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Alemannia Aachen: Kader der Saison 2022/2023

Der Kader : Das ist Alemannia Aachen in der Saison 2022/2023

In der Saison 2022/2023 soll vieles am Tivoli ruhiger ablaufen als in den vergangenen beiden Spielzeiten. Vor allem mit dem Abstieg will man nichts mehr zu tun haben. Dafür haben die Kaderplaner trotz kleinem Budget mit viel Kreativität ein entsprechendes Team um Trainer Fuat Kilic zusammengestellt. Wir stellen es vor.

Drei Männer für den Platz zwischen den Pfosten, sieben Defensivspezialisten, neun Mittelfeldspieler und sechs Angreifer, die primär für das Toreschießen zuständig sind: 25 Spieler umfasst der Kader von Fuat Kilic, Trainer von Alemannia Aachen. Viele von ihnen kennen den Tivoli, seine Fans und das Drumherum, andere freue sich auf die neue Umgebung. Nominell sind zehn Akteure im Sommer neu nach Aachen gewechselt, mit Tim Korzuschek wurde darüber hinaus eine Leihgabe aus der abgelaufenen Spielzeit fest verpflichtet. Für Marcel Johnen und Dimitry Imbongo bedeutete die Unterschrift unter den schwarz-gelben Vertrag eine Rückkehr in die Kaiserstadt.

Nach dem verhinderten Abstieg in der Spielzeit 2021/2022 soll mit der neu entfachten Euphorie wieder etwas in der Soers aufgebaut und entwickelt werden. Wir stellen das Personal vor, mit dem die Verantwortlichen um Kilic, Geschäftsführer Sascha Eller und Sportdirektor Helge Hohl die Alemannia-Anhängerschaft begeistern wollen.

Trainer

Tor

Abwehr

Mittelfeld

Angriff

Trainer

Wer spielt? Wer spielt wo? Wer spielt was? Und wie greift alles ineinander? Gegenpressing? Tiki-Taka? Langholz? Und kommen die Ecken nun kurz und flach oder lang und hoch? Für die Ordnung und Struktur auf dem Rasen ist das Trainerteam unter der Führung des Chefcoachs zuständig. Und wie gut das am Tivoli mit der aktuellen Besetzung funktioniert, konnten die Fans seit der Winterpause der vergangenen Saison erleben. Nach der Rückkehr von Fuat Kilic krempelte dieser nicht nur die Mannschaft, sondern auch den Trainerstab um – mit Erfolg. Am Ende stand der Klassenerhalt. Auch in der Saison 2022/2023 halten Kilic und sein Team die Zügel an der Seitenlinie in der Hand.

Fuat Kilic

Fuat Kilic ist Alemannias Rekordtrainer und seit seiner im vergangenen Jahr begonnen zweiten Amtszeit auch der Feuerwehrmann der Schwarz-Gelben. Nach dem schnellen Aus von Vorgänger Patrick Helmes – und kurz danach auch vom ehemaligen Geschäftsführer Martin Bader – kam der langjährige Coach und Vater des FVM-Pokaltriumphs von 2019 Ende Oktober 2021 zurück an den Tivoli.

Im Winter krempelte der 49-Jährige den Kader gewaltig um und brachte die Alemannia wieder auf Kurs. Am vorletzten Spieltag wurde der zwischenzeitlich kaum für möglich gehaltene Klassenerhalt gesichert, Kilics „Rückkehr nach Hause“ hatte sich ausgezahlt.

In der Saison 2022/2023 will Kilic mit seinem Team eine ruhigere Saison erleben und die Weichen für eine wieder sportlich bessere Zukunft stellen. Und vielleicht bricht er mit seiner zweiten Amtszeit seinen eigenen Rekord als längster Alemannia-Trainer am Stück, ganz sicher wird er aber der Trainer mit den meisten Tagen insgesamt im Amt. Hier hat die Pole Position noch Werner Fuchs inne. „Mister Alemannia“ hat in seinen zwei Amtszeiten 2079 das Amt des Cheftrainers am Tivoli ausgeübt. Fuat Kilic steht – Stand 12. Juli 2022 – über beide Amtszeiten bislang bei 1898.

Ibrahim Celik

Ibrahim Celik kam im Sommer 2020 als Jugendtrainer an den Tivoli. Im darauffolgenden Sommer übernahm der 42-Jährige die U19 der Schwarz-Gelben. Als aktiver Spieler stand Celik für Schmidt, Zülpich, Imgenbroich, Strauch, Hahn, Burgwart und Düren auf dem Platz.

