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Abstimmung: Das Tor der Legenden-Elf von Alemannia Aachen

Jetzt abstimmen : Der Torwart von Alemannias Legenden-Elf

Stephan Straub fischt den Ball aus dem Winkel, wirft das Leder in die Füße von Reinhold Münzenberg, Pass auf Michel Pfeiffer, der Stephan Lämmermann gekonnt in Szene setzt … Was für ein fiktiver Angriff mit klangvollen Namen! Wir suchen Alemannias Legenden-Elf, und Sie haben die Wahl: Stimmen Sie jetzt ab!

Wir suchen die Besten der Besten der Alemannia und stellen Spieler aus den verschiedensten Dekaden vor. Dieses Mal geht es um die Position des Torhüters. Aufstiegs- und Pokalhelden sind dabei. Sogar ein späterer Deutscher Meister. Für diese ganz spezielle Position stellen wir spezielle Charaktere zur Auswahl, eins haben sie aber alle gemeinsam: Am Tivoli werden sie immer in Erinnerung bleiben. Doch wer hütet den Kasten von Alemannias Legenden-Elf?

Präzise Abwürfe, weite Abschläge, große Sprungkraft, Ausstrahlung, Strafraumbeherrschung und nahezu unüberwindbar beim 1:1-Duell: Torhüter sind mit verschiedenen Eigenschaften gesegnet und der Rückhalt ihres Teams. Die Defensivarbeit beginnt zwar in der vordersten Reihe, aber ein Schlussmann mit Können verleiht jeder Mannschaft Sicherheit. Über die Jahre hatte die Alemannia unterschiedliche Typen im Tor. Wir haben einige ausgewählt, Sie bestimmen, wer von ihnen einen Platz in der Legenden-Elf erhält.

Gerhard „Gerd“ Prokop

Vom SV Zweckel über die Sportfreunde Gladbeck kam Gerd Prokop 1963 an den Tivoli und spielte bis 1976 mit einer Unterbrechung von viereinhalb Jahren für die Alemannia in der Bundesliga, der 2. Liga und der Regionalliga West. Insgesamt hütete er in 199 Partien das Tor der Alemannia. Zwischendurch hielt er auch 119 Spiele für die KAS Eupen den Kasten sauber.

Auch nach seiner aktiven Karriere blieb der 1,82 Meter große Keeper den Schwarz-Gelben erhalten. In seinen letzten zwei Spielzeiten war er von 1974 bis 1976 zusätzlich als Co-Trainer im Eisatz. Im Anschluss war er bis 1978 Chefcoach. Zudem führte er zwischenzeitlich eine Textilreinigung in Aachen und ein Modegeschäft in Forst. Es entstandt der Eindruck, dass er in der Kaiserstadt sesshaft geworden sei. Doch weit gefehlt.

Nach seiner Zeit am Tivoli wurde der Trainer Prokop zu einem echten Wandervogel. Nicht weniger als 18 weitere Stationen folgten auf sein Engagement bei der Alemannia. Vor allem in Griechenland war Prokop unterwegs und lehrte die Kunst des Balltretens noch bis 1998. Bei Athinaikos Athen beendete er schließlich seine Karriere.

Im Januar 2002 starb er im Alter von 62 Jahren. Seinen Platz in den Alemannia-Geschichtsbüchern hat er aber sicher.

Johannes „Hannes“ Kau

Die Alemannia hat schon so manch legendäre DFB-Pokalschlacht geschlagen. Unvergessen bleibt die Erstrundenpartie in der Saison 1986/87 als Zweitligist gegen den deutschen Vizemeister Werder Bremen, in der ein Torwart ganz besonders auf sich aufmerksam machte.

Das Hinspiel am 29. August in Bremen endete trotz Verlängerung 0:0. Die damaligen Regularien sahen ein Rückspiel auf dem Tivoli vor. Doch auch am 7. Oktober stand es nach insgesamt 120 Minuten 0:0. Die Entscheidung vor 21.000 Zuschauern musste im Elfmeterschießen fallen!

