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Alemannia Aachen: 1:1-Unentschieden bei Fortuna Köln

Pyro und Protest in Köln : Alemannia spielt zwei Stunden und holt einen Punkt

Alemannia Aachen spielte am Montagabend 1:1 bei Fortuna Köln, doch im Mittelpunkt standen die Fans. Die Partie musste nach Zuschauerprotesten und zündenden Gästefans mehrfach unterbrochen werden, es wird wieder ein Nachspiel beim Verband geben.

Für 22.15 Uhr an diesem Abend hatte Alemannia Nudeln in die Kabine bestellt. Bis dahin, so war der Plan, sollte das Auswärtsspiel bei Fortuna Köln, locker beendet sein. Es kam dann anders, schon früh zeichnete sich ab, dass Aachens Spieler an diesem Montagabend statt einer warmen nur eine kalte Mahlzeit bekommen sollten.

Im Kölner Südstadion gab es eine ungewöhnliche Partie, die erst nach mehr als zwei Stunden beendet war. Der Vergleich endete 1:1, obwohl Aachen die besseren Gelegenheiten besaß. Das es ein so turbulenter Abend wurde, lag weniger an den beiden Mannschaften, sondern eher an den Fans, die sehr ausdauernd in vielen Formen gegen den ungeliebten Termin protestierten.

An anderen Tagen mögen sich die Fans der beiden Lager nicht, an Montagen aber sind sie vereint in ihrer Abneigung gegen den übertragenden Sender Sport 1. Es gab reichliche Schmähplakate und mehr als 25 Minuten lang stummen Protest. Dann setzte ein unmelodisches Trillerpfeifenkonzert ein, und Dutzende Tennisbälle aus dem Kölner Block flogen aufs Spielfeld. Der Stadionsprecher versuchte es mit dem hilflosen Appell: „Bitte unterlasst das Pfeifen.“ Die Reaktion? Mehr Pfiffe.

Dann pfiff auch Schiedsrichter Christian Scheper in sein Pfeifchen und unterbrach die Partie. Die Mannschaften kehrten nach 33 Minuten vorübergehend das Spielfeld und kehrten in die Kabine zurück. Drittelpause. Nach 16 Minuten ging es weiter – mit der ersten Halbzeit.

Die ersten Minuten an diesem Abend, als es noch ruhig war in Köln-Zollstock, gehörten der Fortuna. Die Gastgeber organisierten ihre Angriffe bevorzugt über ihre rechte Seite. Dort verteidigte Aachens Patrick Salata für den gesperrten André Wallenborn. Die erste Chance hatte Hamza Salman, er profitierte von einem krassen Fehlpass von Matti Fiedler. Sein Fernschuss war die erste Herausforderung für Alemannias Torwart Ricco Cymer (6.).

Es dauerte ein Weilchen, bis sich auch die Aachener in der Partie anmeldeten. Die ersten Gelegenheiten ergaben sich über ruhende Bälle. David Pütz hätte gleich mal sein erstes Saisontor erzielen können. Matti Fiedler verlängerte einen Eckball auf seine Stirn, aber der Mittelfeldspieler köpfte aus vier Metern vorbei (9.). Der 22-Jährige bekam auch die nächste Gelegenheit nach einem Freistoß, er zielte zu hoch (27.).

Führung beeindruckt Aachen nicht

Aachen kam stärker aus der Dritttelpause, Vincent Boesen lenkte eine Salata-Vorlage auf das Tor, Noe Baba klärte auf der Linie. Kölns Torwart Kevin Rauhut, der auch eine Tivoli-Vergangenheit hat, bekam nun alle Hände voll zu tun. Noch vor dem Seitenwechsel wehrte er einen kernigen Versuch von Marco Müller ab.

Dann war wieder Pause und bald darauf war wieder Pause. Diesmal unterbrach Schiedsrichter Scheper die Partie für eine vermutlich kostenpflichtige Pyro-Show der Aachener Anhänger. Als der Ball mal wieder losrollte, rannte Mike Owusu los. Aachens Abwehr stand brav Spalier, ungestört konnte der Angreifer sein Werk zum 1:0 vollenden.

Die unerwartete Führung beeindruckte die Aachener nicht sonderlich. Sie erhöhten mit frischem Personal die Schlagzahl. Sie schnürten Fortuna minutenlang ein. Versuche von Jonathan Benteke und Kai Bösing zischten knapp am Tor vorbei. Der Ausgleich war überfällig, und er fiel durch Aachens agilsten Spieler. Marco Müller knallte aus zehn Metern den Ball unter die Latte (83.).

Benteke hatte noch eine Chance, sein Schuss in der Nachspielzeit wurde abgeblockt. Es war die letzte Gelegenheit an einem denkwürdigen Abend, der nach 128 Minuten beendet war.

Torschütze Müller trauerte zwei verlorenen Punkten hinterher: „Hier war mehr drin, wir hatten an diesem ungewöhnlichen Abend die besseren Chancen.“

Fortuna Köln: Rauhut – Bender (61. Försterling), Uzelac, Filipovic, Ochojski - Hoffmann (56. Lunga), Baba - Salman (56. Idrizi), Abderrahmane, Owusu (79. Güler) - Prokoph

Alemannia Aachen: Cymer - Garnier, Heinze, Fiedler, Salata - Pütz, Müller - Batarilo (64. Rüter), Bösing (86. Özkan), Schmitt (64. Benteke) - Boesen (90. Hackenberg)

Weiter im Kader: Krul - Glowacz,Rakk

Schiedsrichter: Scheper (Emstek) Zuschauer: 2613 Tore: 1:0 Owusu (55.), 1:1 Müller (83.) Gelbe Karten: Bender, Prokoph, Salman/Müller (3), Boesen (2)