Als Fuat Kilic Ende Oktober 2021 zur Alemannia zurückkehrte, stand ihm zunächst Patrick Helmes‘ bisheriger Co-Trainer Uwe Grauer noch zur Seite. Doch auch der gebürtige Dortmunder musste alsbald sein Spind am Tivoli räumen. In Celik fand Kilic einen neuen Vertrauten für das Amt des Co-Trainers, das dieser nun auch in der Saison 2022/2023 bekleiden wird.

Hans Spillmann

Nicht nur Fuat Kilic kehrte nach dem Aus von Patrick Helmes an den Tivoli zurück, auch Hans Spillmann fand den Weg zurück an die Krefelder Straße. Und das bereits zum dritten Mal. Schon von Januar 2011 bis September 2012 und von Juli 2018 bis Juni 2020 vermittelte der Heerlener den Alemannia-Keepern das A und O der Torwartzunft.

Der 53-Jährige konnte im Sommer gleich drei neue Gesichter für den Platz zwischen den Pfosten begrüßen. Jan Strauch, Marcel Johnen und Yannik Bangsow können sich auf jeden Fall auf intensive Trainingseinheiten freuen, denn unter anderem ein gewisser Mark Flekken wurde einst von Spillmann von Roda Kerkrade zur Alemannia gelotst, spielt mittlerweile in der Bundesliga für den SC Freiburg und hütet das Tor der Elftal.

Kolja Wrase

Bereits zwischen Juli 2019 und Juni 2021 war Kolja Wrase für die Fitness der Alemannia-Spieler verantwortlich. Dann trennten sich die Wege kurz, Patrick Helmes arbeitete zwischenzeitlich mit Christopher Pinter mit einem eigenen Athletik-Trainer. Der musste aber ebenfalls im vergangenen Winter den Tivoli verlassen.

Dafür holte Fuat Kilic Wrase zurück in die Soers. Der 28-Jährige kümmert sich seitdem wieder um den Athletik-Bereich und wird das auch in der Saison 2022/2023 tun.

Tor

In der abgelaufenen Spielzeit hütete noch Joshua Mroß das Tor für die Alemannia. Für viele überraschend beendete der 25-Jährige seine aktive Karriere im Sommer. Nach zwei Jahren am Tivoli und 75 Einsätzen für die Schwarz-Gelben in der Regionalliga und weiteren sieben im FVM-Pokal (23 ohne Gegentor) hat sich der gebürtige Hagener dazu entschieden den Fokus fortan seinem Studium zu widmen.

Mario Zelic hatte den Verein bereits im Winter verlassen und auch Luka Losic konnte sich nicht für einen Verbleib über den Sommer hinaus empfehlen.

Die Alemannia musste daher auf dem Transfermarkt tätig werden, um wieder einen Kampf um den Platz zwischen den Pfosten ausrufen zu können. Und die Verantwortlichen konnten gleich drei neue Keeper in die Soers lotsen, die trotz jungem Alter teilweise schon Erfahrungen aus höheren Ligen vorweisen können.

Marcel Johnen

Bereits in der Jugend streifte Marcel Johnen für die Alemannia die Handschuhe über. 2018 wechselte er dann von der U17 der Schwarz-Gelben zum Nachwuchs von Bayer Leverkusen, ehe er 2019 von der U19 den Sprung zu den Profis des 1. FC Saarbrücken absolvierte.

Dort kam er allerdings nur in einer Partie im Saarland-Pokal zum Einsatz, in der 3. Liga stand er in keiner Partie auf dem Rasen. Dafür ist er im Sommer an de Tivoli zurückgekehrt und soll dem von Eintracht Braunschweig ausgeliehenen Yannik Bangsow Druck im Kampf um den Platz zwischen den Pfosten machen.