Trainer Werner Fuchs bestimmte seine fünf Schützen, einer davon war Aachens Keeper Kau und er verwandelte souverän gegen Dieter Burdenski zum zwischenzeitlichen 5:4. Mit seinen guten Reflexen verhinderte er zudem zwei Treffer der Mannschaft von der Weser, indem er die Elfmeter von Manfred Burgsmüller und Mirko Votava hielt. Am Ende zogen die Schwarz-Gelben dank Kau mit 7:6 in die zweite Runde ein.

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Kau, 1957 in Erftstadt geboren, verbrachte seine gesamte Profilaufbahn bei der Alemannia. Von 1975 bis 1991 hütete er in insgesamt 251 Partien den Kasten der Aachener, selbst nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga spielte er noch eine Saison in der Oberliga Nordrhein. Im Anschluss ließ er seine Karriere bei Rhenania Würselen ausklingen.

Von 1999 bis 2002 kam er noch einmal an den Tivoli zurück und gab sein Wissen und seine Erfahrung als Torwarttrainer an die nächste Generation weiter. Zudem war er Trainer bei Alemannia Mariadorf und Borussia Brand.

Kristian „Langer“ Nicht

Kristian Nicht hat als Torwart so ziemlich alles erlebt, was ein Torhüterleben zu bieten hat. 1982 in Jena geboren, stand er in seiner Jugend von 1988 bis 2002 im Tor des FC Carl Zeiss. Über die Stuttgarter Kickers und den 1. FC Nürnberg kam er im Sommer 2004 zur Alemannia.

Dort löste er zwischenzeitlich Stephan Straub als Stammtorwart ab und war die Nummer eins in der Aufstiegssaison 2005/2006. Erstmals nach 36 Jahren waren die Kaiserstädter, auch dank der Leistungen von Nicht, wieder erstklassig.

In der darauffolgenden Bundesligasaison fiel er immer wieder durch Patzer auf, er verlor seinen Stammplatz, in der Saison 2007/08 war er zur Winterpause sogar nur noch dritte Wahl. In seinem letzten Spiel für die Alemannia zeigte er allerdings noch einmal eine seiner Stärken: Eingewechselt nach einer Roten Karte von Thorsten Stuckmann, hielt er gegen die TuS Koblenz direkt den fälligen Elfmeter. Anschließend verließ der einstige Aufstiegsheld die Schwarz-Gelben in der Winterpause Richtung Norwegen und schloss sich Viking Stavanger an.

Im Juli 2009 kehrte er nach Deutschland zurück, beim KSC war aber im Juni 2011 wieder Schluss, Nicht war vereinslos. Doch trotz des Aufstiegs in die Bundesliga und großen Spielen sollte das größte für ihn noch kommen: Im Frühjahr 2012 suchte er sein Glück in den USA. Über unterklassige Teams empfahl er sich 2015 für Montreal Impact, kurze Zeit nach seinem Wechsel auf Leihbasis stand er im Finalrückspiel der dortigen Champions League vor rund 61.000 Zuschauern im Tor – die Partie endete mit einer 2:4-Niederlage.

Friedrich „Fritz“ Neußl

Der 3. September 1933 war ein verregneter Tag. Doch gegen das Strahlen eines Mannes hätte die Sonne an diesem Nachmittag keine Chance gehabt. Fritz Neußl, Torwart der Alemannia, wurde nach dem Spiel der Aachener auf dem Tivoli gegen Hamborn 07 auf Händen getragen. Denn der Keeper aus der Steiermark, den alle nur „Katze“ nannten, hatte in der Partie alles gehalten, was es zu halten gab. Die Hamborner Angriffsreihe verzweifelte am Österreicher, am Ende gewann die Alemannia mit 2:1. Auch Jahrzehnte später konnte er sich noch an die freudigen Gesichter seiner Teamkameraden und Fans erinnern.

