Aachen: Alemannia Aachen sucht wieder einen Sportdirektor

Aachen: Alemannia Aachen sucht wieder einen Sportdirektor

Die Partie gegen RW Essen überstrahlt gerade den ganzen Verein, aber dennoch gehen die Sanierungsarbeiten bei Fußball-Regionalligist Alemannia Aachen weiter. Der Verein soll zukunftsfähig gemacht werden, das fortgesetzte Chaos als Markenzeichen verschwinden.

Alemannia will nach den Jahren des Niedergangs wieder eine seriöse Adresse werden.

„Wir müssen an den Strukturen arbeiten“, hat Aufsichtsratsvorsitzender Christian Steinborn bereits in seiner „Neujahrsansprache“ gesagt. Die neuen Gremien sind seit etwa zwölf Monaten im Amt, und die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung.

Der nächste Schritt: Hinter den Kulissen wird vorbereitet, dass der Klub wieder einen Sportlichen Leiter erhält. Die Stelle ist seit dem Weggang von Uwe Scherr und dem Insolvenzverfahren verwaist. Bislang haben die Trainer Reiner Plaßhenrich und Peter Schubert sich (mit dem Aufsichtsrat Thomas Deutz) auch um die Kaderplanung gekümmert — mit außerordentlichem Erfolg.

Die neue Personalie ist dann auch mitnichten ein Misstrauensvotum für die leitenden Angestellten, sagt Steinborn. Vielmehr sollen sie von der Doppelfunktion befreit werden, um das kickende Personal noch intensiver anleiten zu können.

„Der Sportliche Leiter steht für die langfristige Planung, das Nachwuchskonzept, für die Kaderzusammensetzung“, sagt Steinborn. „Und er sollte gut vernetzt sein.“ Vermutlich wird es dann zu den ersten Weichenstellungen des neuen Managers gehören, die auslaufenden Verträge mit den Fußball-Lehrern der ersten Mannschaft zu verlängern.

Nach Informationen dieser Zeitung beschäftigt sich Alemannias Aufsichtsrat seit Wochen intensiv mit der neuen Planstelle, hat zum Beispiel auch zu Aachenern „im Exil“ wie Samir Arabi (Bielefeld) oder Rachid Azzouzi (freigestellt bei St. Pauli) Kontakt aufgenommen, die allerdings beide für die Tivoli-Aufgabe nicht in Betracht kommen. Am Ende des Castings sind nach Informationen dieser Zeitung noch zwei Kandidaten verblieben. „Namen kommentieren wir prinzipiell nicht“, lässt sich Steinborn nicht in die Karten schauen.

Der neue Sportdirektor, der nicht extern finanziert werden muss, wird vermutlich erst nach dem Essen-Spiel vorgestellt. Wie die sich anbahnende Personalie im Organigramm der Gesellschaft auswirkt, ist noch offen. Auch der Vertrag mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Alexander Mronz endet im Sommer.

„Wir möchten sowohl den sportlichen als auch den kaufmännischen Bereich getrennt besetzen. In welcher Hierarchie die beiden zueinander stehen, müssen wir entwickeln.“ Der neue sportliche Leiter soll jedenfalls — so sieht es die Planung vor — im Rang eines Geschäftsführers eingestellt werden.

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