Zu seiner Rückkehr in die Kaiserstadt sagte der 1,86 m große 19-Jährige: „Nach meinen Jahren in der Jugend der Alemannia habe ich den Verein nie aus den Augen verloren. Jetzt freue ich mich, wieder bei meinem Heimatverein zurück zu sein und in der neuen Saison selbst vor möglichst vielen Zuschauern mit der Mannschaft auf dem Tivoli zu spielen.“

Jan Strauch

Jan Strauch war bereits in der U12 und U13 für die Alemannia aktiv. Anschließend wechselte er in den Jugendbereich von Borussia Mönchengladbach, ehe er im Sommer 2018 zurück an den Tivoli in die U17 der Alemannia kehrte. In der vergangenen Saison spielte er für die U19 der Schwarz-Gelben. Nach bislang 25 Einsätzen in der U17 und U19 erfolgt nun der Sprung in den Seniorenbereich.

Ganz neu ist die Regionalliga West für den 19-Jährigen nicht: In der abgelaufenen Spielzeit stand er bereits 13-mal im Kader von Fuat Kilic, zu einem Einsatz kam es allerdings nicht.

„Mit der Berücksichtigung von Jan für den Viertligakader untermauern wir unser mittel- und langfristiges Ziel, vermehrt Jugendspieler an unsere Erste Mannschaft heranzuführen. Wir sind sehr erfreut, dass Jan hier bei uns den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen möchte. Im Training hat er sein Potenzial bereits vielfach unter Beweis gestellt und ist gewillt, im Kreise des Regionalliga-Teams weiter eifrig an sich zu arbeiten. Charakterlich passt er zudem ausgezeichnet in die Truppe“, wird Helge Hohl auf der Vereinswebsite zur Vertragsunterzeichnung des Youngsters zitiert. Der freut sich indes auf die „geile Stimmung auf dem Tivoli und die professionellen Trainingsbedingungen.“

Yannick Bangsow

Yannick Bangsow ist mit 24 Jahren bereits der Oldie im Torwart-Trio der Alemannia – und bringt auch die meiste Erfahrung mit: Der 1,92 m große Keeper hat bereits 31 Spiele in er Regionalliga Nord absolviert. Zudem stehen vier Partien in der 3. Liga in seiner Vita.

Der gebürtige Berliner wechselte 2014 von TeBe in die U17 von RB Leipzig. 2015 ging es von den Sachsen in die U19 von Eintracht Braunschweig. Bei den Niedersachen durchlief er die U19, die zweite Mannschaft und wurde 2018 in den Kader der ersten Mannschaft berufen.

In der Saison 2020/2021 war Bangsow an Viktoria Köln ausgeliehen, im anschließenden Sommer ging es zurück nach Braunschweig. Nun ist er leihweise am Tivoli, um Spielpraxis zu sammeln. In Aachen geht er zunächst vor Marcel Johnen als Nummer Eins in die Saison. Alemannias Sportdirektor Helge Hohl lobte bei der Verpflichtung des dritten Torwarts im Kader dessen Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins und seine „ruhige, aber sehr sympathische und entschlossene Art.“

Abwehr

In der vergangenen Spielzeit kassierte die Alemannia in 38 Ligaspielen 51 Gegentore. Vor allem in der Hinrunde glich die Defensive der Schwarz-Gelben einem Schweizer Käse: 34 Mal musste der Ball in den ersten 17 Spielen aus dem eigenen Netz geholt werden, das macht zwei Gegentreffer pro Spiel – da würde es sogar mit einer gut geölten Offensive schwierig werden zu punkten. Ohne die entsprechende Stärke im Angriff wird es dann dünn.

Mit der Rückkehr von Fuat Kilic und seinen Personalentscheidungen zum Jahreswechsel wurde die Abwehr deutlich stabiler. In der Rückrunde wurde die Flut an Gegentoren halbiert, in 17 Spielen waren es nur noch 17 eingefangene Treffer. Die neue Stabilität sorgte schlussendlich für die nötigen Punkte, um den Abstieg zu verhindern, denn in der Offensive tat sich nicht so viel mit Blick auf die nackten Zahlen.

Es zeigte sich damit wieder einmal, dass die Offensive zwar Spiele, die Defensive hingegen die Meisterschaften gewinnt. Entsprechend muss auch in der Spielzeit 2022/2023 Wert auf eine solide Grundordnung und stabiler Defensive gelegt werden.

Lars Oeßwein

Lars Oeßwein geht bereits in seine zweite Saison am Tivoli. Der 24-Jährige kam im vergangenen Sommer gemeinsam mit Jannis Held von der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern an den Tivoli. Bei den roten Teufeln durchlief Oeßwein nach Stationen bei Viktoria Herxheim und dem SV Olympia Rheinzabern die Jugend. Zwischenzeitlich war er auch bei der zweiten Mannschaft von Mainz 05 und für die erste Mannschaft des FK Pirmasens aktiv.

