Klares Zeichen vom FC: Vierter FC-Sieg in Folge dank Cordoba

Klares Zeichen vom FC : Vierter FC-Sieg in Folge dank Cordoba

Der Kolumbianer Jhon Cordoba hatte mit seinen zwei Toren einen großen Anteil am 3:1-Sieg des 1. FC Köln gegen Wolfsburg. Der Stürmer bescherte dem Team von Trainer Markus Gisdol am Samstag einen fulminanten Rückrundenstart in die Fußball-Bundesliga.

Es gibt Momente in diesem Aufeinandertreffen des 1. FC Köln und des VfL Wolfsburg, da überkommt einen schlicht das Mitleid. Und die Vorstellung, selbst einmal in dieser Situation zu stecken, lässt unwohlige Schauer über den Rücken laufen. Nicht, dass John Brooks (1,93 Meter groß/80 Kilo schwer) oder Marcel Tisserand (1,90/auch 80 Kilo), die beiden Innenverteidiger des VW-Werksklubs, zart besaitete Pflänzchen wären. Aber wer 90 Minuten lang zum Sparring mit Kölns Stürmer Jhon Cordoba verdammt ist, der hat jeden Cent seines Gehalts verdient und Schmerzensgeld noch obendrein.

Doch auch diese beiden Kämpen konnten nicht verhindern, dass der Kolumbianer beim 3:1-Erfolg des FC über die Niedersachsen mit Europapokal-Ambitionen die ersten beiden Treffer erzielte (22. und Nachspielzeit der ersten Halbzeit) und das Wolfsburger Tor durch den eingewechselten Renato Steffen (66.) nur noch ein Schönheitsfehler war, nachdem Kölns Kapitän Jonas Hector vier Minuten zuvor per Kopf schon auf 3:0 gestellt hatte.

„Eine Maschine“

„Du kannst jeden langen Ball auf Jhon spielen, und er macht ihn irgendwie fest, was uns die Zeit zum Nachrücken gibt. Das ist einfach Wahnsinn“, staunte Heimkehrer Mark Uth, der mit seinem genau getimeten Freistoß die Vorlage zum 1:0 gegeben hatte.

Aber noch mehr erzählt der zweite Kölner Treffer vom Geschehen auf dem Rasen, als der unter Druck gesetzte Tisserand im eigenen Strafraum erst einen Fehlpass spielte, dann auch noch wegrutschte und Cordoba das schöne Zuspiel von Ellyes Skhiri in die Wolfsburger Maschen setzte. „Cordoba im Eins-gegen-eins zu verteidigen, ist unmöglich“, befand FC-Keeper Timo Horn, der in den Anfangsminuten einen frühen Rückstand seines Teams verhindert hatte. „Er hatte beide Innenverteidiger am Rand einer gelb-roten Karte.“

Doch natürlich ist der bullige Kolumbianer, dem Trainer Markus Gisdol („Córdoba war immer schon eine Maschine, aber er ist noch stärker geworden“) zwei Minuten vor Spielende die Ehrenauswechslung gönnte, auch nur so gut, wie seine zehn Mannschaftskollegen. Und ein Teil des Erfolgsrezepts sind die drei Kölner Jungspunde Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Jan Thielmann, die auf den Außenbahnen für mächtigen Alarm sorgen. die noch nicht das Licht der Welt erblickt hatten, als der FC vor 20 Jahren zuletzt viermal in Folge als Sieger vom Platz gegangen war. „Wir sind alle sehr fit, alle haben die Körner, um 90 Minuten Vollgas zu geben“, sagte Jakobs in der Mixed-Zone und machte den Eindruck, es hätte für ihn auch durchaus noch eine Stunde weitergehen können.

Dass alle diese Eindrücke stimmen, davon konnten sich zwei prominente Beobachter unter den 49.200 Zuschauern ein eigenes Bild machen. Zum einen Kölns früherer Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke, nun in Diensten des VfL Wolfsburg, dem von der Südtribüne wieder die Schmähgesänge des Kölner Anhangs entgegen brausten (siehe Infobox). „Wir haben verdient verloren, weil es unter dem Strich zu wenig war. Es ist uns nicht gelungen, Jhon Cordoba zu bearbeiten, das spricht für seine Qualität“, schätzte der 55-Jährige ein, der den Kolumbianer ans Geißbockheim gehöt hatte und seinerzeit wegen dieses „Fehltransfers“ viel Kritik einstecken musste.

 Und auch Lukas Podolski dürfte eingesehen haben, dass es für ihn in diesem schnellen, bissigen und wuchtigen Kader mit seinen 34 Jahren und in den letzten Spielzeiten in Japan ohne Bundesliga-Niveau wohl keinen Platz mehr geben dürfte.

Wochenlang hatte der Klubheilige darum gekämpft, beim FC wieder eine Rolle zu spielen, vielleicht auch so etwas wie Claudio Pizarro bei Werder Bremen, als väterlicher Teilzeit-Profi.

Doch direkt nach Spielende bestieg Podolski ein Flugzeug Richtung Antalya, wo er schon auf dem Flughafen von den türkischen Fans vielleicht wie ein König, auf jeden Fall aber wie ein Prinz empfangen wurde.