Alemannia Aachen: Regionalliga-Spiel gegen Rödinghausen

Rödinghausen zu Gast in Aachen : „Nicht wieder den Schneid abkaufen lassen“

Mit der Neuverpflichtung eines Keepers vor dem heutigen Spiel wurde es dann doch nichts. „Es wird Anfang der Woche werden, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, verspricht Fuat Kilic, der am Samstag wieder auf Ricco Cymer setzen kann.

Die größte Baustelle ist ohnehin Alemannia Aachens Offensive. Nach der Verletzung von David Bors, dessen Kreuzbandriss erfolgreich operiert wurde, und der Vertragsauflösung mit Gary Noel am Montag ist die zentrale Sturmposition vor der Regionalliga-Partie gegen Spitzenreiter SV Rödinghausen (Samstag, 14 Uhr) vakant.

Kilic muss umbauen. Und hat verschiedene Optionen. Da sind Vincent Boesen, der in Köln nach der Pause reinkam und den Anschlusstreffer zum 2:3 erzielte, Stipe Batarilo, der in Köln nicht seinen besten Tag erwischte, und da ist Florian Rüter, der aktuell auf dem Flügel sehr gut unterwegs ist und zum 1:3 in Köln traf. „Ob rechts, links oder zentral – ich fühle mich auf jeder offensiven Position wohl, ich bin leidenschaftslos, was die Position angeht. Ich bin beidfüßig“, sagt Rüter grinsend.

Auch Kilic baut auf Rüter. „Bei Flo ist eine sehr positive Tendenz zu erkennen, aber es ist auch noch viel Luft nach oben. Aber es geht in die richtige Richtung“, lobt Aachens Cheftrainer den 29-jährigen, der im Januar vom KFC Uerdingen nach Aachen zurückgekehrt war und seinen Vertrag im Sommer bis 2021 verlängerte. Für Rüter wird es am Samstag ein Wiedersehen mit alten Bekannten, auch wenn aus der damaligen Mannschaft nur noch Ersatz-Keeper Jan Schönwälder zum Gästeteam gehört. 2015 war der gebürtige Ost-Westfale von Rödinghausen nach Aachen gewechselt. „Es ist immer etwas Besonderes, gegen den früheren Klub zu spielen, auch wenn einige Jahre dazwischenliegen.“

Rüter: „Die werden uns das Leben schwer machen“

Rödinghausen kommt als ungeschlagener Spitzenreiter – nur gegen Rot-Weiß Essen gab es ein 1:1 – mit 16 Punkten nach Aachen. „Der SV hat 17 Tore geschossen und nur zwei kassiert, das beste Torverhältnis der Liga“, verdeutlicht Kilic die aktuelle Stärke der Gäste und warnt: „Das ist eine groß gewachsene Mannschaft, da ist kaum einer unter 1,80 Meter und die meisten sind an die 1,90 Meter groß. Das merkt man bei den Standards, der SV hat eine ungeheure Wucht nach Ecken oder auch Einwürfen. Zehn der Tore wurden nach Standards erzielt.“ Kilic hat sich den Gegner angeschaut, dabei ist eins aufgefallen. „Die meisten Treffer haben die Rödinghausener in der ersten Halbzeit erzielt, das ist auffällig. Da machen sie viel  Trara und geben Gas. Aber ich bin überzeugt, wenn wir uns auf unsere guten Leistungen und unsere Stärke besinnen, haben wir Chancen.“

„Konsequent agieren“

Aachen muss anders agieren, als in der ersten Hälfte in Köln. „Die Art und Weise, wie wir da aufgetreten sind, hat auch mich überrascht. Da haben wir alles vermissen lassen. Wenn wir so agieren, wird es schwer, etwas zu holen“, sagt Kilic. „Wir müssen konsequent agieren, dürfen uns nicht den Schneid abkaufen lassen.“ Die „bisher schlechteste Halbzeit in dieser Saison“ will er damit abhaken. „Es bringt nichts, auf die Jungs draufzuhauen, wir müssen wieder in die Spur finden.“

Kilic: „Habe mir zu Saisonbeginn ein Eigentor geschossen“

Am Samstag wird die Alemannia ein anderes Gesicht zeigen, davon ist Rüter überzeugt. „Es wird eine andere Partie“, verspricht der 29-Jährige. „Es ist ein Heimspiel, und gerade mit der Unterstützung der Fans kann sich das hochschaukeln. Wenn wir Chancen herausspielen und Druck machen, steht das Publikum wie eine Wand hinter uns.“

Peter Hackenberg,  Robin Garnier und Kai Bösing sind ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, allerdings meldete sich der Kapitän am Freitag (Magen-Darm) für Samstag ab.

Mehr von Aachener Zeitung