Sein Start in der Kaiserstadt verlief unglücklich. In der Vorbereitung auf die abgeschlossene Spielzeit zog sich der Linksverteidiger einen Muskelfaserriss zu, eine Verletzung, die immer wieder auftrat und ihn so das erste halbe Jahr außer Gefecht setzte. Nach der Winterpause brachte er es im Saisonendspurt noch auf zehn Einsätze für die Alemannia in der Regionalliga und drei Partien im FVM-Pokal.

Auf der linken Abwehrseite konkurriert Oeßwein mit Sebastian Schmitt und Marcel Damaschek – Auswahl hat Fuat Kilic dort auf jeden Fall.

Franko Uzelac

Wenn man sich einen Innenverteidiger für die Regionalliga auf dem Reißbrett erstellen könnte, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass am Ende ein Typ wie Franko Uzelac dabei rauskommt: 1,90 m groß, robust und jede Menge Erfahrung. Der 27-Jährige, der zum Jahresbeginn 2021 von Fortuna Köln an den Tivoli kam, kam in fast 200 Regionalligapartien zum Einsatz. Auch ein Spiel in der 2. Bundesliga (18. Dezember 2016 für die Würzburger Kickers gegen den VfB Stuttgart) steht in seiner Vita.

Bei der Kölner Fortuna war der 27-Jährige Kapitän, weil sein damaliger Trainer Thomas Stratos in ihm „dieses Anführer-Gen“ gesehen hat. Obwohl er zum Start an der Krefelder Straße mit Verletzungen zu kämpfen hatte, hat er mittlerweile auch am Tivoli eine Führungsrolle übernommen. Gemeinsam mit Alexander Heinze wird er wohl in der Innenverteidigung gesetzt sein.

Lukas Wilton

Lukas Wilton kam im Sommer 2021 aus Babelsberg zur Alemannia. Der Deutsch-Engländer machte seine ersten fußballerischen Schritte in der Jugend des JFC Allertal ehe er in die Jugend von Hannover 96 wechselte und dort über die U-Mannschaften in die zweite Mannschaft aufstieg. 2016 folgte der Wechsel zum FSV Zwickau, ehe es 207 erstmals nach Babelsberg ging. In der Saison 2019/2020 lief der 27-jährige Linksverteidiger zwischenzeitlich für den FSV Frankfurt auf.

Bei der Alemannia setzte Fuat Kilic den 1,86 m großen Abwehrspieler ab Jahresbeginn 2022 immer wieder auch in der Innenverteidigung ein. Mit über 170 Regionalligaspielen gehört Wilton zu den erfahreneren Spielern im Kader, in der abgelaufenen Spielzeit kam er für die Schwarz-Gelben in 36 Pflichtspielen zum Einsatz und sammelte in diesen Partien elf Gelbe Karten.

Sebastian Schmitt

Sebastian Schmitt wechselte im Sommer 2018 an den Tivoli und brachte es in drei Spielzeiten aufgrund von Verletzungen nur auf 46 Einsätze. Dennoch gelangen dem vornehmlich als linker Verteidiger eingesetzte gebürtige Mainzer vier Tore und sieben Vorlagen. Ähnlich wie bei Alexander Heinze entschieden sich die damals neuen Verantwortlichen Martin Bader und Patrick Helmes gegen eine weitere Beschäftigung des Linksfußes. Schmitt wechselte in seine Heimatstadt zum TSV Schott Mainz in die Regionalliga Südwest.

Doch mit Fuat Kilic wurde das Personalkarussell am Tivoli im vergangenen Winter kräftig gedreht und Schmitt kehrte nach nur einem halben Jahr wieder zurück zu den Schwarz-Gelben. In der Rückrunde kam er 13-mal zum Einsatz, schoss ein Tor selbst und legte drei weitere Treffer auf.

Schmitt interpretiert die Rolle des linken Außenverteidigers sehr offensiv – zugunsten der Mannschaft, denn mit seinem Tempo, seinen Flanken und seinem Abschluss ist er in der Offensive eine Bereicherung. In der Viererkette dürfte er hinten link gesetzt sein – sofern er von Verletzungen verschont bleibt.

Pepijn Schlösser