Neuer Vorstand der Alemannia-Anhänger : Statt „ Intensivstation“ jetzt auf zum Doppelpass

Gregor Forsts Wortwahl lässt keinen Zweifel an der Dringlichkeit der Entscheidung aufkommen: „Die IG lag auf der Intensivstation.“ IG steht für „Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fanklubs“ und damit nicht nur für Fan-Interessen, sondern auch für demokratische Mitbestimmung im Aachener Traditionsklub. Jetzt geht es richtig aufwärts.

Im April hatte sich ein Notvorstand gefunden, der verhindern wollte, dass die Fan-IG durch eine Riege aus Ultras dominiert würde. Aus diesem Notvorstand ist am Donnerstagabend ein regulärer Vorstand geworden, der sich der Unterstützung der Mitglieder sicher sein darf: Bei der Abstimmung über die sieben Vorstandsmitglieder (siehe Zusatzbox) im Presseraum des Tivoli gab es keine Gegenstimme und Enthaltungen meist nur von den jeweils zu wählenden Kandidaten.

Vorsitzender und damit Sprecher ist Gregor Forst, der im Vorsitz des Wahlausschusses bereits reichlich Gremienerfahrung sammeln konnte. Sein Stellvertreter und IG-Geschäftsführer ist Markus Buck. Ein Herzens­alemanne, der bereits mehrfach im Vorstand der Fan-IG aktiv war.

Die sieben haben den Mitgliedern ein ambitioniertes Programm vorgestellt, das breit aufgestellt ist und durch Sacharbeit den Stellenwert der IG wieder festigen soll. Als Fan-IG sieht man die konkrete Zusammenarbeit mit den Fans als logischen Fokus, ohne dass dem offiziellen Fan-Projekt der AWO Konkurrenz gemacht werden soll. Die Intensivierung der Fan­arbeit soll dennoch einen Schwerpunkt der Arbeit bilden. Zum Beispiel über die „Junge IG“, die auf die Zehn- bis 17-Jährigen zugeschnitten ist. Zu Treffen sollen Alemannia-Spieler eingeladen werden, es gibt Spielenachmittage, Begleitung bei Auswärtspartien und eSports-Events.

Ein Schwerpunkt soll die Zusammenarbeit mit dem TSV Alemannia Aachen sein. Über regelmäßige Treffen mit dem Vorstand – hier wurde ein großes Defizit beklagt – will man die Kommunikation deutlich verbessern. Der Umgang mit den Gremien soll konstruktiv-kritisch sein, dabei will die IG aber auch über die Koordination von Ehrenamtlern den TSV unterstützen. Zum Thema Investor gibt es einen klaren Standpunkt: Der ist vorstellbar, wenn er passt und die „50+1“-Regel garantiert wird, also der mehrheitliche Verbleib der Anteile beim Verein.

Soziale Projekte wie die viel beachtete Ausstellung „Alemannia 1933 bis 1945“ gelten als beispielhaft. „Teile dieser Ausstellung sollen auch in den Fan-Bereich im Tivoli integriert werden“, versprach Thomas Wenge, bisheriger IG-Vorsitzender und einer der Hauptorganisatoren der Ausstellung. Das Weihnachtssingen im Tivoli soll auch künftig als ein Engagement der IG in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Der eSport, also die Abteilung elektronischer Spiele, wird in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe konstruktiv mitgestaltet. Forst: „Wir wollen die jungen Menschen aus ihrem Cocon vor den Bildschirmen wieder in die Gemeinschaft holen.“

Einen bemerkenswerten neuen Akzent will die Fan-IG durch die Anstellung eines erstmaligen hauptberuflichen Vorstandsassistenten setzen. Dies wird möglich durch ein neues Förderprogramm für schwer vermittelbare Arbeitssuchende, über die eine solche Anstellung über die ersten zwei Jahre komplett finanziert wird. Arbeit gibt es nach Ansicht des Vorstands genug. Dieses Projekt wird begleitet von Alemannia-Förderer Alois Poquett, der als Geschäftsführer des Sozialvereins Wabe und der Via Integration jede Menge Erfahrung hat.

„Planung statt Zufall“

Der Vorstand formulierte klare Vorstellungen von der Finanzierung der IG, der Führung des Fan-Hauses in der Liebigstraße und der Außendarstellung. Gregor Forst formulierte es so: „Planung ersetzt Zufall durch Irrtum.“
Weitere Infos im Internet:

www.ig-alemanniafans.de

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