Mit Neußl im Tor gewannen die Schwarz-Gelben in der Saison 1937/38 die Gauliga Mittelrhein, es folgten Spiele in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft – große Zeiten für die Alemannia.

Ohne Neußl nicht denkbar, dabei ist er nur durch Zufall in der Kaiserstadt gelandet. Eigentlich war er 1933 nur auf der Durchreise, eine Krankheit zwang ihn zu einem Aufenthalt in Monschau. Anschließend entschied er sich zu bleiben. Da er bereits in seiner Heimat ein guter Torwart war, wollte er beim besten Fußballklub Fuß fassen – und wurde bei der Alemannia zur Vereinslegende.

Unvergessen bleibt beispielsweise die Saison 1936/37 in der Neußl und Reinhold Münzenberg ein fast unüberwindbares Bollwerk bildeten, das nur 21 Gegentreffer in 22 Spielen kassierte.

Erst der Krieg beendete 1941/42 seine aktive Zeit am Tivoli, er wurde nach Berlin berufen, spielte dort noch kurz für die Hertha, geriet in Kriegsgefangenschaft und kehrte erst 1953 mit seiner Frau Aene, einer echten Öcherin, nach Aachen zurück. Bis zu seinem Ruhestand 1977 arbeitete er als kaufmännischer Angestellter im Bauunternehmen Goffart & Münzenberg und lebte bis zu seinem Tod im Januar 2011 in der Kaiserstadt. Täglich ging er mit seiner Frau zum Elisenbrunnen spazieren, um ein Glas Wasser aus der Kaiserquelle zu trinken.

Stephan „Straubi“ Straub

Berlin, 29. Mai 2004, DFB-Pokal-Finale. Der Deutsche Meister Werder Bremen und der Zweitligist Alemannia Aachen spielen vor 71.000 Zuschauern um die goldene Trophäe. Die Schwarz-Gelben unterliegen am Ende zwar knapp mit 2:3, ziehen aber dennoch in den UEFA-Pokal ein. Der einst klamme Klub ist mit einem Schlag schuldenfrei. Auf dem Weg ins Finale bleiben vor allem die Siege über die Bundesligisten Bayern München (2:1) im Viertel- und Borussia Mönchengladbach (1:0) im Halbfinale im Kopf. Doch entscheidenden Anteil an Aachens furioser Pokalsaison hatte vor allem der Mann im Kasten der Alemannia: Stephan Straub.

Gleich in der ersten Runde rettete der gebürtige Saarbrücker seine Mannschaft mit zwei gehaltenen Schüssen im Elfmeterschießen gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt. Und auch in der zweiten Runde war „Straubi“ der Held des Abends. 1860 München, damals noch Bundesligist, war zu Gast auf dem Tivoli. In der ersten Halbzeit verhinderte Aachens Schlussmann das 0:2, indem er einen Ball von Nationalstürmer Benjamin Lauth noch aus dem Winkel kratzte. Am Ende ging es erneut ins Elfmeterschießen, Straub behielt wieder die Nerven, hielt den fünften Ball von Remo Meyer und sicherte seinem Team den Einzug in die dritte Runde.

Große Pokalspiele auf dem Tivoli waren dem 1,82 Meter großen Keeper aber schon vor seiner Alemannia-Zeit bekannt. Beim legendären – und aus Aachener Sicht tragischen – Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und den Kaiserstädtern im Dezember 1997. In der Nachspielzeit hielt der Elfmeterkiller einen Strafstoß von Mario Krohm, der Nachschuss war zwar drin, zählte aber nicht, weil ein zweiter Ball aus dem Mannheimer Block aufs Feld geworfen wurde. Am Ende siegte der SVW – natürlich im Elfmeterschießen.

