Wehrle und Veh vor Abgang? Beim 1. FC Köln rumort es in der Chef-Etage

Zerstört sich der FC wieder selber? : Beim FC rumort es mächtig hinter den Kulissen

Während es sportlich immer besser zwischen der Mannschaft und dem neuen Trainer Achim Beierlorzer klappt, rumort es in der Chef-Etage ordentlich: Haben die Geschäftsführer Veh und Wehrle Wechselabsichten?

„Die Mannschaft zieht gut mit, die Stimmung ist top. Wir haben jetzt schon einen sehr, sehr guten Kader. Und wir wollen ja noch zwei dazu nehmen“, zog FC-Trainer Achim Beierlorzer ein zufriedenes Zwischenfazit des ersten Kölner Trainingslagers in Donaueschingen.

Der FC hatte gerade 16:0 gegen den Landesligisten FC Bad Dürrheim gewonnen – für den Bundesligisten eine bessere Trainingseinheit – und der 51-Jährige war voran gekommen auf dem Weg, seinem 25-köpfigen Kader seine Spielidee zu vermitteln: schnelles Umschalten, Spiel in die Tiefe, um die Fähigkeiten der schnellen Neuzugänge Kingsley Schindler und Kingsley Ehizibue in Szene zu setzen, Vorwärtsverteidigung.

Während also im sportlichen Bereich die Weichen für das große Ziel Klassenerhalt gestellt werden, rumort es offensichtlich in der Führungsebene. Angefangen beim kommissarischen Vorstand um Stefan Müller-Römer, der bis zur Neuwahl des Gremiums am 8. September kaum zukunftsfähige Entscheidungen treffen kann oder will, bis runter zu Frank Aehlig, dem Leiter der Lizenzspieler-Abteilung, der zwischenzeitlich vom Ligakonkurrenten RB Leipzig heftig umworben war – und diesen Avancen wohl auch nicht abgeneigt schien, bis Leipzig sich dann doch für eine andere personelle Lösung entschied.

Kehrt Veh nach Stuttgart zurück?

Doch auch auf der Führungsebene dazwischen hakt es im Hintergrund offenkundig gewaltig. Eine Stuttgarter Zeitung hatte Armin Veh, den Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln, als heißen Kandidaten für das Präsidentenamt beim Zweitligisten VfB Stuttgart dargestellt. Und Veh, der 2007 als Nachfolger von Giovanni Trapattoni als Trainer mit den Schwaben die Deutsche Meisterschaft holte, schien durchaus geschmeichelt, auch wenn sein Vertrag mit dem FC noch bis 2020 läuft.

Damit nicht genug wird auch Geschäftsführer Alexander Wehrle mit dem VfB in Verbindung gebracht. Wehrle hatte seine Karriere dort begonnen, Freunde und Familie des 44-Jährigen leben dort im Ländle, die engen Kontakte sind nie abgerissen – und das kolportierte Interesse, Wehrle im kommenden Jahr in Stuttgart als Vorstandsvorsitzenden zu installieren, wäre ein weiterer Karriereschritt.

Wenn dem nicht sein bis 2023 laufender Vertrag entgegenstehen würde. Doch anders als Armin Veh nahm Wehrle zu den Spekulationen um seine Person Stellung: „Die Frage stellt sich heute nicht, da ich beim FC einen Vertrag habe. Der FC ist ein toller Klub und wird es immer bleiben. Und die Menschen in Köln sind mehr als liebenswert“, sagte Wehrle dem „Kölner Stadtanzeiger“ und fügte an: „Stand heute gehe ich davon aus, dass ich meinen Vertrag bis 2023 erfüllen werde. Es gab von meiner Seite auch noch keine Gespräche mit dem VfB.“

Ein klares Dementi könnte sicherlich eindeutiger formuliert werden – und ein klareres Bekenntnis zum Bundesliga-Aufsteiger auch davon abhängen, wie der neugewählte Vereinsvorstand aussehen wird, der auf die zerstrittene Zwischenlösung folgen wird. Die Gefahr, dass die komplette Führungsstruktur des FC zunichte gemacht werden könnte, sieht Wehrle zumindest offiziell nicht: „Ich habe einen langfristigen Vertrag beim FC, das spricht für Kontinuität“, sagte der Geschäftsführer dem „Kölner Stadtanzeiger“. „Und ich gehe davon aus, dass der designierte Vorstand nach der Mitgliederversammlung zeitnah die Gespräche mit Armin Veh suchen wird.“

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