Rheinderby: Geklaute Kennzeichen von „Brings“ und „Höhner“ im Düsseldorfer Stadion

Rheinderby : Geklaute Kennzeichen von „Brings“ und „Höhner“ im Düsseldorfer Stadion

Die Kölner Bands „Brings“ und „Höhner“ nehmen's mit Humor: Nummernschilder, die von ihren Tour-Bussen geklaut wurden, tauchten am Sonntag als Trophäen von Fortuna-Fans im Düsseldorfer Stadion wieder auf. Die Polizei ermittelt weiter.

Man musste schon genau hinsehen - doch dann hatte es ein kleines Detail der Choreographie der Fortuna-Fans beim Bundesliga-Derby gegen den 1. FC Köln in sich: An der Pappfigur eines Geißbocks, der von einem Bergischen Löwen im Azteken-Stil hochgenommen wurde, baumelten zwei Kölner Nummernschilder. Und zwar nicht irgendwelche: Es waren Kennzeichen der Tour-Busse der wohl bekanntesten Kölner Stimmungsbands. „Brings“ und den „Höhnern“ waren die Schilder in den letzten Monaten geklaut worden. Jetzt tauchten sie als ungewöhnliche Trophäe in der Düsseldorfer Kurve wieder auf.

Der Kennzeichen-Coup war offenbar von langer Hand geplant: Wie ein Polizeisprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte, waren „Brings“ bereits vergangenes Jahr am 11.11. in der Düsseldorfer Altstadt beklaut worden. Sänger Peter Brings - der am Sonntag selbst als Zuschauer im Stadion war - reagierte am Abend nach dem Spiel (Düsseldorf gewann 2:0) mit einem Facebook-Video: „Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn nur ein paar Nummernschilder geklaut werden. Das ist zehn Mal besser, als sich gegenseitig auf die Fresse zu hauen oder Bengalos im Stadion durch die Gegend zu schmeißen. Das ist doch echt mal was Lustiges“, so Brings.

Der Kölner Musiker berichtete in seinem Video auch, dass die „Höhner“ ebenfalls Opfer geworden seien. Sänger Henning Krautmacher bestätigte am Montag, dass seine Band am 2. Oktober bei einem Auftritt in Neuss beim dortigen Oktoberfest Opfer der Kennzeichen-Diebe wurde. Der „Express“ hatte zuvor darüber berichtet.

Krautmacher sagte der dpa: „Wir hatten uns noch gefragt, wer denn was mit unseren Kennzeichen will.“ Dass sie im Stadion wieder aufgetaucht seien, sei ein „Schabernack“ gewesen, über den die Band sich amüsiert habe. „So gab es trotz des schlechten Ergebnisses für den Effzeh doch noch was zu lachen.“ Auf ihrer Facebook-Seite stellten die „Höhner“ am Montag scherzhaft ihr neues Wunschkennzeichen vor: „D-OM 4711“ - quasi die Verschwisterung von Düsseldorf, Dom und Kölnisch Wasser.

Für die Polizei ist die Sache nicht so lustig. Nach dem „Brings“-Diebstahl vor einem Konzertsaal an der berühmten Ratinger Straße waren Ermittlungen gegen Unbekannt eingeleitet worden. Die Fotos der Nummernschilder aus dem Stadion seien nun „vielleicht ein neuer Ansatz“, so ein Sprecher. In Neuss hatte das Straßenverkehrsamt die Kennzeichen bei der Polizei als „verloren“ gemeldet, wie eine Sprecherin sagte.

Beide Bands haben übrigens seit Langem neue Nummernschilder - denn auch ohne Karneval sind sie ständig auf Tour. „Die Leute sagen immer: „Mensch, ab dem 11.11. habt ihr ja wieder gut zu tun.“ Von wegen: Wir sind ständig op jück“, sagte Krautmacher. „Und nach der Aktion sind wir auch auf einem guten Weg in die tollen Tage.“

(dpa)
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