2001 kam Straub von Saarbrücken aus an die Krefelder Straße und war zunächst als Ersatz für Christian Schmidt geplant. Nachdem sich dieser verletzte, bot Straub so gute Leistungen, dass er fortan Aachens neue Nummer eins war. Es folgten 132 Pflichtspiele in Folge, drei sechste Plätze in der 2. Bundesliga, das erwähnte Pokalfinale und der Einzug in die dritte Runde des Uefa Cups.

Ausgerechnet vor der Aufstiegssaison verletzte er sich dann aber schwer und verlor seinen Stammplatz an Kristian Nicht, eroberte ihn aber in der Bundesligasaison wieder zurück. Auch nach dem direkten Wiederabstieg blieb Straub den Schwarz-Gelben treu. Sein letztes Spiel im Trikot der Alemannia absolvierte er zum Abschluss der Saison 2008/09. Mit ihm verabschiedete sich auch der altehrwürdige Tivoli.

Im Anschluss half er noch kurz bei Fortuna Düsseldorf aus, die einen erfahrenen Schlussmann aufgrund von Verletzungssorgen suchten. Danach hing er die Fußballschule an den Nagel. Der Region blieb er jedoch erhalten. Er trainierte Concordia Oidtweiler, gab sein Wissen an die Torhüter der Alemannia weiter und heuerte beim SV Rott an.

André Lenz

Am Nachmittag des 4. Aprils 2009 empfing der VfL Wolfsburg vor 30.000 Zuschauern den FC Bayern München zum Spitzenspiel in der Bundesliga. Als Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer die Partie nach 90 Minuten abpfiff, hatten die Wölfe den Rekordmeister mit 5:1 abgefertigt und holten sich am Saisonende erstmals den Meistertitel. Mittendrin an diesem denkwürdigen Samstag: André Lenz. Felix Magath hatte seinen Ersatzkeeper in der 89. Minute eingewechselt. Für die einen eine große Geste, für andere die endgültige Demütigung von Magaths ehemaligen Arbeitgeber. Die VfL-Fans hatten ihren Spaß, Lenz durfte nach der Begegnung die Humba anstimmen.

Lenz‘ Karriere begann 1979 in der Jugend des TV Asberg. Über den KFC Uerdingen kam der in Mülheim an der Ruhr geborene Torwart 1990 zum Wuppertaler SV. Dort gehörte er von 1992 an zum Profikader des damaligen Zweitligisten. Er blieb auch nach dem Abstieg in die Regionalliga West/Südwest beim WSV. Im Sommer 1997 folgte der Wechsel an den Tivoli.

Bis 2001 absolvierte Lenz, der für seine Gelfrisur bekannt ist, 99 Spiele für die Aachener. 1999 gelang ihm mit den Schwarz-Gelben die Rückkehr in die 2. Bundesliga, in der er einen Stammplatz zwischen den Pfosten hatte.

Es folgten Stationen bei Energie Cottbus und 1860 München, ehe er sich den Niedersachsen anschloss. In Wolfsburg beendete er im Sommer 2012 seine aktive Karriere und wurde anschließend Teammanager. Kurz nach der Entlassung von Felix Magath beendete aber auch Lenz seine Tätigkeit dort im Oktober 2012 bereits wieder.

Abstimmung

Das waren unsere Kandidaten. Jetzt sind Sie an der Reihe. Welcher dieser Alemannia-Helden muss auf jeden Fall einen Platz in der Legenden-Elf erhalten? Auch wenn es schwer fällt, Sie können nur für einen Spieler abstimmen.

Die Abstimmung läuft bis Sonntag, 2. Februar 2020, 23.59 Uhr. Aus allen abgegeben Stimmen erstellen wir Alemannias Legenden-Elf, die im 4-3-3 auflaufen und von einem Trainerduo gecoacht wird.

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Hinweis: Die Angaben zu den Spielzeiten, Einsätzen und Toren wurden von Oche Hoppaz übernommen.