Alemannia Aachen trifft gegen Roda Kerkrade zwei Mal nach Standards

Zwei Tore nach ruhenden Bällen im Test gegen Roda Kerkrade : Werden Standards Alemannias „Geheimwaffe“?

Es war der erste Test gegen einen höherklassigen Gegner. Und Fußball-Regionalligist Alemannia Aachen hat ihn eindrucksvoll bestanden. Gegen den niederländischen Zweitligisten Roda Kerkrade überzeugte das Team von Fuat Kilic auch nach ruhenden Bällen. Im vierten Test am Samstag gegen die U23 des FSV Mainz 05 könnten auch zwei Spieler auflaufen, die in der Sommervorbereitung noch keine Einsatzminuten hatten.

Es war eher unplanmäßig, dass der Arbeitstag von Peter Hackenberg in die Verlängerung ging. Der Kapitän von Fußball-Regionalligist Alemannia Aachen war im dritten Test gegen den niederländischen Zweitligisten Roda Kerkrade zur Pause ausgewechselt worden. Da sich Marco Müller aber eine Hüftprellung zuzog und alle weiteren Wechseloptionen ausgereizt waren, musste Hackenberg zehn Minuten vor dem Ende dann doch noch einmal aufs Feld.

„Es ist schon ein bisschen her, dass ich als Sechser gespielt habe“, sagte der Innenverteidiger mit einem Grinsen. Hackenberg machte seine Sache auf der für ihn ungewohnten Position gut, und es gelang ihm sogar noch, dem Nachbarschaftsduell seinen Stempel aufzudrücken: In der Schlussminute traf Alemannias Mannschaftsführer per Kopf zum 4:1-Endstand. „Wir sind mit schweren Beinen in das Spiel gegangen. Dafür haben wir einige sehr strukturierte Angriffe gezeigt.“

Das galt vor allem für die erste Halbzeit. Die Aachener hatten ständig den Vorwärtsgang eingelegt, einmal mehr erwiesen sich Robin Garnier und Stipe Batarilo als umtriebige Kilometerfresser, die immer wieder das Offensivspiel ankurbelten. Und das gegen einen „Gegner, der sich gewehrt hat“, urteilte Kilic. In den ersten beiden Tests gegen unterklassige Teams mussten die Aachener noch nicht an ihre Schmerzgrenze, am Dienstagabend „ist es gut zur Sache gegangen“. Auch im Training prüft der Coach in diesen Tagen die Leidensfähigkeit seiner Spieler, „die dritte Woche ist die härteste“, weiß auch Kilic.

In der vergangenen Saison profitierte seine Mannschaft nur selten von Standardsituationen. Das „Team 19/20“ hinterlässt den Eindruck, dass sich dieser Zustand ändern könnte. Gegen Roda gab es mehrere gute Kopfballgelegenheiten nach ruhenden Bällen, und als es am Ende noch einmal unnötig spannend wurde, sorgten Patrick Salata und Hackenberg für die Entscheidung. Nach Eckbällen von Sebastian Schmitt.

Ob sich dieser „Standard-Trend“ am Samstag im Test gegen die U23 des FSV Mainz 05 (16 Uhr, Stadion Sophienhöhe, Niederzier) fortsetzt, wird sich zeigen. Zu seinem Debüt könnte dann Alemannias neuer Keeper Nikolai Rehnen kommen, der lange verletzte Mittelfeldspieler Kai Bösing hofft zudem auf ein paar Einsatzminuten. Schwere Beine könnten die Aachener dann wieder haben, „wir werden in der dritten und vierten Trainingswoche einmal richtig Gas geben“, kündigt Kilic an.

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