Alemannia Aachen schlägt Fortuna Düsseldorf II klar mit 4:0

Vier Treffer gegen Düsseldorf II : Alemannia schießt den Frust weg

Als der Aachener Karnevalsprinz zur Halbzeit den Tivoli erreichte, stand es 0:0 zwischen Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf II. Tom I. hatte eher langweilige 45 Minuten verpasst. Das änderte sich grundlegend, der Prinz und 4400 Zuschauer (Minusrekord) feierten nach 90 Minuten einen überzeugenden 4:0-Sieg.

Der höchste Saisonsieg hatte nur einen kleinen Makel – er fiel zu niedrig aus, was selbst Fortunas Trainer Nico Michaty freimütig einräumte. „Das hört sich bei diesem Ergebnis zwar komisch an, aber Aachen hatte noch ein paar hundertprozentige Gelegenheit mehr.“ Sein Kollege stellte erleichtert fest: „Endlich hat sich das Team mal für den Aufwand belohnt.“

Fuat Kilic hatte auf seinen Sturmtank Dimitry Imbongo verzichtet, dessen Mutter in dieser Woche beerdigt wurde. „Ich wollte ihm den Druck nehmen“, begründete Kilic die Maßnahme. Imbongo beobachtete von der Auswechselbank aus, wie seine Mannschaft schnell auf Betriebstemperatur kam. Eine Flanke des neuen Mittelstürmers Vincent Boesen verpassten Robin Garnier und Blendi Idrizi im Fünfmeterraum (6.).

Ein paar Minuten später wechselten die Angreifer ihre Rollen: Idrizis Hereingabe wurde in letzter Millisekunde abgelenkt, bevor Boesen einnetzen konnte (10.). In dem Rhythmus ging die einseitige Partie weiter. Alemannia war ziemlich überlegen, ohne besonders zwingend zu agieren. Im Spiel nach vorn trafen sie zu viele falsche Entscheidungen, vor allen die zentralen Mittelfeldspieler Blendi Idrizi und Stipe Batarilo waren immer auf der zweifelhaften Suche nach einer spektakulären Lösung. Aachen blieb überlegen, ließ sich aber langsam einlullen vom tief stehenden Gegner. Tempo und Tiefe gingen verloren.

Robin Garnier kam noch einmal frei zum Schuss im Strafraum, sein Linksschuss trudelte weit am Tor vorbei (34.). Die Gäste kamen selten in Bedrängnis, Großchancen mussten sie nicht überstehen. Im Gegenteil: Bei einem der seltenen Ausflüge in die andere Hälfte, hätte Kaito Miyake mit seinem Fernschuss fast noch den Gästetreffer erzielt (37.). Kilic wurde deutlich in der Kabine. „Er kann auch laut werden“, berichtete Ohrenzeuge Batarilo später.

Als Prinz Tom I. nun Platz genommen hatte, rückte im zweiten Durchgang auch Imbongo ins Team, und damit kam mehr Zug zum Tor auf den Platz. Die ganze Mannschaft wirkte wie ausgewechselt, entschlossen kehrte sie zur Arbeit zurück. Das machte sich schnell auf der Anzeigentafel bemerkbar. Batarilo verwandelte einen Frei­stoß aus 17 Metern zum 1:0 (52.), auch beim 2:0 leistete Düsseldorfs Torwart Justin Möllering Komparsenhilfe. Alexander Heinze übersprang ihn nach einem Eckball und köpfte munter ein (58.). „Die schnelle Führung hat uns richtig befreit“, stellte nicht nur Kapitän David Pütz fest.

Die Mannschaft warf die Kombinationsmaschine an, sie spielte sich in einen kleinen Rausch, besonders die beiden Außenverteidiger schlugen serienweise brauchbare Vorlagen vor das Tor. Eine Vorlage des starken Marco Müller verwertete wieder Stipe Batarilo zum 3:0 (62.). Aus dem Mittelfeldspieler ist auch zur eigenen Verblüffung ein kleiner Torjäger geworden, sieben Mal hat er in dieser Spielzeit bereits getroffen. „Das gab es noch nie“, grinste er. Festlegen, für welchen Klub er in der nächsten Spielzeit treffen wird, will er sich noch nicht. „Das ist noch zu früh.“

Mit der Torintensität hätte es an diesem frühlingshaften Sonntag weitergehen können, Chancen für weitere Treffer ergaben sich schnell, Glowacz traf nach einem Freistoß noch einmal den Pfosten (78.). Den letzten Treffer an diesem Tag erzielte Idirizi nach einer federleichten Kombination. Er musste nur die nächste Müller-Vorlage aus kurzer Distanz einschieben (83.).

Auch Dimitry Imbongo hätte diesen Nachmittag fast noch mit dem Treffer beendet, dem er seit Monaten hinterher hechelt. Kurz vor dem Abpfiff scheiterte er mit einem Kopfball. Er verließ dennoch das Spielfeld im Bewusstsein, das er an guten Tagen durchaus ein Unterschiedsspieler sein kann.

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