Alemannia Aachen unterliegt Borussia Dortmund 1:3

Gedanken beim Pokalfinale : Alemannia verliert bei effektiven Dortmundern

Als die Saison in der Fußball-Regionalliga dann am Samstag um 15.46 Uhr beendet war, rollten Aachener Fans im Rote-Erde-Stadion ein Transparent aus: „Alles für den Pokalsieg“. Für Alemannia steht die wichtigste Partie noch aus.

1:3 hatte die Mannschaft das letzte Meisterschaftsspiel bei Borussia Dortmund II verloren. Großer Ärger über die vierte Pleite in Serie war nicht auszumachen. Platz 6 in der Schlusstabelle stand schon vorher fest. Die Saison endete so wie sie auch begonnen hatte: mit einer Niederlagenserie. Das war die Klammer in dieser Spielzeit, die sich dazwischen besser angefühlt hatte.

Fuat Kilic beeilte sich, die positiven Aspekte der vermasselten Generalprobe zusammenzutragen. „In den vergangenen Wochen haben wir der Mannschaft oft fehlende Einstellung vorgehalten. Heute gibt es keinen Vorwurf: Sie hat noch einmal alles investiert.“ Der Trainer lobte ein Team, das auch Zwei-Tore-Rückstände nicht irritiert hatte. Die Gäste erarbeiteten sich in allen Phasen des Spiels ihre Chancen. „Wir haben sie minutenlang in ihrer eigenen Hälfte gefesselt“, merkte Mittelfeldspieler Manuel Glowacz an. Zu den Erkenntnissen des Nachmittags gehörte aber auch, dass Aachen in allen Phasen des Spiels Gefahr lief, Tore zu kassieren. Die vor Monaten noch hochgelobte Defensive ist ziemlich anfällig geworden.

Kilics Aufstellung sollte richtungsweisend für das Pokalfinale sein, sie barg eine Überraschung: Peter Hackenberg stand nicht in der Startformation, die Achillessehne hatte zuletzt gezwackt. Der Kapitän beobachtete von der Bank aus, wie Dortmunds Joseph Moyamba nach drei Minuten nur knapp eine Flanke verpasste, sonst hätte es früh geklingelt.

Auf der anderen Seite setzte sich Dimitry Imbongo robust gegen Marco Rente an der Eckfahne durch, er steuerte von der Grundlinie aufs Tor zu, um aus spitzem Winkel an Torwart Jan-Pascal Reckert zu scheitern (7.). So rasant begann eine Partie, bei der es um nicht mehr viel ging. „Es hätte auch 4:4 oder 4:3 enden können“, bilanzierte Kilic. Die üblichen Sicherheitsvorkehrungen wurden regelmäßig vernachlässigt. Es gewann – da stimmte auch Dortmunds Interimstrainer Alen Terzic zu – das „deutlich effektivere Team“.

Dortmund hatte Tempovorteile, die sich besonders auf den Außenbahnen bemerkbar machten. Moyamba umkurvte Rechtsverteidiger Marco Müller, um aus spitzen Winkel präzise das 1:0 zu erzielen (9.). Die Aachener hatten häufiger den Ball, die Dortmunder die besseren Gelegenheiten. Taylan Duman zum Beispiel scheiterte mit einem Schlenzer aus 16 Meter an Niklas Jakusch, dem neuen alten Aachener Schlussmann (18.). Ein paar Minuten später war auch der 29-Jährige chancenlos, einen schnellen Angriff vollendete Hanke zum 2:0 (26.).

Das änderte: nichts. Die Gäste blieben in der Spur, sie holten eine Handvoll Eckbälle heraus, aber trotz erkennbarer Größenvorteile war zunächst ein Kopfball von Alexander  Heinze die einzige Ausbeute (28.). Erst Imbongo stellte den Anschluss mit seinem elften Saisontreffer her. Aus kurzer Entfernung nickte er einen ruhenden Ball von Patrick Salata zum 2:1 ein (33.).

Der Schlagabtausch ging noch ein Weilchen weiter. 364 Zuschauer verfolgten das muntere Treiben auf dem Rasen. Die letzte Halbzeit in dieser Saison begann mit einem stark abseitsverdächtigten Treffer von Hüseyin Bulut, den die Aachener überraschend klaglos akzeptierten (53.). Mit diesem schnellen 3:1 wich Spannung und auch Tempo. „Dann merkst du, dass die Beine schwer werden“, berichtete Glowacz. Die Partie trudelte freundschaftlich aus, auch wenn die Alemannia weiterhin ein paar Chancen hatte.

Kilic urteilte milde, wie er das an einem 14. oder 25 Spieltag nicht gemacht hätte, weil das wichtigste Spiel der Saison noch ansteht. „Gegen Fortuna Köln werden wir nächste Woche eine ganze andere Intensität und Schärfe zeigen müssen.“ Die Gedanken sind schon länger beim FVM-Pokalfinale. Der Trainer gab den Spielern zwei Tage frei: Verschnaufpause.

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