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Augsburg: Schlitzohr Leistner leistet „Anti-Schützenhilfe“

Augsburg : Schlitzohr Leistner leistet „Anti-Schützenhilfe“

Am Ende der 90 Minuten stand mit dem 1:1 zwischen dem FC Augsburg und dem 1. FC Köln ein Ergebnis, mit dem weder Heiko Herrlich noch Markus Gisdol so richtig zufrieden sein konnten.

Allerdings hatten der Trainer des Tabellen-13. (32 Punkte) und der des Tabellenzwölften (35 Punkte) auch keine Partie gesehen, die einen Sieger verdient hatte. „Wir nehmen das Ergebnis gern mit, auch angesichts des Spielverlaufs“, zog dann auch FC-Kapitän Jonas Hector ein halbwegs zufriedenes Fazit nach dem Abpfiff.

Die bayerischen Schwaben waren bis in die Schlussphase hinein das klar bessere Team, setzten den FC mit frühem Pressing unter Dauerdruck, was im Vorfeld eigentlich absehbar war, wogegen die Gisdol-Schützlinge allerdings auch kein probates Mittel fanden.

Dass bis zum Seitenwechsel noch kein Tor gefallen war, lag zum einen daran, dass Kölns Keeper Timo Horn einen fast fehlerlosen Tag erwischt hatte – und Augsburgs Stürmer Florian Niederlechner sich nach dem Abpfiff als Corona-Geschädigter fühlte. Denn Niederlechner hatte sich den Ball zum Elfmeter – ein Strafstoß, den Horn durch seine Grätsche gegen Noah Sarenren Bazee auf der Auslinie verursacht hatte – auf den Punkt gelegt, als die Stimme von Kölns Verteidiger Toni Leistner vernehmbar durchs leere Stadion hallte. „Du weißt, wo er immer hinschießt“, rief Leistner seinem Torwart zu.

Ausgedehnte Pausenansprache

Und Niederlechner kam ins Grübeln, das Letzte, was sich ein Elfmeterschütze leisten kann, denn tatsächlich ist die rechte von ihm aus gesehen „seine“ Ecke. So entschied er sich für die andere, wo Horn den Ball recht locker parierte (26.). Und weil Horn zehn Minuten später mit einem starken Fußreflex erneut gegen Niederlechner parierte kam sein Trainer zu dem Schluss: „Timo hat uns super im Spiel gehalten. Er hat herausragend gehalten.“

Gisdols ausgedehnte Pausenansprache dürfte mit dazu beigetragen haben, dass der FC sich im zweiten Durchgang besser präsentierte und es entwickelte sich eine Partie, in der dann gerne am Ende das Team als Sieger vom Platz geht, das vorher eigentlich keine eigene Chance hatte, aber mit viel Glück auch keinen Treffer kassierte.

Und als dann der kurz zuvor eingewechselte Anthony Modeste mit einem schönen Linksschuss die Kölner Führung besorgte (86.), sah es tatsächlich so aus, als würde das nächste Kapitel dieser sich wiederholenden Geschichte geschrieben. Allerdings nur 120 Sekunden lang, bis die Kölner Defensive kurz Augsburgs Philipp Max aus den Augen verlor, der zum – siehe vorne – gerechten Ausgleich einschoss.

„Jeder Punkt, den wir in dieser Phase der Saison holen, ist ein gewonnener Punkt“, bemerkte Torwart Timo Horn nach seinem bemerkenswerten 150. Bundesligaspiel. „Bei einem Sieg wäre es wohl endgültig der Klassenerhalt gewesen – wenn auch nicht rechnerisch.“

So hangelt sich der FC Pünktchen um Pünktchen Richtung Klassenerhalt und die Planungen zur Weiterverpflichtung des erfolgreichen Führungsgespanns Heldt/Gisdol dürften auch weiterhin noch eine zeitlang nur hinter den Kulissen laufen.

(rom)