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Köln: Kölner Modeste-Festspiele gehen weiter

Köln : Kölner Modeste-Festspiele gehen weiter

Rund eine Stunde lang sah es nicht so aus, als würden auf der Torte zum 68. Geburtstag von FC-Präsident Werner Spinner, die die Mannschaft überreichte, viele helle Kerzen brennen.

Doch nach dem Abpfiff blieb festzuhalten: Den Tabellenletzten Hamburger SV mit 3:0 besiegt, ein lupenreiner Hattrick von Kölns Torjäger Anthony Modeste, der damit sein Konto nach dem neunten Spieltag auf elf Treffer schraubte, und der kleine Sprung vom fünften auf den vierten Tabellenplatz. So mancher FC-Präsident hatte an seinem Ehrentag schon weniger in den Händen gehalten.

Bis zur Einwechslung von Simon Zoller, der in der 56. Minute für Artjoms Rudnevs ins Spiel kam, ließe sich nicht viel berichten, hätte es Dreifach-Torschütze Modeste nicht fertiggebracht, in der 40. Minute einen Foulelfmeter gegen den Pfosten zu setzen, den Yuya Osako in exakter Kopie zum Ingolstadt-Spiel herausgeholt hatte.

Der Hamburger SV zeigte einige offensive Slapstick-Einlagen — Filip Kostic etwa spielte sich bis zur Grundlinie durch und legte den Ball dann ins Nichts zurück (31.); Kostic, Matthias Ostrzolek und Lewis Holtby behinderten sich beim Ausführen eines Freistoßes gegenseitig (27.) — und Schiedsrichter Benjamin Brand entlockte seiner Pfeife über weite Strecken skurrile Entscheidungen. „Das war eine zähe und unangenehme Partie, eigentlich passt der verschossene Strafstoß zum Spiel“, bewertete FC-Coach Peter Stöger den ersten Durchgang.

Dann folgten drei Minuten nach der Einwechslung Zollers „die beiden spielentscheidenden Situationen, die nicht zu entschuldigen sind“, wie HSV-Trainer Markus Gisdol befand: Der gelbverwarnte Marco Höger beging am Mittelkreis ein taktisches Foul, und noch während die Hamburger Bank vehement Gelb-Rot für den Kölner Mittelfeldspieler forderte, rammte weit ab vom Geschehen HSV-Spieler Bobby Wood den Ellbogen in die Magengrube von Dominique Heintz — und sah für diese Tätlichkeit glatt Rot (58.).

Danach ließ sich der FC, dem noch die 120 Pokalminuten vom Mittwoch in den Knochen steckten, gegen den nächsten Pokalgegner nicht lange bitten. In einen als Vorlage gedachten Ball von Zoller stocherte Modeste noch rein, und der Ball trudelte am irritierten HSV-Keeper René Adler vorbei ins Netz (61.). „Auf dem Platz hat Tony mir gesagt, dass es sein Tor war“, forderte Zoller die Belohnung nur halbherzig ein, und auch der Franzose meinte: „Ich habe den Ball noch ein ganz kleines bisschen berührt. Aber egal, ob zwei oder drei Tore, Hauptsache er war drin.“

Überzahl und Führungstreffer setzten jedenfalls die Kräfte frei, die vorher nicht zu sehen waren. „Wir hatten zu viele Ballverluste und haben zu wenig Druck gemacht“, beschrieb Marcel Risse, der die folgenden beiden Treffer vorbereitete, das bis dato zähe FC-Spiel.

Urheberschaft eindeutig

An der Urheberschaft der Treffer zwei und drei besteht jedenfalls nicht der geringste Zweifel: Eine präzise Flanke, die Risse von der rechten Seite schlug, wuchtete Modeste per Kopf in die Maschen (82.), und einen Risse-Pass in die Angriffsspitze schoss Kölns Toptorjäger dem HSV-Torwart durch die Stutzen zum 3:0 (86.). „Das zeichnet einen Erfolgsstürmer aus, dass er Phasen hat, in denen er fast jeden Ball reinmacht. Natürlich nur die leichten nicht, wie einen Elfmeter“, lobte FC-Sportdirektor Jörg Schmadtke gewohnt sarkastisch seinen Erfolgsgaranten.

Große Begründungsnöte, warum der FC nach dem neunten Spieltag mit einem Punkteschnitt von zwei pro Spiel im oberen Tabellendrittel zu finden ist, haben die Spieler jedenfalls nicht. „Wir sind stabil, wir können den Gegner bespielen, und wir werden uns nicht dagegen wehren, dass wir da oben drinstehen“, befand Risse zufrieden.

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(dpa)