Alemannia Aachen holt Peter Hermann als Berater zum Tivoli zurück

Alemannia stellt sich breiter auf : Peter Hermann kehrt als Berater zum Tivoli zurück

Peter Hermann ist vielen als Co-Trainer bekannt, nicht zuletzt im Gespann mit Jupp Heynckes. Zwischen 1974 und 1976 schnürte er als Spieler jedoch die Schuhe für die Alemannia. Nun kehrt der mittlerweile 67-Jährige zurück an den Tivoli und soll den Schwarz-Gelben beratend zur Seite stehen.

Als die 2. Fußball-Bundesliga 1974 eingeführt wurde, war Peter Hermann für Alemannia Aachen am Ball. Der Ball war sein Freund, nach 69 Spielen und sieben Treffern zog er weiter, schloss sich 1976 Bayer Leverkusen an. Ein paar Jahrzehnte später kehrt Peter Hermann nun zurück zum Tivoli, der inzwischen räumlich verschoben wurde.

Der 67-Jährige berät den Viertligisten ab sofort für ein kleines Honorar, sagt Präsident Martin Fröhlich. Hermann ist seit gemeinsamen Tagen bei Fortuna Düsseldorf mit Aufsichtsrat Dirk Kall verabredet. Der weitgereiste Hermann soll am Tivoli eine neue Struktur für den Leistungssport entwickeln. Ein Profi soll Alemannia weiterhelfen.

Mitte der 80er Jahre hat Hermann seine schöne Spielerkarriere beim Verbandsligisten VfL Hamm/Sieg austrudeln lassen. Vor über 30 Jahren wechselte er die Kabine - und wurde Trainer. Inzwischen gilt er als beliebtester Co-Trainer in der Bundesliga: Bayer Leverkusen, der 1. FC Nürnberg, Schalke 04, Fortuna Düsseldorf, der Hamburger SV oder auch Bayern München verpflichteten ihn begeistert. Ligaprimus Bayern war Hermann vor zwei Jahren sogar eine Ablösesumme von zwei Million Euro wert: Weltrekord für einen Co-Trainer.

Der notorische Meister brachte wieder das Erfolgsduo Jupp Heynckes/Peter Hermann zusammen. Ein paar Mal hat Hermann seitdem seinen Rückzug erklärt, er ist aber auch noch mit 67 Jahren kein Fußball-Rentner. Derzeit weilt er mit der Deutschen U18-Nationalmannschaft in Spanien, seit dem Sommer ist er Co-Trainer der DFB-Mannschaft. Nach seiner Rückkehr soll Hermann dann in der nächsten Woche ganz offiziell in Aachen vorgestellt wurde - bei seinem ehemaligen Verein, der nun wieder sein aktueller Verein ist.

Hermann wird sich zwar auch die Aufgabenverteilung im Jugendbereich analysieren, aber sein Augenmerk gilt primär der ersten Mannschaft. Bislang ist Fuat Kilic Trainer, Kaderplaner, Chefscout in Personalunion und schaut sich auch viele Jugendspiele an. Die üppige Aufgabenverteilung hat sich in Insolvenzzeiten so entwickelt, perspektivisch ist sie nicht, das sieht auch Kilic so. „Die Belastung ist schon extrem, ich komme kaum zur Ruhe“, hat der 46-Jährige schon häufiger bedauert.

Der Verein will wieder die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Dort der kurzfristig planende Trainer, hier der langfristig planende Sportdirektor. Hermann soll nicht nur helfen, dessen Profil zu schärfen. Er wird auch später bei der Kandidatenkür mitwirken, sagt Fröhlich. Ein neuer Sportdirektor, der vielleicht auch einen anderen Titel bekommt, soll schon ab dem Frühjahr die Weichen für die neue Saison am Tivoli stellen.

Hermann hat sich in den letzten Wochen – zuletzt bei Fortuna Köln – Alemannia-Spiele angeschaut. Operativ wird er allerdings nicht eingreifen. „Ich freue mich, dass so ein erfahrener Profi uns weiterhilft“, sagt Kilic.

Der amtierende Kaderplanertrainerscout hatte schon vor einem Jahr angekündigt, dass er nur im Aufstiegsfall noch als Trainer in der Regionalliga arbeiten wolle. Allerdings könne er sich auch andere Aufgaben am Tivoli vorstellen, hat er damals gesagt, ohne konkreter zu werden. Sein Vertrag läuft nach viereinhalb Jahren im Sommer aus. „Wir haben uns für den Januar zu Gesprächen verabredet“, sagt Präsident Fröhlich.