Aachen: Alemannia Aachen gegen Wattenscheid 09: Unsere Netzschau zum ersten Heimspiel 2018/2019

Aachen : Alemannia Aachen gegen Wattenscheid 09: Unsere Netzschau zum ersten Heimspiel 2018/2019

Nach der knappen Niederlage zum Saisonauftakt in Köln gegen den Klassenprimus Viktoria wollten Fuat Kilic und seine neu formierte Truppe im ersten Heimspiel 2018/2019 die ersten Punkte einsammeln. Allerdings hatte der Gegner aus Wattenscheid etwas dagegen und nahm die drei Zähler mit nach Bochum. Unsere Netzschau zur 0:2-Niederlage der Schwarz-Gelben am Montagabend.

Ein zartes Pflänzchen namens „Euphorie“ war tatsächlich auszumachen rund um den Tivoli. Zwar musste Trainer Fuat Kilic im Sommer wieder viele neue Gesichter integrieren und namenhafte Abgänge kompensieren, aber zumindest die zweite Halbzeit zm Saisonauftakt in Köln machte den Anhängern Hoffnung, dass die Wundertüte Alemannia auch in dieser Saison wieder überraschen kann. Immerhin stellten die Schwarz-Gelben Viktoria vor einige Probleme und mit etwas mehr Fingerspitzengefühl des Fußballgottes wäre im Sportpark Höhenberg auch ein Unentschieden trotz 0:2-Rückstand möglich gewesen.

Die ausgebliebene Punktebeute sollte am Montagabend gegen die SG Wattenscheid 09 im ersten Heimspiel der neuen Saison nachgeholt werden.

Noch vor Spielbeginn gab es etwas zu feiern. Die zum Ende der vergangenen Spielzeit ins Leben gerufene Fan-Initiative der „Öcher Investörchen“ hatte über den Sommer rund 50.000 Euro gesammelt, die dem Spielbetrieb der ersten Mannschaft zur Verfügung gestellt wurde. Für die Verantwortlichen der Alemannia nicht nur eine Menge Geld, sondern auch ein Zeichen, dass es rund um den Tivoli immer noch eine große Anzahl positiv Bekloppter gibt, die mit allem was sie haben, hinter ihrem Klub stehen.

Und dann rückte der Anstoß näher. Primetime. 20:15 Uhr. Das Fernsehen war auch vor Ort, der Sportsender Sport1 übertug die Partie live. Fuat Kilic schickte folgende Elf auf den Platz:

Und die wurde lautstark begrüßt. Die Stimmung war hervorragend, die 6.400 Zuschauer machten richtig Lärm, um ihre Mannschaft nach vorne zu treiben. Mit Ausnahme der einen Handvoll Wattenscheid-Fans dürfte das jedem vor Ort gefallen haben. Also fast jedem.

Die Alemannia kam auch gar nicht schlecht in die Partie, war aggresiv und hatte über weite Strecken des Spiels den Ball. Allerdings ohne rechte Ideen, was damit anzufangen sei. Im letzten und entscheidenden Drittel des Spielfelds fehlte der Spielwitz. Abschlüsse waren Mangelware. Lediglich eine gefährliche Aktion vom 19-jährigen Vincent Boesen konnte vermerkt werden.

Auch von Wattenscheid kam wenig nach vorne. Bis zur 31. Minute. Steve Tunga zog aus 30 Metern ab und der Sonntagsschuss am Montagabend suchte sich seinen Weg in den Winkel des Aachener Gehäuses. Alemannias Keeper Niklas Jakusch war geschlagen und Wattenscheids Torschütze feierte in dem Wissen, dass ihm ein solcher Ball nur sehr selten noch einmal gelingen wird.

Bis zur Halbzeit waren die Schwarz-Gelben nun damit beschäftigt den Rückstand zu verdauen. Ganz sicher hatten sie sich für die zweite Halbzeit einiges vorgenommen und das Bemühen war offensichtlich. Doch obwohl auch Wattenscheid zunehmend offensiver agierte und dadurch teilweise Räume bot, den Aachenern fiel in der Offensive nichts ein. Schüsse aus der zweiten Reihe? Fehlanzeige.

Kurz vor Schluss gab es dann doch noch einmal eine Chance: Freistoß kurz vor dem Eckpunkt, die gesamte Tivoli-Truppe im 16-Meter-Raum der Wattenscheider. Doch der eingewechselte Mahmut Temür, der eigentlich einen feinen Fuß hat, schoss den Ball an den Kopf der Ein-Mann-Mauer, Konter, ein Schuss aus 40, 50 Metern ins leere Aachener Tor, 0:2, Abpfiff.

Die zweite Niederlage im zweiten Spiel war damit besiegelt. Vorerst übernehmen die Schwarz-Gelben damit die „rote Laterne“ in der Regionalliga West - und das vor dem Auswärtsspiel am kommenden Freitag in Oberhausen, beim aktuellen Tabellenführer.

Da riefen manche Fans schon die Sanitäter herbei. Aber am Mittel für mehr Durchschlagskraft in der Offensive wird noch geforscht, das ist noch nicht marktreif. Zumindest aktuell nicht am Tivoli.

Für andere war das Spiel ein herber Dämpfer für die Anfangseuphorie zum Saisonstart.

Immerhin hatte einigen das Bier an diesem Abend geschmeckt. Wobei auch hier nicht alles glatt lief, denn einige Zapfanlagen konnten nur warmes Bier ausgeben - es läuft also noch nicht alles rund am Tivoli.

Aber Alemannia-Fans wären keine Alemannia-Fans, wenn sie keine Dauer-Optimisten wären. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und auch am Freitag startet die Partie erst einmal wieder bei 0:0. Und nach zwei Spieltagen ist eigentlich ja auch noch nichts passiert. Punkte sollten aber dennoch so langsam her, damit die Mannschaft nicht durch unnötigen Druck in eine Negativspirale gerät.

Am Freitabend werden alle Anhänger, Verantwortliche und die Mannschaft schlauer sein - und hoffentlich die ersten Punkte auf dem Konto haben.

(bph)
Mehr von Aachener Zeitung