Köln: Ruthenbeck nimmt gleich die Mannschaft in die Pflicht

Köln : Ruthenbeck nimmt gleich die Mannschaft in die Pflicht

Die Trainingskiebitze suchten am Sonntagmittag bei zwei Grad und leichtem Schneefall schnell Unterschlupf auf der Tribüne des Franz-Kremer-Stadions, und dann verfolgten sie das erste Training des Neuen: Stefan Ruthenbeck leitete seine erste Trainingseinheit mit den Profis des 1. FC Köln.

Der 45-Jährige, der bislang für die U 19 verantwortlich war, konnte zu dieser Zeit nach dem 2:2 bei Schalke 04 allerdings nur die Reservisten und Rekonvaleszenten begrüßen. Ruthenbeck erzählte im Anschluss, wie er zu dem neuen Job gelangt war.

Er sei Mitte vergangener Woche gefragt worden, ob er sich ein Engagement bei den Profis vorstellen könne. Erst im Lauf des Sonntagvormittags habe es aber das „Go“ gegeben: „Die Aufgabe ist schwierig, aber nicht unlösbar“, sagte der frühere Trainer von Greuther Fürth und betonte, dass er nicht gedenke, in irgendwelche Fußstapfen zu treten. „Die von Peter Stöger sind definitiv riesengroß. Er hat hier überragende Arbeit geleistet.“

Bis zur Winterpause soll Ruthenbeck als Interimslösung in drei Spielen in der Bundesliga und jeweils einem in der Europa League und im DFB-Pokal in der Verantwortung stehen. Dann soll ein anderer Trainer übernehmen — so der Plan. Vielleicht ist das Kiels Coach Markus Anfang (43), der als Top-Kandidat gilt. Kiels Präsident Steffen Schneekloth kündigte am Sonntag schon mal an, dass eine Verpflichtung Anfangs teuer werden würde: „Bei der derzeitigen Marktlage werden wir unseren Trainer unter zehn Millionen Euro nicht abgeben.“

Wie Anfang wurde auch Ruthenbeck ebenfalls in Köln geboren. „Es ist ganz klar besprochen, es bis zur Winterpause mit diesem Trainerteam anzugehen“, sagte der Interimstrainer, der von den ehemaligen Profis Kevin McKenna, Markus Daun und dem bisherigen Torwarttrainer Alexander Bade unterstützt wird.

Er wolle nun einige Dinge anders machen, es werde eine andere Ansprache und eine anderes Training geben, sagte Ruthenbeck. Es soll intensiv zur Sache gehen. „Ich erwarte, dass wir nicht brav sind, sondern mutig und nicht wie die Maus vor der Schlange stehen.“

(chl/lw)