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Köln: Endlich wieder vor den eigenen Fans im Pokal

Köln : Endlich wieder vor den eigenen Fans im Pokal

Genaue Erinnerungen an diesen trüben Dezember-Abend dürfte Mittelfeldspieler Salih Özcan nicht mehr haben. Immerhin liegt das Pokal-Aus des 1. FC Köln gegen den MSV Duisburg schon sechs Jahre zurück, und Özcan, heute 18, kickte zu der Zeit noch in der U 13 der Geißböcke.

Seitdem hat die Auslosung das Team des aktuellen Trainers Peter Stöger zwar an viele Orte verschlagen — die Reisepläne reichen von Hamburg bis Freiburg, von Trier bis Berlin —, aber kein einziges Mal mehr spielte der FC im DFB-Pokal vor eigenem Publikum. „Mal schauen, was wir auf der einen Seite abliefern und was die Zuschauer auf der anderen Seite mit einbringen“, blickt der Österreicher, für den die Partie am Mittwoch gegen 1899 Hoffenheim (20.45 Uhr) ebenso die Pokal-Heimpremiere bedeutet wie für seinen Kader, dem Spiel gelassen entgegen. „Die Fans freuen sich auf diesen Pokalfight, und Gott sei Dank haben wir jetzt ein Heimspiel.“

Auch wenn ein Pokalspiel vor heimischer Kulisse für alle Beteiligten auf Kölner Seite Neuland ist, treffen doch einige alte Bekannte aufeinander. Mittelfeldspieler Kevin Vogt wechselte nach der vergangenen Saison in den Kraichgau, den aktuell verletzten früheren FC-Stürmer Mark Uth zog es 2015 nach Hoffenheim. Vielleicht ein gutes Omen, denn im vergangenen Jahr verhinderte mit Anthony Ujah ebenfalls ein früherer FC-Angreifer, dass Köln das Achtelfinale erreichte.

Ungleich größer dürfte dennoch das Bedauern auf der Gegenseite sein, denn immerhin trug FC-Torjäger Anthony Modeste (23 Tore in 42 Spielen) bis 2015 das Trikot der TSG und hat seinen Marktwert in den 17 Monaten in Köln mal eben verdoppelt. „Er ist sehr unangenehm zu bespielen“, schätzt Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann die fußballerische Aufgabenstellung für seine Defensive ein und schickt seine ästhetische Einschätzung hinterher: „Es macht Spaß, ihm zuzuschauen, aber wir hoffen, dass er gegen uns nicht seinen besten Tag erwischt.“

Personell wird sein Gegenüber Peter Stöger für die Pokalpartie auch in die Trickkiste greifen müssen, denn neben Leonardo Bittencourt, der sich im Training eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zuzog, wird auch Yuya Osako (Muskelverhärtung) nicht im Kader stehen. In die Karten schauen lassen wollte sich der 50-Jährige vor dem Spiel dennoch nicht, und so mussten viele Verneinungen herhalten, um nicht zu verraten, wie der eigentliche Plan aussieht. „Im letzten Spiel waren fünf Jungs nicht dabei. Bei keinem dieser Jungs würde ich allerdings sagen, dass er keine Berechtigung hat, bei uns im Kader zu stehen“, orakelte Stöger und (ver)brauchte ziemlich viele Worte, um nichts zu sagen.

Dass Bittencourt in den letzten Partien für den positionsgleich spielenden Konstantin Rausch eingewechselt wurde, ist allerdings kein großes Geheimnis. Und dass bei der bislang einzigen Saisonniederlage bei Hertha BSC Simon Zoller für den erstmals schwachen Osako zur Halbzeit ins Spiel kam, auch nicht. „Wir müssen schauen, was wir für Varianten in der Spielidee haben. So werden wir dann auch unseren Kader zusammenstellen“, wirbelte der FC-Coach weiteren Staub auf.

Ein Spaziergang wird der Kampf um den Einzug ins Pokal-Viertelfinale für den FC nicht, immerhin hat sich Hoffenheim mit 16 Punkten in der Bundesliga-Tabelle am FC vorbeigeschoben, ist mit vier Siegen und vier Unentschieden immer noch ungeschlagen. „Sie haben in allen Bereichen Spieler, die richtig Qualität haben“, lobt Stöger. Bleibt nur die Antwort auf die Frage zu klären, welcher Trainer sich mehr am schönen Spiel des Gegners erfreuen muss.