Alemannia Aachen: Fuat Kilic suspendiert Manuel Glowacz

Suspendierung bei der Alemannia : Fuat Kilic verordnet Manuel Glowacz eine Denkpause

Es sind triste Tage am Tivoli. Die Enttäuschung ist groß nach dem verkorksten Saisonstart. Die sportlichen Aufgaben werden nicht kleiner, am Freitag reist das Team zum Tabellenzweiten nach Verl. Manuel Glowacz wird die Reise nicht mitmachen. Trainer Fuat Kilic hat ihm eine „Denkpause“ verordnet.

Für ein paar Stunden ist Fuat Kilic nach dieser ziemlich schmerzhaften Niederlage gegen Schalke II abgetaucht. Alemannias Trainer wollte nichts hören, nichts sehen und auch nichts sagen. Der Frust hatte sich festgesetzt. Der Eindruck hatte sich schon nach Spielende eingestellt, dass der Ehrgeiz des Trainers gerade größer ist als das Leistungsvermögen seiner Mannschaft. Der 46-Jährige hatte die Niederlage unerwartet persönlich genommen, nachdem viele Spieler an diesem Spieltag unter ihren Möglichkeiten geblieben waren.

Mit ein paar Stunden Abstand spricht auch Kilic nun von der schwierigsten Situation, die er bislang als Trainer am Tivoli erlebt hat. Schließlich sind die Ansprüche am Tivoli gewachsen. „Oben mitspielen“, war das selbst gesteckte Ziel. Die Enttäuschung ist ausgeprägt, auch weil der Trainer Fuat Kilic gerade registriert, dass die Einschätzung des Kaderplaners Fuat Kilic vielleicht zu optimistisch war. „Wir hinterfragen unsere Arbeit permanent“, räumt der 46-Jährige ein. Vielleicht werde der eine oder andere Spieler gerade mit der übertragenen Aufgabe und Verantwortung überlastet. „Es kann schon sein, dass ich einige Fakten nicht richtig gesehen habe“, sagt Kilic.

Die Mannschaft jedenfalls ist unter ihrem Niveau unterwegs, der Start in die Saison war punktemäßig sogar noch schlechter als in der letzten Spielzeit. „Wir müssen als Team diese schwierige Phase zusammen überstehen“, sagt Kilic. Die Krise will er als Herausforderung interpretieren: „Wir müssen da gemeinsam raus kommen und daran wachsen.“ Die Hürden werden nicht niedriger, in den nächsten Tagen stehen die Auswärtspartien beim SC Verl und bei Borussia Dortmund II an.

Schon am Freitag reist die Alemannia nach Verl, wo in dieser Saison schon der Bundesligist FC Augsburg im Pokal gestrauchelt ist. Keine Rolle spielt dabei vorerst Manuel Glowacz. Der Mittelfeldspieler ist in dieser Woche vom Training befreit, eine Denkpause, sagt Kilic. Beim Abschlusstraining vor dem Schalke-Spiel zeichnete sich für den erfahrenen Mittelfeldspieler ab, dass er nicht zur Startelf gehörte. Seine Reaktion stieß Kilic unangenehm auf. „Körpersprache und Motivationslage“ waren nicht in Ordnung, beobachtete er und verhängte in Absprache mit dem Spieler die Auszeit. „Er hat jetzt ein paar Tage Zeit, wieder herunterzukommen, und dann kann er sich ab nächste Woche wieder im Training aufdrängen“, sagt der Trainer. Gegen Verl taucht der 32-Jährige, Mitglied im Mannschaftsrat, nicht in der Reisegruppe auf. „Die Mannschaft steht über allen, das muss jeder Spieler verinnerlichen“, urteilt Kilic.

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