Alemannia Aachen soll nach Finale gegen Fortuna Köln 5000 Euro zahlen

Finale mit Folgen : Alemannia soll 5000 Euro zahlen

Das Nachspiel zu Alemannias Pokalfinale Ende Mai gegen Fortuna Köln fand am Donnerstagabend vor dem Sportgericht des Fußballverbandes Mittelrhein statt. Alemannia war angeklagt wegen des Fehlverhaltens der eigenen Fans, die nach Spielende zu Tausenden auf das Spielfeld geströmt waren.

Es ging um Pyroaktionen, um das gewaltsame Öffnen des Tores zum Innenraum, um „Gewaltandrohung gegenüber Ordnern“ und weitere „provokante Aktionen auf dem Feld“. Nach vierstündiger Verhandlung verkündete Sportrichter Thomas Riedel das Strafmaß. Alemannia wird eine Geldbuße von 5000 Euro auferlegt, weitere 1600 Schadenersatz für zerstörte Banden. „Die Forderung lag zunächst noch höher“, berichtete Alemannias Geschäftsführer Martin vom Hofe am Ende der Verhandlung.

Nun ist es so, dass im Ligaalltag der Verband regelmäßig den Heimverein als Veranstalter in Regress nimmt, wenn es zu Übergriffen kommt. Beim Pokalfinale in Bonn ist allerdings der Verband der Ausrichter und somit auch zuständig für Einlasskontrollen und die Ordnung im Stadion. Deswegen wollte sich Martin vom Hofe, der mit Präsidiumsmitglied Johannes Delheid zur Verhandlung nach Hennef gefahren war, auch mit dem Urteil nicht anfreunden. „Wir sind als Verein angeklagt, aber wie sollen wir für 6000 mitgereiste Fans gerade stehen?“ Vom Hofe sieht da eher den Verband in der Pflicht. In den nächsten Tagen will er mit dem Aufsichtsrat überlegen, ob man das Urteil akzeptieren werde. Auch Finalgegner Fortuna Köln wurde zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt, weil ein Fan einen Rauchtopf gezündet habe.

„Solche Schwachmaten schaden dem Verein und dem Fußball“, hatte der damalige FVM-Präsident Alfred Vianden noch auf dem Spielfeld geurteilt, als die Siegerehrung um 45 Minuten verschoben werden musste. „Wir haben den Sicherheitsdienst um 50 Prozent aufgestockt – aber vermutlich würde nicht mal eine Armee reichen, die Leute würden trotzdem über die Zäune klettern“, wetterte er.

Die Polizei in Bonn hatte vor, während und nach der Spielbegegnung sieben Strafanzeigen wegen Beleidigung, Körperverletzung oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gefertigt und drei Personen vorübergehend ins Gewahrsam genommen. Ein Sprecher hatte kurz nach dem Finale Ermittlungen wegen „schwerer Körperverletzung“ angekündigt. Ein Ordner soll durch den Zaun an seinem Leibchen gepackt worden sein, das Leibchen wurde enger gezogen, es habe weitere Schläge gegeben. Vermutlich sollte der gewürgte Ordner so genötigt werden, das Tor zum Innenraum zu öffnen, vermutete der Polizeisprecher.

Alemannia wurde vom obersten Rechtsorgan im Fußball-Verband-Mittelrhein als Wiederholungstäter eingestuft. Richter Riedel hatte den Klub wegen Fanvergehen beim Finale im Jahr 2018 an gleicher Stelle mit dem gleichen Veranstalter zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt.

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