Vorbericht: 1. FC Köln gegen FC Ingolstadt

Rendezvous in Ingolstadt : Kölner Modeste und Schanzer Mavraj vor Wiedersehen

Das Wiedersehen der großen Freunde muss am Sonntag entfallen. Salih Özcan (21), der junge Mittelfeldspieler des 1. FC Köln, ist erkrankt und wird beim Auswärtsspiel der Kölner beim FC Ingolstadt fehlen.

„Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, dass die Kölner jetzt kommen. Sie haben ihre letzten Spiele nicht so bestritten, wie sie sich das vorgenommen haben, und das kann auch für Druck und Unruhe sorgen“, sagt Mavraj. Die 2. Bundesliga sei zudem eine sehr enge Liga, für die Partie am Sonntag gebe es keinen eindeutigen Favoriten, und Namen seien ohnehin nicht entscheidend. „Keinem aus dem Team ist angst und bange, was da auf uns zukommt. Wir wollen den zweiten Heimsieg 2019, und der wäre gegen einen Topgegner noch schöner. Außerdem glaube ich, dass uns ihre Spielweise entgegenkommen könnte“, gibt sich Mavraj betont selbstbewusst.

Ende 2016 hatte der Verteidiger nach 46 Einsätzen den FC verlassen. Er bezeichnete Köln als das „bedeutendste Kapitel“ seiner Karriere und habe in der Stadt „sehr viel Liebe“ erfahren. Danach verlief seine Karriere nicht mehr stringent. Beim Hamburger SV war der 48-fache Nationalspieler unter Trainer Markus Gisdol noch gesetzt, von dessen Nachfolger Christian Titz fühlte er sich schlecht behandelt. Mavraj warf ihm systematische Ausbootung vor und urteilte scharf. Titz sei „menschlich ein Desaster“.

Auch bei seiner nächsten Station hat es für ihn offenbar nicht so gepasst. Nur vier Monate lief er in sieben Spielen für den griechischen Erstligisten Aris Saloniki auf. Dann kam das Angebot aus Ingolstadt, wo Mavraj jetzt wieder Wertschätzung erfährt.

Das liegt auch an Jens Keller, einem weiteren ehemaligen FC-Profi, der seit Ende November die Bayern trainiert. Keller bezeichnete Mavraj als „positiven Leader“ und „Persönlichkeit“. Auch der Coach gab sich zuversichtlich. „Wir können ein Loblied auf Köln singen, aber ich stelle meine Mannschaft in den Fokus. Wir wollen unsere Art von Fußball durchsetzen und das Spiel natürlich gewinnen.“

Ein Loblied stimmte Keller dann aber doch noch an. Und zwar auf den FC-Torjäger Simon Terodde, den er als „unfassbare Tormaschine“ bezeichnete. Doch diese wird wohl erst einmal gar nicht auf Touren kommen können, denn Kölns Trainer Markus Anfang spielt mit dem Gedanken, dem 23-Tore-Mann eine Pause zu geben und stellte stattdessen Anthony Modeste erstmals einen Startelf-Einsatz in Aussicht. „Es kann sein, dass wir im Sturm das eine oder andere anders machen werden“, sagt der FC-Coach. Am Ende der Englischen Woche könnte es noch zu ein, zwei weitere Änderungen kommen. Fraglich ist zudem der Einsatz des erkrankten Louis Schaub.

Die Personalie Modeste könnte für Mavraj eine direkte Rolle spielen, der Franzose könnte sein Gegenspieler werden. Beide kennen sich gut, schließlich spielten sie anderthalb Jahre zusammen beim FC. Für wen das aber ein Vorteil sein könnte, das wird sich ab 13.30 Uhr zeigen.

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Meré, Geis, Czichos - Höger - Clemens, Schaub (?), Drexler, Hector - Modeste, Córdoba

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