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Köln: Nach Erfolg gegen Borissow: FC mit Demut und Euphorie gegen Hoffenheim

Köln : Nach Erfolg gegen Borissow: FC mit Demut und Euphorie gegen Hoffenheim

In der Pressekonferenz nach diesem grandiosen 5:2-Sieg des 1. FC Köln gegen Bate Borissow stellte sich FC-Trainer Peter Stöger wie üblich routinert den Journalistenfragen. Dennoch musste der 51-Jährige erst seine Mimik wieder neutralisieren, als ihn ein weißrussischer Reporter fragte, ob er nach dem ersten Durchgang über Rücktritt nachgedacht habe und ob nach dem Abpfiff nun eine neue Ära angebrochen sei.

„Sie sind ja nicht so oft in Köln“, erteilte Stöger Rücktrittsüberlegungen erneut eine Abfuhr. „Ich habe über vieles nachgedacht, aber nicht darüber.“ Fast bedauerte Kölns Trainer den klaren Sieg seiner Mannschaft im nächsten Wettbewerb nach dem DFB-Pokal, der punktemäßig keine Besserung in der Liga gebracht hat. „Besser, wir hätten 2:5 verloren, dann hätten wir noch mehr Nachfragen, noch mehr Diskussionen gehabt“, grantelte der Österreicher.

Doch vielleicht lassen sich auch so die Trainergedanken zum Spiel sortieren, auch wenn das anstehende Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim „eine ganz andere Aufgabe für uns werden wird“, wie Stöger sofort jede möglichweise überbordende Euphorie zu bremsen versuchte. „Alle Stürmer haben getroffen, wir haben das Spiel gedreht“, fasste Stöger zwei positive Aspekte zusammen, um sich gleich darauf zu relativieren: „Tut uns das gut? Ich weiß es nicht.“

Tatsächlich hatte Simon Zoller (16.) für die Führung gesorgt, der eingewechselte Yuya Osako für den Ausgleich zum 2:2 (54.) und die Entscheidung zum 4:2 (82.) gesorgt. Dazwischen bejubelte Sehrou Guirassy sein fulminantes Freistoßtor zum 3:2 (63.) nur kurz, da er mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden musste, gegen Hoffenheim aber wieder zur Verfügung stehen dürfte. Für den (zu hoch) ausgefallenen Endstand sorgte Milos Jojic in der Schlussminute.

Die beiden Tore und die Vorlage durch Osako, der in der zweiten Halbzeit kam, dürfte im Merkheft jedes Trainers mit dicken Ausrufezeichen versehen sein. „Nach langer Zeit haben wir Osako wieder so gesehen, wie wir es gewohnt waren“, führte der Österreicher zufrieden aus. „Für mich war wichtig, dass ich mit seiner Einwechselung einen Impuls setzen konnte und sich was geändert hat.“ Und dass seine Offensivkräfte gut in die Halbpositionen kamen und von dort aus die Angreifer häufig erfolgreich in die Tiefe schickten, dürfte ebenfalls ein Rezept gegen offensivstarke Hoffenheimer sein.

Dass die Gäste innerhalb von nur zwei Minuten mit zwei Treffern in Führung gehen konnten, gehört aber zu den Problemen, an denen man im Training intensiv arbeiten müsste — würde nicht alle drei Tage eine neue Partie anstehen. „Man gewinnt und freut sich. Dann steht man direkt vor dem nächsten Gegner und muss wieder gewinnen“, beschrieb Stöger den Dauerdruck. „Wir haben kurz den Faden verloren“, sah Dominik Maroh die Gegentore aus Sicht des Innenverteidigers.

„Das erste war ein Sch...-Tor, das zweite ein Traum-Tor.“ Verbindendes Element dürfte jedoch sein, dass vor dem Härtetest gegen Hoffenheim niemand übermütig wird. „Genauso fighten wie gegen Borissow, keine Überdinger machen, Zweikämpfe gewinnen“, forderte Dominique Heintz psysische Qualitäten ein. Und Kollege Maroh fasste die psychologische Grundstimmung zusammen. „Wir müssen die Aufgabe mit einer Mischung aus Demut und Euphorie angehen.“

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Sörensen, Maroh, Heintz, Rausch - Lehmann, Özcan - Osako, Guirassy