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Alemannia Aachen gehen die Verteidiger aus

Nach Niederlage in Lotte : Alemannia gehen die Verteidiger aus

Die erste Auswärtsfahrt seit einer gefühlten Ewigkeit endete mit einer großen Enttäuschung: Alemannia Aachen musste sich nicht nur mit 0:1 bei Kellerkind Sportfreunde Lotte geschlagen geben, das Regionalliga-Spiel sorgte auch dafür, dass zwei Spieler gegen Spitzenreiter RW Essen am Sonntag ausfallen werden.

Auf der Rückfahrt war es still im Mannschaftsbus des Fußball-Regionalligisten, die erste Dienstreise seit zweieinhalb Monaten hatten sich die Spieler von Alemannia Aachen ganz anders vorgestellt. Stefan Vollmerhausen war ebenfalls restlos bedient, der Trainer haderte auch am Tag nach der Niederlage bei den Sportfreunden Lotte (0:1) mit dem Matchglück, das am Mittwochabend definitiv nicht auf Aachener Seite war.

„Wir haben in den ersten zehn Minuten zu einhundert Prozent das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte der 47-Jährige. „Wir haben den Gegner eingeschnürt und hatten vier Abschlüsse.“ Ein Torerfolg kam nicht dabei herum, die folgende Aktion zeigte jedoch Wirkung, und zwar auf unangenehme Art: Schiedsrichter Jörn Schäfer hatte eine Notbremse von Alexander Heinze erkannt und zeigte Alemannias Kapitän die Rote Karte. Vollmerhausen, der sich in der Nähe des Tatorts aufhielt, sah jedoch ein Stürmerfoul.

„Alex ist mit blutiger Lippe vom Platz. Natürlich ist ihm ein technischer Fehler bei der Ballannahme unterlaufen, den er aber gut löst, indem er den Körper reinstellt. Und dann wirft sich sein Gegenspieler in ihn rein und trifft Alex mit dem Ellenbogen im Gesicht“, hatte der Augenzeuge beobachtet.

Der Innenverteidiger fällt damit nicht nur für das Heimspiel gegen Tabellenführer Rot-Weiss Essen am Sonntag aus, er verpasst auch die Auswärtspartie bei der spielstarken Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf nächste Woche Mittwoch; die offizielle Bestätigung der Sperre erhielten die Aachener bereits am Donnerstagmorgen. Gegen Essen muss noch ein zweiter Spieler in der Viererkette ersetzt werden, da sich Robin Garnier die fünfte Gelbe Karte abgeholt hat.

„Jammern hilft nicht, wir müssen das Beste aus der Situation machen“, sagte Vollmerhausen vor dem Duell mit dem Liga-Primus. Ein gelernter Innenverteidiger steht dem Trainer am Sonntag zwar nicht zur Verfügung, dafür kehrt aber Aushilfsverteidiger Marco Müller nach seiner abgesessenen Strafe zurück. Partner an seiner Seite wird dann wohl der gerade wiedergenesene André Wallenborn sein, der in Lotte sein Startelf-Comeback feierte.

Obwohl die Alemannia zuletzt drei Mal ohne Torerfolg blieb und zwei Mal als Verlierer vom Platz ging, stellte sich Vollmerhausen vor seine Mannschaft. „Es bringt jetzt nichts, die Jungs runterzumachen. Zumal wir in Lotte auch in allen Bereichen besser waren als der Gegner“, bilanzierte Vollmerhausen. „Dass wir wieder einen Gegentreffer durch ein Traumtor bekommen, zieht sich ja wie ein roter Faden durch die Saison.“ Dino Bajric (18.) hatte den Ball aus 25 Metern sehenswert im Aachener Tor versenkt.

Dass der Mittelfeldspieler der Lotter so frei zum Schuss kam, hatte auch mit der Roten Karte zu tun. „Dustin Zahnen hat den Ball ins Zentrum geklärt, wo normalerweise unser Zehner steht. Kai Bösing mussten wir nach dem Platzverweis aber von der Zehn auf die Sechs ziehen“, sagte Aachens Trainer. „Wir müssen uns den Schuh aber selbst anziehen: Wir hatten genug Chancen, um das Spiel auch trotz 80-minütiger Unterzahl sogar zu gewinnen.“

Das Problem: Die Mannschaft lässt zurzeit die letzte Konsequenz vermissen, seit dem Spieleraufstand hat sie kein Tor mehr geschossen. Der kommende Gegner ist da wesentlich zielsicherer unterwegs: In den vergangenen beiden Partien hat RWE zehn Mal getroffen und nur ein Gegentor kassiert. Keine guten Voraussetzungen für die Aachener vor dem 86. Aufeinandertreffen der beiden Traditionsclubs.