Köln: Modeste hat keine Hemmung, beim Ex-Klub zu treffen

Köln: Modeste hat keine Hemmung, beim Ex-Klub zu treffen

Schon in seinem ersten Jahr hat er beim 1. FC Köln die Rolle des Spaßvogels und wegen seiner Tore auch die einer sportlichen Lebensversicherung übernommen. Aber einen Mann der großen und öffentlich vorgetragenen Worte macht das aus Anthony Modeste noch lange nicht.

Interviews sind für den lässigen Franzosen eher ein notwendiges Übel als eine Freude. Nun aber häuften sich die Anfragen für ein Gespräch mit Modeste, am Sonntag (17.30) tritt der FC schließlich bei Hoffenheim an, dem ehemaligen Klub des Stürmers. Aus diesem Anlass lud der FC zum Gespräch mit Modeste.

Da saß er nun in einem Raum in der ersten Etage des Geißbockheims, wohlgemerkt diesmal ohne Dolmetscher, und sprach über seine Vergangenheit in Hoffenheim. Zuletzt hatte Modeste sich im Dezember auf seine Initiative und die des Vereins öffentlich erklärt, damals war der Anlass kein schöner, er hatte zwei Monate lang nicht getroffen.

Diesmal zeigte sich Modeste gut aufgelegt — und durchaus zuversichtlich, was das Spiel gegen seinen ehemaligen Klub angeht. In den vergangenen acht Jahren hat Modeste für acht Klubs gespielt, vielleicht haben Duelle gegen ehemalige Arbeitgeber auch deshalb keine allzu herausragende Bedeutung für ihn: „Ich bin richtig heiß auf das Spiel, und ich möchte wieder treffen“, erklärte Modeste zwar — aber das gilt bei ihm für jede Partie. Wobei, ein Treffer an alter Wirkungsstätte, das wäre schon etwas: „Ich kenne dieses Stadion richtig gut, ich habe dort oft getroffen. Ich möchte jetzt für Köln in Hoffenheim treffen“, sagte er.

Dass sein früherer Verein, der sich zuletzt auf den Relegationsplatz vorkämpfte, bei einer Heim-Niederlage wieder zurück in den Abstiegsschlamassel taumelt, interessiert den Franzosen kaum. Für Sentimentalitäten bleibt keine Zeit: „Wir sind Freunde vor dem Spiel und nach dem Spiel. Aber das ist Fußball“, sagte Modeste. „Es war eine gute Zeit dort, aber ich bin jetzt in Köln und fokussiere mich auf den FC.“ Und da möchte er auch über den Sommer hinaus bleiben.

Angesprochen auf die Spekulationen um die Perspektive von anderen Kölner Leistungsträgern wie Jonas Hector und Timo Horn, die regelmäßig mit englischen Vereinen in Verbindung gebracht werden, sagte der Stürmer am Mittwoch: „Ich habe noch drei Jahre Vertrag.“ Aber auch er weiß, dass das im Fußball nichts bedeutet, wenn Spieler oder Klub einen Wechsel forcieren.

Der wichtigere Teil also folgte: „Meine Familie und ich sind glücklich hier, das ist wichtig für mich. Manchmal ist es schwierig für die Familie, aber hier passt alles.“ Und das klang nicht nach einer Floskel, es hörte sich vielmehr an, als sei der 27-Jährige nun dort angekommen, wo es ihn hält. „Ich möchte hierbleiben.“ Ein so eindeutiges Treuebekenntnis eines wichtigen Spielers werden die Verantwortlichen in Zeiten der täglichen Wechselgerüchte gern hören. Kaum vorstellbar also, dass die sportliche Führung den Plan durchkreuzt und Modeste, der elf Saisontore verzeichnen kann und 15 Treffer zum Ziel hat, einen Transfer nahelegt.

Das Verhältnis stimmt schließlich, Modeste sagt, er habe „Glück mit dem Trainer in Köln“ — schon während der schwierigen Phase im Winter hatte er betont, dass er beim FC jenes Vertrauen genieße, das ihm in Hoffenheim fehlte. Und die Anerkennung ist gegenseitig, wie Stöger deutlich macht: „Ich bin sehr zufrieden mit ihm und sehr froh, dass er da ist.“ Und allem Anschein nach ja auch noch eine Weile bleibt.

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Sörensen, Maroh, Heintz, Hector - Lehmann, Gerhardt - Risse, Bittencourt, Zoller - Modeste

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