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Kampf um den Klassenerhalt: Viel Hoffnung, aber kein Bangen

Kampf um den Klassenerhalt : Viel Hoffnung, aber kein Bangen

Der 1. FC Köln ist am letzten Spieltag gegen Schalke 04 zum Siegen verdammt, wenn er den Abstieg vermeiden will. Zudem ist die Schützenhilfe anderer Teams nötig.

Es sind drei Fragen, die Sportgeschäftsführer Horst Heldt, Interimscoach Friedhelm Funkel und natürlich auch den gesamten Spielerkader des 1. FC Köln vor diesem letzten Aufeinandertreffen mit dem FC Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr) umtreiben. Die drei Fragen lauten: 15., 16. oder doch 17.? Oder anders formuliert: Begleitet der FC die Gelsenkirchener auf dem bitteren Weg in die zweite Liga? Gibt es noch zwei Chancen in den Relegationsspielen, die Klasse zu halten? Oder springen Kapitän Jonas Hector und seine Mitspieler dem Teufel im letzten Moment noch von der Schippe?

Zumindest für die letzten beiden Möglichkeiten, die sich vor diesem 34. und letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga überhaupt noch eröffnen, ist eine Voraussetzung unabdingbar: Der heimschwache 1. FC Köln – mit elf Punkten durch den Schalker Sieg über Frankfurt am vergangenen Spieltag sogar Letzter in der Heimtabelle – muss unbedingt gewinnen. Die Bundeskanzlerin würde diese Situation zurecht alternativlos nennen. Und zudem müssen Borussia Mönchengladbach (in Bremen) und der VfB Stuttgart (gegen Bielefeld) auch noch ihren Anteil beitragen. „Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand, wir brauchen ein bisschen Unterstützung der anderen Mannschaften“, hatte Kölns Keeper Timo Horn die Ausgangslage nach dem Remis bei Hertha BSC beschrieben.

Doch wie bereitet man eine Mannschaft auf diese sportliche „Do or die“-Situation vor? „Wir haben den Spielern am Montag freigegeben“, hat Friedhelm Funkel eine überraschende Lösung gefunden. „Es macht keinen Sinn, den Druck von Montag bis Samstag von innen her kontinuierlich zu erhöhen.“ Es folgten stattdessen „lockere Einzelgespräche, denn jeder Einzelne geht mit dem Druck auch unterschiedlich um“, fügt Funkel an und strömt bei diesen Worten eine Gelassenheit aus, als ginge es gerade um die Frage, ob er Zucker oder Süßstoff in den Kaffee haben will.

Sicher ist jedenfalls, dass Ellyes Skhiri und Ismail Jakobs ihre Kollegen nur von der Tribüne aus anfeuern können, weil beide wegen der fünften Gelben Karte gesperrt sind. Sicher ist nicht, dass Jonas Hector (Riss im Schienbein) und Sebastian Andersson (Knieprobleme) ihren Teil zum Klassenerhalt beisteuern können. „Beide sind im Mannschaftstraining, und ich gehe davon aus, dass sie zur Verfügung stehen“, ist der 67-jährige Trainer optimistisch. Aufschluss geben soll das Abschlusstraining, bei dem sich dann auch entscheiden soll, wer für Skhiri auf die „Sechs“ rückt. „Ich merke den Spielern an, ob sie hundertprozentig bereit sind, alles zu geben“, vertraut Funkel auf den tiefen Blick in die Augen.

Und dann gibt es auch noch den Gegner, der ja erst einmal besiegt werden muss und auf den letzten Drücker wohl das anstrebt, was ihm die ganze Saison über verwehrt blieb: den ersten Auswärtssieg.

So oder so, es wird keine Verabschiedung von Spielern geben, die den Verein verlassen werden oder müssen. „Dafür fehlt einfach der angemessene Rahmen“, spielt Horst Heldt auf die Geisterspiel-Atmosphäre im Stadion an. „Vielleicht ergeben sich ja die Möglichkeiten dazu in der kommenden Saison“, sagt der 51-Jährige. Und vielleicht gibt es ja auch noch zwei Kölner Partien in der laufenden Spielzeit: das Nachsitzen gegen Holstein Kiel oder die Spielvereinigung Greuther Fürth.