Kommentiert: Die Verwandlung vom neuen zum alten 1. FC Köln

Kommentiert: Die Verwandlung vom neuen zum alten 1. FC Köln

Als beim 1. FC Köln um 12.24 Uhr eine Ära endete, war davon niemand mehr überrascht, es hatte sich ja lange angedeutet, dass dieser Tag kommen würde.

Nun war er da, dieser 3. Dezember. Der Tag, an dem Peter Stöger entlassen wurde, ist auch der Tag, an dem 1. FC Köln der vergangenen viereinhalb Jahre abgeschafft wurde. Mit der Verpflichtung Stögers im Sommer 2013 hatte beim Fußball-Bundesligisten etwas begonnen, was sie in Köln lange nicht erlebt hatten: eine Zeit, die von Erfolg, Stabilität und vor allem Ruhe geprägt war. Vergessen waren die Zeiten, in denen der FC als Chaosverein galt. Hauptverantwortlich dafür waren Stöger und Sportchef Jörg Schmadtke, der kurz nach Stöger kam.

Doch spätestens seit Schmadtkes übereiltem Abgang Ende Oktober und den weiterhin ausbleibenden Erfolgen war es mit der Ruhe vorbei. Der FC war plötzlich wieder der Klub, der er früher gewesen ist, nervös und fahrig. Was unter anderem auch mit Toni Schumacher zusammenhängt.

Weil das Vakuum, das Schmadtke hinterlassen hatte, gefüllt werden musste, ist mit dem Vizepräsidenten ein Mann zur Speerspitze geworden, der nicht fürs operative Geschäft gemacht ist. Und seshalb für noch mehr Unruhe sorgte. Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Alexander Wehrle waren fast unsichtbar.

Die Verwandlung vom neuen in den alten 1. FC Köln gipfelte im wochenlangen Eiertanz um die Zukunft des zuletzt erfolglosen Peter Stöger. Der Klub hat viele Chancen verpasst, klare Fakten zu schaffen. Niederlagen, um eine Entlassung des Trainer trotz all seiner vergangenen Erfolge zu rechtfertigen, hat es viele gegeben.

Dass Stögers Abschied, der seit Freitag feststand, nun ausgerechnet nach einem kämpferisch famosen 2:2 gegen Schalke erfolgt, passt ins Bild. Genauso wie der Umstand, dass Interimstrainer Stefan Ruthenbeck der A-Jugend schon am Samstag mitteilte, er werde die Profis übernehmen.

Köln braucht jetzt einen neuen Sportchef und einen neuen Trainer, wie 2013. Und es bleibt die Hoffnung, dass die Verantwortlichen wieder ein gutes Händchen haben. Für eine neue Ära.