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Alemannia Aachen: Martin Bader hinterlegt Gesprächswünsche am Tivoli

Alemannia Aachen : Bader will die ersten Verträge am Tivoli verlängern

Bislang hat Alemannia Aachens neuer Sportlicher Leiter den Kader beobachtet. Dabei ist eine Liste mit Fußballern entstanden, die man am Tivoli gerne behalten möchte. Auch die Trainersuche läuft weiter.

Bei sechs Spielen hat sich Martin Bader eigene Eindrücke verschafft, er hat mit den Scouts gesprochen, mit den aktuellen Trainern Dietmar Bozek und Kristoffer Andersen diskutiert. Er hat den Mannschaftsrat neu geheim wählen lassen – die Mitglieder sind Joshua Mross, Hamdi Dahmani und Alexander Heinze –, alle diese Schritte hatten ein Ziel.

Alemannia Aachens neuer sportlicher Leiter wollte innerhalb kurzer Zeit ein Gefühl für die Mannschaft, für die Fähigkeiten, aber auch für die Probleme bekommen. Phase 1 ist abgeschlossen, es beginnt Phase 2. Der nächste Kader soll erklärtermaßen verschlankt werden – aktuell stehen 28 Spieler unter Vertrag.

Bader hat eine Liste von etwa einem Dutzend Spielern herausgefiltert, die überwiegend gerade zur Stammbesetzung gehören. Die Fußballer werden in den nächsten Tagen informiert, dass Alemannia Aachen mit ihnen ins Gespräch kommen möchte, um die auslaufenden Verträge zu verlängern. Bader nennt vorerst keine Namen, aber klar ist, dass notorische Leistungsträger wie Joshua Mross, Marco Müller, Takashi Uchino oder Nick Galle oben auf dem Zettel stehen.

Der neue Manager ist kein Freund von großen Kader-Umbrüchen. „Je großer der Wandel, desto länger braucht eine Mannschaft, um erfolgreich zu werden“, verweist er auf empirische Studien. Erste Managerpflicht, so sieht er es: „In den nächsten Wochen, werden wir Signale an Spieler senden, die wir gerne bei Alemannia behalten würden.“ Im aktuellen Kader haben derzeit nur vier Spieler einen Vertrag, der über den Sommer hinausgeht.

Sorgen über die Zukunft können die Leistung hemmen, das will Bader verhindern, auch weil die Mannschaft in den verganenen Wochen tabellarisch noch weiter abgerutscht ist. „Wir müssen sehr aufmerksam bleiben“, sagt der 53-Jährige. Er empfiehlt seinen Spielern aber auch vor dem Endspurt in dieser merkwürdigen Saison: „Es lohnt sich, sportlich aufzufallen.“

Im neuen verkleinerten Kader will der Chefplaner „zwei, drei Plätze“ für den eigenen Nachwuchs reservieren. Bader will nicht mehr für alle Positionen vier baugleiche Spielertypen verpflichten, er setzt auf polyvalente Fußballer, die umfassender ausgebildet sind.

Bei Langzeitpatienten wie Peter Hackenberg oder Nils Blumberg ist Bader vor allem auf das Urteil von Andersen angewiesen. Der sportliche Leiter sagt, dass er gute Rückmeldungen erhalten habe, die Entscheidung über eine Weiterbeschäftigung wird verschoben. Ansonsten hat Bader in Phase 1 registrieren müssen, dass dem Kader Torgefahr und Tempo fehlt, die Aspekte tauchen in den Ausschreibungen für die vakanten Positionen auf.

Die Trainersuche läuft weiterhin

Wer die neue Mannschaft begleiten darf, ist noch offen. Der Manager hat die Ergebnisse der Trainerfindungskommission studiert, er hat ein paar eigene Ideen mitgebracht. Inzwischen sind die ersten Sondierungsgespräche angelaufen. Konkreter wird es noch nicht. „Das geht erst, wenn ich auch wirtschaftliche Fragen der Kandidaten substanziell beantworten kann.“

In Pandemiezeiten erfolgt die Etatplanung allerdings immer im Konjunktiv. Wann Zuschauer in welchem Umfang wieder zugelassen werden, kann nicht einmal der Experte Karl Lauterbach in diesen Wochen verlässlich vorhersagen. Der Verein ist verlustfrei durch die letzten Monate gekommen, aber wie die Unterstützung von Fans und Sponsoren für die kommende Spielzeit ausfallen wird, bleibt offen.

Fest steht, dass Alemannia auf deren Unterstützung angewiesen. Solche Unwägbarkeiten führen dazu, dass sich Planungen verschieben. „Es kann auch sein, dass wir einen neuen Trainer erst im April oder Anfang Mai vorstellen werden“, sagt Bader. Bis zum Saisonende gilt unverändert den Interimstrainern Bozek und Andersen das Vertrauen – auch wenn der Trend in den letzten Wochen nicht allzu positiv war.