklubs nicht befürchten: Im Schiedsrichterbericht wurden keine besonderen Vorkommnisse festgehalten.

„Wenn wir so desolat im Finale gegen Fortuna Köln auftreten, dann brauchen wir nicht nach Bonn zu fahren“, blickte Kilic säuerlich nach vorne auf den Saisonhöhepunkt. Für Alemannias Endspielgegner im FVM-Pokal endete der Samstag ebenfalls emotional: Der drohende Abstieg der Fortuna aus der 3. Liga war um 15.20 Uhr besiegelt.