Schaesberg: 4:0 gegen Lübeck: Auch Kilic hat Spaß beim Zuschauen

Schaesberg : 4:0 gegen Lübeck: Auch Kilic hat Spaß beim Zuschauen

Am Vormittag hatte Pierre Kleinheider seinen Vertrag bis Saisonende unterschrieben, am Nachmittag erlebte er dann seinen zweiten Testspieleinsatz — und nahm die unschönen Begleiterscheinungen mit schwarzem Humor: „Das kenne ich ja aus dem Osten.“

Viel zu tun bekam der 26-Jährige, vom Halleschen FC verpflichtet, nicht bei Alemannia Aachens souveränem und überzeugendem 4:0 gegen Nord-Regionalligist VfB Lübeck, und als er zehn Minuten vor Schluss vor rund 300 Zuschauern in Schaesberg gegen den freistehenden Senger gefordert war, löste er die Aufgabe kalt wie Hundeschnauze.

Die niederländische Polizei musste die randalierenden Gruppen voneinander trennen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Vor der Spielunterbrechung hatten die Schwarz-Gelben Probleme, in die Partie zu finden, danach kamen sie ordentlich in Schwung, und Chefcoach Fuat Kilic durfte zufrieden über die Generalprobe vor Wiederbeginn der Liga am Freitag bei Borussia Mönchengladbach bilanzieren: „Ich habe das gesehen, was ich mir vorstelle. Es hat Spaß gemacht, da zuzuschauen.“

Ab der 17. Minute, nach rund halbstündiger Unterbrechung, wurde Alemannia lebendiger, kam permanent zu Ballgewinnen, überzeugte im Umschaltspiel und entwickelte das richtige Gespür, auch mal Ruhe reinzubringen. „Wir haben eine sehr gute Balance gefunden“, sagte Kilic. „Die Tore waren dann das Produkt des Ganzen.“

Nachdem Daniel Engelbrecht in der ersten Halbzeit zwei Kopfbälle knapp neben das Tor platziert hatte, löste Kapitän Aimen Demai den Knoten auf Vorarbeit von Fabian Graudenz mit einem Treffer aus 14 Metern (50.). Vier Minuten später nutzte Graudenz schlampige Lübecker Abwehrarbeit freistehend zum 2:0. Und Engelbrecht setzte seine Erfolgsserie auch im vierten Test fort: Maciej Zieba legte in der 75. Minute auf, dann markierte der heimgekehrte Stürmer mit einem Seitfallzieher den Endstand (78.).

Kilic probierte auf einigen Positionen noch was aus, doch schon jetzt deutet einiges auf ein festgespieltes Offensiv-Quartett mit Engelbrecht, Zieba, Graudenz und Dennis Dowidat hin, die für ordentlich Betrieb sorgten und gut miteinander zu harmonieren scheinen. „Aber“, sagt Kilic, „die Trainingswoche wird letztlich entscheiden.“

Alemannia: Kleinheider - Ernst (63. Winter), Propheter, Lünenbach (63. Kühnel), Mohr (57. Vrzogic) - Staffeldt, Demai - Zieba (83. Korb), Dowidat (78. Maier), Graudenz (83. Hasani) - Engelbrecht (83. Gödde)

Mehr von Aachener Zeitung