1. Sport
  2. Fußball
  3. 1. FC Köln

Fußball-Bundesliga: Der 1. FC Köln will gegen den FC Bayern punkten

Duell mit dem FC Bayern : Der 1. FC Köln geht mit Selbstbewusstsein ins „Spitzenspiel“

Der 1. FC Köln trifft am Sonntag im Duell der formstärksten Mannschaften der Fußball-Bundesliga auf den FC Bayern. Gegen den Tabellenführer rechnet sich die Mannschaft von Markus Gisdol etwas aus – und will gegen die Münchner mutig spielen.

Es klingt vielleicht ein bisschen verrückt, aber wer möchte, kann das Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern am Sonntag (15.30 Uhr) zum Spitzenspiel in der Fußball-Bundesliga erheben, Zweiter gegen Erster. Nun, so ganz stimmt das natürlich nicht, die Münchner führen die Tabelle zwar tatsächlich an, die Kölner sind allerdings nur 13. – und dennoch treffen im Rhein-Energie-Stadion die beiden formstärksten Mannschaften aufeinander:

An den jüngsten sieben Spieltagen haben die Bayern 19 Punkte geholt, der FC 15 – und hat dabei wegen der Absage des Derbys gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Sonntag nur sechs Partien absolviert. Und auch aus dieser Statistik zieht Markus Gisdol sein Selbstbewusstsein, Kölns Trainer sagte: „Ich fordere meine Mannschaft auf, dass sie auch gegen den besten Gegner mutig ist.“ Klingt nicht ganz nach Spitzenspiel, aber nach einem FC, der sich nicht verstecken wird.

Mehr als ein paar gute Phasen

Es ist ja immer so eine Sache, gegen starke Gegner mitspielen zu wollen, das haben zuletzt auch die Kölner erfahren müssen: Bei der einzigen Niederlage in den vergangenen sechs Spielen, dem 1:5 bei Borussia Dortmund Ende Januar, trat der FC ebenfalls mutig auf – und wurde vom cleveren BVB abgeschossen. Es wird gegen die Bayern also wichtig sein, bei allem Mut das Verteidigen nicht zu vergessen – weil das Starensemble von Trainer Hansi Flick kaum einen Fehler des Gegners ungenutzt lässt.

„Wir müssen kompakt bleiben, sie vom Tor fernhalten“, sagte Sebastiaan Bornauw (20). Der Innenverteidiger dürfte dabei das Hinspiel noch in Erinnerung haben, damals hat das nicht gut geklappt, obwohl der FC auch in dieser Partie durchaus gute Phasen hatte; in München verlor Köln am Ende dennoch mit 0:4 –weil ein paar gute Phasen gegen den Rekordmeister nun mal nicht ausreichen.

Gisdol hat sich „keine speziellen Dinge“ überlegt, um am Sonntag viele gute Phasen ins Spiel seiner Mannschaft zu bringen, der Trainer setzt auf das, was er mit seinen Spielern in den vergangenen Wochen erarbeitet hat: „Wir haben Stärken entwickelt und Sicherheit gefunden.“

Das soll zum einen die Grundlage dafür sein, gegen die Bayern defensiv stabil zu stehen. Und zum anderen „fußballerische Lösungen“ in der Offensive zu finden: „Wir werden nur wenig Chancen haben, wenn wir den Ball einfach nur blind nach vorne schlagen.“ Der Plan dürfte sein, mit dem spielstarken Mark Uth im offensiven Mittelfeld und dem zweikampfstarken Jhon Córdoba im Sturmzentrum den Ball auch mal länger in der Hälfte der Münchner zu halten und ihn nicht gleich wieder herzuschenken.

Unklar ist, ob Ismail Jakobs (20) dabei von Beginn an helfen kann; den jungen Linksaußen plagte zuletzt eine Mandelentzündung. „Wir müssen schauen, ob er schon von Anfang an spielen kann oder ob es mehr Sinn macht, ihn einzuwechseln“, sagte Gisdol. Eine Alternative wäre der noch jüngere Jan Thielmann (17), der zuletzt aus der Startelf gerutscht war. Der zuletzt angeschlagene Anthony Modeste (31) wird wohl ebenfalls im Kader stehen.

Fokussiert: Markus Gisdol. Foto: dpa/Marius Becker

Am Ende braucht es gegen die Bayern ohnehin eine geschlossene Mannschaftsleistung, das weiß auch Gisdol, der in seinen bisherigen sieben Spielen als Trainer gegen die Münchner noch nicht gewinnen konnte. „Weil ich mit dem FC noch nicht gegen die Bayern gespielt habe, ist diese Statistik für mich nicht interessant“, sagte er. „Ich hatte aber viele knappe Spiele gegen München – und das zeigt ja, dass es möglich ist, auch in diesen Spielen Punkte zu holen.

So sieht es auch Bornauw, auch wenn sich der Belgier ein bisschen defensiver gab: „Wir versuchen, smart zu spielen – und schauen, was rauskommt.“ Ist es tatsächlich vorstellbar, dass der FC den Bayern ein Bein stellt? Sportchef Horst Heldt gab eine ziemlich schlüssige Antwort: „Klar“, sagte er. „Wenn wir das Bein treffen.“

Voraussichtliche Aufstellung: Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach - Hector, Skhiri - Thielmann, Uth, Drexler - Cordoba